Karl Peters: Ausstellung gleicht einem fotografischen Tagebuch

Von: Nina Krüsmann
Letzte Aktualisierung:
14061544.jpg
Stellt beim Forum für Kunst und Kultur im Eurodebahnhof aus: Karl Peters – passend zur Fünften Jahreszeit – mit seinem Werk von der Basler Fasnacht aus dem Jahr 1977. Foto: Nina Krüsmann

Herzogenrath. „Es kommt auf den richtigen Augenblick an, in dem man abdrückt, das dauert manchmal ganz schön lange“, erzählt Karl Peters. Er ist passionierter Fotograf, ja Fotokünstler. Für jedes seiner Werke wendet er die Zeit auf, die es braucht. „Manchmal hat man aber auch ganz schön Glück und erwischt einfach den richtigen Moment“, betont der 79-Jährige. Seine aktuelle Ausstellung im Forum für Kunst und Kultur in Herzogenrath im Eurodebahnhof ist wie ein fotografisches Tagebuch. Zu sehen sind in einem Raum seine Examensarbeiten von 1966, im anderen Erinnerungen an Reisen in die USA nach New York und Beverly Hills.

„,Karl Peters – Fotografie‘. Hinter diesem bescheiden klingenden Titel verbirgt sich ein ganzes, der Fotografie gewidmetes Leben“, erklärt Kunsthistoriker Dr. Josef Gülpers, der die Einführung zur Vernissage hielt.

Peters‘ Werk beginnt mit Fotos aus den frühen 60er Jahren. Jahre, in denen sich erst allmählich die Fotografie als Hilfsmittel für Maler und Bildhauer zu lösen vermochte und sich als eigenständige Kunstrichtung emanzipierte.

Peters, der bei Otto Steinert in Essen an der Folkwang-Schule Visuelle Kommunikation und Fotografie studierte, zeigt in Herzogenrath nicht nur eine Palette aus 40 Jahren Fotografie, sondern auch die verschiedensten Themenbereiche und Techniken. „Nach seinem Studium erhielt er eine Anstellung als Fotograf und Bildstellenleiter im Forschungszentrum Jülich.

Dieser Beruf versetzte ihn in die Lage, den Spagat zwischen seiner professionellen Tätigkeit als Fotograf und seinen künstlerischen Ambitionen zu schlagen. Fotos, die zahlreiche Preise errangen, in einschlägigen Auktionshäusern gefragt sind und hohe Preise erzielen“, erklärt Gülpers. Peters habe sich bereits als Junge mit dem elterlichen Fotoapparat auf Motivsuche begeben, schon in diesen Jahren Ausstellungen mit seinen Fotografien bestückt und Preise eingeheimst.

„Spannendes Leben“

„Er lebt ein überaus interessantes und spannendes Leben“, stellt Gülpers fest. In Düren geboren, lernte Peters zunächst ein Handwerk. Seine Eltern betrieben ein Lederwarengeschäft, das er eines Tages weiterführen sollte. Nach seiner Zeit bei der Marine der Bundeswehr, zog es Peters aber in die Welt hinaus. Zwei Jahre fuhr er auf Handelsschiffen durch die Weltmeere, mit Autos und Bananen beladen.

Dann arbeitete er zwei Jahre im elterlichen Geschäft. Er merkte aber, dass er anders berufen ist, studierte ab 1963 an der Essener Folkwangschule Otto Steinert Visuelle Kommunikation und Fotografie. Während des Studiums reiste er achtmal nach Spanien, um den berühmten Stierlauf von Pamplona zu fotografieren – seine Abschlussarbeit bei Otto Steinert, für die er eine Eins erhielt.

Nicht minder faszinierten ihn später die Wolkenkratzer in New York, insbesondere das damalige World Trade Center. „Und auch hier habe ich Stunden verbracht, um die Hochhäuser mal vor blauem Himmel und mal bei Bewölkung zu fotografieren – denn es sind ja Wolkenkratzer“, erklärt Peters schmunzelnd. Und passend zur Fünften Jahreszeit ist auch sein Werk von der Basler Fasnacht aus dem Jahr 1977 zu sehen.

Die Schau ist bis Sonntag, 26. März, dienstags bis samstags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert