Kein Fernseher mehr, aber 1600 Brettspiele

Von: Von Stefan Schaum
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So ist es gemütlich: Snacks und Getränke gehören zum Spieltisch bei den Baesweiler Brettspiellöwen.
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Auch Star Wars gibt es in Christoph Ludwigs Sammlung: Das Spiel X-Wing ist sogar ein Favorit unter seinen 1600 Spielen. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Seinen Fernseher hat Christoph Ludwig schon vor einer ganzen Weile abgeschafft. Vermisst hat er ihn seitdem nicht. Er hat ja was anderes. Brettspiele. Nicht bloß ein paar, sondern richtig viele. „Das müssen mittlerweile so an die 1600 sein.“ 1600, Donnerwetter – an Abwechslung mangelt es da nicht.

Für diese Menge braucht man Platz. Den hat der 44-Jährige in seinem Haus geschaffen. In einem Raum, in dem früher Vorräte lagerten und ein Bügelbrett stand, türmen sich heute die Kartons mit Spielen in Regalen. Längst nicht alle sind ausgepackt, gut 400 stecken noch jungfräulich in Folie. „Irgendwann will ich aber jedes einzelne zumindest einmal gespielt haben.“ Ein ehrgeiziges Ziel, schließlich kommen immer wieder neue Spiele hinzu. Eine Sucht sei das aber nicht, sagt er, „eher eine Leidenschaft“. Und überhaupt wisse er von welchen, die noch viel mehr Spiele besitzen. Man kennt sich halt in der Spieleszene.

Geboren wurde Christoph Ludwig in Wanne-Eickel und schon daheim wurde viel und gern gespielt. „Ich bin mit Malefiz und dem Spiel des Lebens aufgewachsen“, sagt er. Die hat er zwar heute noch, aber er packt sie nicht mehr an. „Die Klassiker von damals sind mir mittlerweile zu langweilig.“ Denn es hat sich einiges getan beim Brettspiel. Kaum noch eins kommt ohne aufwendig designte Spielfiguren aus, ohne Ergänzungskarten oder andere Gimmicks. „Das mag ich sehr. Ein gutes Spiel hat Figuren, die sich auch gut anfühlen.“ Das sei schon was anderes als popelige Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Männchen. Auf Spiele mit Elektronik steht er aber nicht. „Ohne Strom ist besser.“

Sein derzeitiger Liebling erfüllt all diese Kriterien: „X-Wing“, ein so genanntes Table-Top-Spiel mit Raumschiffen aus dem Star-Wars-Universum. „Da lassen sich Raumschlachten mit Hilfe von Würfeln und Distanzmessern nachspielen und das Ganze sieht richtig schick aus.“ Das Auge spielt schließlich mit.

Was ein gutes Brettspiel für ihn ausmacht? „Dass es mit relativ wenigen, einfachen Regeln eine komplexe, umfassende Spielwelt ermöglicht.“ So mögen es auch die „Baesweiler Brettspiellöwen“. Diesen Treff für Gleichgesinnte hat Ludwig vor drei Jahren ins Leben gerufen. Einmal pro Monat kommen sie in das evangelische Gemeindehaus an der Grabenstraße. Ludwig bringt ein paar Kartons aus seinem Fundus mit, ein paar Snacks und Getränke stehen auch bereit – und dann legen sie los. Meist geht es munter zu, es wird viel geredet, viel gelacht. Genau das gefällt Christoph Ludwig so am Brettspiel. „Es schafft Geselligkeit und bringt Menschen zusammen.“ Daheim ist es nicht anders. Mit seiner Frau und den drei Kindern sitzt er vor allem am Wochenende gern zusammen am Spieltisch. Dabei hält er sich nicht zurück. „Wenn ich spiele, dann um zu gewinnen. Es bringt den Kindern ja nix, wenn man sie dauernd gewinnen lässt“ Andererseits ärgert er sich auch nicht, wenn der Nachwuchs den Papa schlägt. „Es geht ja um den Spaß.“

Ob er vorhat, mal ein eigenes Spiel zu erfinden? Eher nicht. „Ich hab‘s mal versucht, und das ist ganz schön schwer. Finanziell bringt es auch nichts. Es gibt hierzulande kaum einen, der von so etwas leben könnte.“ Dann lieber selbst spielen. Für die Königin unter den Spielen – Schach – hat er übrigens nicht so viel übrig. „Hab ich mal gespielt. Aber als es nur noch darum ging, bestimmte Zugkombinationen auswendig zu lernen, was es vorbei. Da entdecke ich lieber neue Spiele.“ Bei 400 in Reserve sollte das wohl kein großes Problem sein.

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