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Kastrationspflicht für freilaufende Katzen

Von: bea
Letzte Aktualisierung:
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Auch in Herzogenrath gilt jetzt: Freilaufende Katzen müssen kastriert werden. Foto: dpa

Herzogenrath. In der Rodastadt ist es jetzt amtlich: Freilaufende Katzen müssen kastriert werden.

Zwar hatte CDU-Fraktionschef Reimund Billmann nochmals versucht, mit Verweis auf die Zuständigkeit der Städteregion zu intervenieren, ergänzt durch den von SPD-Ratsherr Bruno Barth als „einfach nur lächerlich” beurteilten Einwurf, ob man die künftige Entwicklung der Mäusepopulation denn noch im Blick habe?

„Wir sollten handeln”

Doch auch die FDP hat sich mittlerweile eine klare Meinung pro Geburtenkontrolle gebildet. Ratsherr Christoph Pontzen führte aus, dass es in erster Linie um die überhand nehmende Vermehrung von Hauskatzen gehe, die wiederum zu einer gesteigerten Abgabe von Jungtieren im Tierheim führe: „Wir sollten handeln, wenn von hier ein Hilferuf kommt.” Und Grünen-Ratsherr Dr. Bernd Fasel führte vor Augen: „Ich will gar nicht wissen, wie viele Tiere ertränkt, erschlagen oder einfach weggeworfen werden.”

Während der Verwaltungsvorstand nochmals auf die anderslautende Rechtsauffassung des Städte- und Gemeindebundes hinwies, votierten alle außer CDU und Bürgermeister für die Ergänzung der ordnungsbehördlichen Verordnung im Paragraph zehn „Tiere” samt Kennzeichnungspflicht der kastrierten Vierbeiner.

Von der Katze auf den Hund kam dann Grünen-Vize-Bürgermeisterin Anne Fink: Seit geraumer Zeit schon fehlten in den „Robidog”-Hundeklos die passenden Tüten. Mit der bei der Verwaltung erfragten Info, Hundebesitzer seien laut ordnungsbehördlicher Verordnung schließlich zur Mitnahme von Tüten gegen unsaubere Folgen beim Gassigang verpflichtet, wollte sie sich nicht zufrieden geben.

Die Öffentlichkeit hätte über diese Änderung der Verfahrensweise informiert werden müssen, führte die Stadtverordnete zudem Farbe (dunkel = undurchsichtig = ästhetischer) und Reißfestigkeit der Robidog-Beutel ins Feld. Nicht, ohne einen Antrag der Grünen zum Thema anzukündigen.

Der zuständige Dezernent Rüdiger Staron verkniff es sich nicht, neben dem Hinweis auf die Gassi-Tüten-Pflicht festzustellen, dass sich manche Hundebesitzer in der Vergangenheit offenbar allzu reichlich an Robidog-Beuteln bedient hätten, will heißen: Sie seien stets sofort vergriffen gewesen.

Plötzlich zehn Prozent mehr

Erfreuliches zum Thema Hund hatte Kämmerer Detlef Zähringer beizutragen: Seit der jüngst abgeschlossenen Hundebestandsaufnahme gebe es „plötzlich” zehn Prozent Hunde mehr im Stadtgebiet als zuvor. Des Kämmerers Köder für Herrchen und Frauchen, der Anmeldepflicht auch nachzukommen: ein Zehnerpack (Hundekot-)Beutel, artgerecht in einem Knochen verpackt, als Belohnung für den Gang zum Amt.

Auch Grünen-Sprecher Folker Moschel hatte das Thema verinnerlicht - mit Blick auf die seiner Auffassung nach zu schlecht gepflegten Hundetoiletten, vor allem die an der Halde Wilsberg hatte er im Blick: „Ich würde als Hund auch nicht dort hingehen!”
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