Alsdorf - Karl von Monschau auf „Hausbesuch“ im Schaffrathhaus

Karl von Monschau auf „Hausbesuch“ im Schaffrathhaus

Von: mabie
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Runde Sache: Der Aachener Künstler Karl von Monschau stellt ab kommenden Sonntag seine Werke im Schaffrathhaus aus. Foto: Markus Bienwald

Alsdorf. Für Karl von Monschau ist der anstehende „Hausbesuch“ im Alsdorfer Schaffrathhaus nicht bloß eine weitere Ausstellung. „Ich mache quasi jetzt den Gegenbesuch“, sagt er bei einem exklusiven Vorabblick unserer Zeitung auf die Bilderschau.

Das kann er, der 1944 mitten in der Kriegsevakuierung auf Burg Monschau als Karl H. Winter geborene Künstler, mit Fug und Recht behaupten.

Denn in den 1970er Jahren kam Ludwig Schaffrath ins Atelier des in Aachen tätigen Künstlers. „Ich kannte ihn damals persönlich gar nicht“, erinnert sich Karl zurück. Arbeiten auf Papier und Leinwand sind nun im Haus des verstorbenen Künstlers Schaffrath zu sehen, die graphisch und formell einen Blick in die Vergangenheit und auf die Zukunft von Karls künstlerischem Schaffen gestatten. So hat er beispielsweise schon 1997 das Werk „The French Letter“ geschaffen. „Ausgestellt habe ich es nie, aber in diesem Jahr hatte ich die Idee zu einer Überarbeitung, und so kann ich es in Alsdorf erstmals zeigen“, freut sich Karl von Monschau.

Wie Jackson Pollock

Wie ein simpler Roller im Stile Jackson Pollocks aussehen könnte, zeigt er auf einem älteren Werk, aber auch eher konzeptionelle Kunst ist vertreten. Dazu passt das Schwarze Quadrat von Kasimir Malewitsch, das in diesem Jahr vor 100 Jahren erstmals in Petersburg zu sehen war. Karl von Monschau adaptierte die Idee des schwarzen Quadrats, setzte sie aber nicht nur in verschiedenen Kantenlängen auf erdfarbigen bis roten Farbtönen gleich in einer ganzen Bilderserie um.

Die damals erstmals verwandte „Petersburger Hängung“, bei der Bilder besonders eng gereiht werden, will er mit einigen noch in den Ausstellungsräumen unterzubringenden Details übrigens noch ein wenig karikieren. Karl von Monschau schuf gleichzeitig Kunst, die auf die Kunst selbst blickt, in dem er ein implodiertes schwarzes Quadrat schuf, bei dem sich die in vielen Bildern zu findende Kreisform mit tiefem, mattem Schwarz beinahe in der Unendlichkeit verliert.

„Ich wollte nicht einfach nur ein schwarzes Quadrat malen, das kann doch jeder“, meint der bald 71-Jährige augenzwinkernd beim Gang durch die exzellent aufbereitete Ausstellung. Das mit den bald 71 Jahren ist übrigens auch eine Sache, die für Karl am Vernissagesonntag eine Rolle spielt, denn schließlich vollendet er dann sein 70. Lebensjahr.

Unbefangen und frei

Unbefangen und frei wirkt Karl, wenn er durch die mit eigenen Stellwänden bestückte Ausstellung spaziert. Die eigenen Wände sind auch so ein Merkmal der Ausstellungen des rührigen Künstlers: denn durch das tiefe Grau finden seine Bilder an genau der Stelle den Kontrast, den sie brauchen, um auf die Betrachter maximal zu wirken.

„Und ich konnte dadurch mehr Bilder unterbringen, als sie bei den wenigen Wänden im Schaffrathhaus möglich wären“, schließt er. Eine Kritik ist das sicherlich nicht, nur rein pragmatisch, um dem Ausstellungsbesucher die Chance zu geben, möglichst viele Facetten aus dem reichen Künstlerleben zu bieten, das Karl im zarten Alter von 21 Jahren mit einem eigenen Atelier auf der Aachener Monheimsallee begann.

An Farben laben

So können sich die Besucher nun an Farben wie auch an tiefem Schwarz laben, und sich vielleicht an der Technik nicht sattsehen, die zuweilen durch stetes Drehen und Wenden des Bildes oder den vielfachen und auch abgewaschenen Farbauftrag manchen Werken eine durch die veränderte Oberflächenstruktur des Trägermaterials noch mehr dreidimensionale Tiefe gibt. Und wenn der Künstler anwesend ist, so wie im Atelier, wo er ein riesiges Werk mit den gern genutzten Landoltringen – die sonst bei Sehtests zum Einsatz kommen – bearbeitet, bekommt man einen Eindruck davon, wie tief die Kunst in diesem Mann verwurzelt ist.

„Genau dieses Werk, auf dem man stehen kann, war letztens noch Grundlage für ein paar wundervolle Fotos, die ein Mann bei der Ausstellung gemacht hat“, erzählt Karl. Und gleichzeitig freut er sich, dass seine Kunst wiederum zur Kunst werden kann, und in solchen Momenten scheint er auch nach mehr als 50 Jahren im Kunstbetrieb noch lange nicht müde zu sein, etwas zu schaffen. Dass er wegen der Landoltringe mal als „Herr der Ringe“ bezeichnet wurde, ficht ihn zwar kaum an, aber es scheint ihn ein wenig zu ärgern. „Ich lasse mich nicht gerne festlegen“, sagt er, „aber trotzdem mache ich noch gerne jeden Tag Kreisflächen.“ So schließt sich mit dem „Hausbesuch“ im Schaffrathhaus auch künstlerisch ein Kreis.

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