Nordkreis - Katzen dürfen nicht geschossen werden. Oder doch?

Katzen dürfen nicht geschossen werden. Oder doch?

Von: vm
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Nordkreis. Dürfen Jäger auf Katzen schießen oder nicht? Die jüngste Novelle des nordrhein-westfälischen Jagdrechts vom 29. Mai dieses Jahres hatte die Liste der Tiere, die geschossen werden dürfen, von 100 auf 29 gekürzt. Katzen fielen darunter. Eigentlich. Doch jetzt herrscht Verunsicherung.

NRW-Umweltminister Johannes Remmel hat in einer Reaktion auf eine FDP-Anfrage eine Hintertür geöffnet und es im Grunde den Kreisen und kreisfreien Städten überlassen, wie sie mit dem Thema verfahren. „Zur dauerhaften Sicherung der biologischen Vielfalt“ dürften diese Ausnahmegenehmigungen erteilen, so Remmel. Damit schiebt er den Kommunen den Schwarzen Peter zu.

Die Städteregion Aachen teilte auf Anfrage dieser Zeitung mit, dass sie keine Ausnahmen erteilen werde. „Wir halten uns an das geltende Gesetz“, sagte Pressesprecher Robert Flader. Für Günther Plum, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Aachen Stadt und Land, kann das auch so bleiben, „aber dann ist die Politik gefragt, zu gewährleisten, Bodenbrüter zu schützen.“

Schnepfen, Lerchen, Rebhühner und Fasane seien willkommene Objekte für streunende Katzen, erläutert Plum. Und dann wird er sehr deutlich: „Nur, dass das kein Missverständnis ist: Es macht keinen Spaß, auf Katzen zu schießen, und Katzen gehören auch nicht ins Beutespektrum von Jägern.“ Er habe in seiner 30-jährigen Zeit als Jäger drei Katzen geschossen, alle hätten einen stark verwilderten Eindruck gemacht.

Im vergangenen Jagdjahr sollen es NRW-weit insgesamt rund 7600 Tiere gewesen sein. Es galt: Halten sich Katzen 200 Meter von der Bebauungsgrenze entfernt auf, dürfen sie abgeschossen werden.

„Es kommt immer auf das Jagdrevier an“, so Plum. Im Niederwildrevier, mit besagten Bodenbrütern und Hasen, sei die Notwendigkeit größer als in Hochwildrevieren. Und auch diese Feststellung sei ihm wichtig: Die Jäger seien die einzigen, die sich um das Problem gekümmert hätten. „Für uns ist das ein notwendiges Übel, zum Wohle des Artenschutzes.“

Marder und Füchse stellten ebenso eine Gefahr für Bodenbrüter dar. Und auch hier hat sich die Gesetzgebung geändert: Die sogenannte Baujagd ist verboten. Jagdhunde – in dem Fall Dackel – in den Bau zu schicken und den Fuchs so vor die Flinte der Jäger zu treiben, ist nicht mehr erlaubt.

Natürliche Feinde – Uhu, Luchs, Wolf – hat der Fuchs kaum. „Die Fuchspopulation wird also steigen, das ist sicher“, sagt Plum. Bislang habe er jedes Jahr 20 Füchse geschossen. Auch hier bestehe Handlungsbedarf.

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