Baesweiler - „Keep cool“: Präventionstag soll Gewalt vorbeugen

„Keep cool“: Präventionstag soll Gewalt vorbeugen

Von: Stefan Schaum
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Wütend aufeinander sind diese beiden Jungs auf dem Schulhof bloß für die Kamera: In Rollenspielen und zahlreichen Workshops soll es am Präventionstag an der Grengrachtschule rund um das Thema Vermeidung von Agressionen gehen. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Das Wort „Gewalt“ ist letztlich wieder rausgeflogen. Nicht mehr „Gewaltpräventionstag“ heißt das, was am Freitag, 6. März, in der Baesweiler Grengrachtschule stattfindet, sondern ganz modern: „Keep cool at school!“ Klingt weniger dramatisch. Und so weit, dass auf dem Grundschulhof häufig die Fäuste fliegen, sei es ja auch nicht, sagt die stellvertretende Schulleiterin Gaby Koervers.

Was sie aber auch sagt: „Soziale Kompetenzen lernen sich nicht von allein“. Hier will die Schule mit einem neuen Angebot ansetzen.

Dieser Aktionstag ist auch ein Beleg für eine neue Sensibilität. Für eine Form der Offenheit. „Noch vor zehn Jahren hätten wir ganz sicher gesagt, dass wir so etwas gar nicht brauchen“, sagt Gaby Koervers.

Doch mittlerweile – auch nach Fortbildungen, an denen die Lehrer teilgenommen haben – ist die Erkenntnis gereift, dass Vorbeugung auch eine Notwendigkeit ist.

Den Begriff „Gewalt“ müsse man dabei in der Grundschule sehr weit fassen. Da geht es nicht bloß um Rangeleien auf dem Schulhof. Auch um Schimpfwörter, um aggressives Verhalten insgesamt, um mangelnde Achtung im Umgang miteinander. All das steht seit dem vergangenen Jahr in den neuen Schulregeln.

„Wir akzeptieren keine Gewalt – weder in Wort noch Taten – und auch keine Respektlosigkeit“, zitiert Koervers den entscheidenden Satz. Der wird immer wichtiger, denn dass die Schultage selbst für Grundschüler immer länger werden – etwa durch Betreuung in der Offenen Ganztagsschule – hinterlässt Spuren.

„Manche Kinder sind acht Stunden pro Tag hier. Da muss man als Schüler schon Strategien entwickeln, wie man so lange Zeit konfliktfrei miteinander klarkommt.“

Was auch hinzu komme: Die Schüler von heute reifen früher als die vor einigen Jahren. Sei es der Einfluss der Medien, seien es andere Dinge: Gaby Koervers will da gar nicht spekulieren, hat aber festgestellt: „In der vierten Klasse zeigen heute manche Kinder schon erste Zeichen der Pubertät.“ Und dass die nicht gerade eine konfliktfreie Zeit ist, ist ja bekannt.

All das soll anklingen bei dem Aktionstag, bei dem zunächst Rollenspiele und kooperative Übungen im Klassenverband anstehen. Anschließend gibt es Workshops, die von vielen Baesweiler Vereinen unterstützt werden.

Ein Erlebnis-Parcours ist im Angebot, auch Selbstverteidigungs-Schnuppertrainings, die das Selbstbewusstsein stärken können. Oder die Schüler ziehen mit einer Kamera los und machen eine Foto-Story, die die Entstehung von Gewalt zeigt. Viele spielerische Dinge, die ein Bewusstsein für Konflikte schaffen sollen und vor allem dafür, wie man sie friedlich und gemeinschaftlich lösen kann.

„Das ist zunächst mal ein Testballon, der aber auch ein fester Bestandteil in unserer Jahresplanung werden könnte“, sagt Koervers. Die Eltern sind bei dem Ganzen übrigens nicht mit im Boot. Ganz ohne sie funktioniert Prävention freilich nicht – doch das lässt die Pädagogin allenfalls durchblicken.

Was sie nicht sagt: Es gab mal andere Zeiten. Da war das Entwickeln sozialer Kompetenzen vor allem auf das Elternhaus verlagert.

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