Kampfabstimmung ist bei der CDU vom Tisch

Von: ehg
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Würselen. 24 Stunden vor der Wahl des neuen Vorsitzenden des CDU-Stadtverbandes siegte doch noch die Vernunft. Unter den kritischen Augen des Vorsitzenden des Ortsverbandes Würselen, Manfred Wirtz, verständigten sich die beiden Kontrahenten, der bisherige Amtsinhaber Hans-Josef Bülles, und der Bewerber Balthasar Tirtey, in einem Vier-Augen-Gespräch und steckten darin ihre Strategien für die gemeinsame Arbeit in einem neuen Vorstand ab.

Damit war die befürchtete Kampfabstimmung vom Tisch. Hans-Josef Bülles wurde mit einer dicken Mehrheit für weitere zwei Jahre in seinem Amt bestätigt. Kreisvorsitzender Axel Wirtz (MdL) gratulierte ihm nicht nur zu seiner Wiederwahl, sondern auch zur Verleihung des Bundesdienstkreuzes: „Mit Deinem gesellschaftlichen ehrenamtlichen Engagement bist Du ein leuchtendes Beispiel für junge Leute.“

Wirtz dankte allen Mitgliedern vor Ort, die sich in den verflossenen beiden Jahren parteipolitisch engagiert hätten. Mahnte gleichzeitig aber auch zur Geschlossenheit. Denn: „Die Bürger müssen uns Christdemokraten zutrauen, dass wird die akuten und die Probleme der Zukunft meistern können.“

Bei den Bundestagswahlen am 22. September seinen Wahlkreis wieder direkt holen zu wollen, versicherte Kandidat Helmut Brandt (Alsdorf). Er hoffe, dass er sich bei diesem Bemühen wieder auf die Würselener Christdemokraten verlassen könne. Angesichts der Zypernkrise stellte er klar: Jedes Land sei für die Sicherung der Einlagen selbst zuständig. „Wir werden keine Haftung für andere Länder übernehmen. Wir werden alles tun, unsere Bürger vor Zugriffen auf Eigenanteilen zu schützen.“

Die CDU habe in den letzten beiden Jahren Höhen und Tiefen erlebt, blickte Vorsitzender Bülles nur zurück. Der einzige Lichtblick in 2012 sei gewesen, dass Hendrik Schmitz (Baesweiler) über die Reserveliste in den Landtag gekommen sei. „Es ist gut, dass wir ein direktes Sprachrohr in Düsseldorf haben.“ Viel Arbeit sei in den nächsten zwei Jahren zu leisten. „Es liegt in unserer Hand, was in der Kommune, im Bund und in Europa in Zukunft an Politik gemacht wird.“

Er räumte aber auch ein, dass die Bürger mehr als bisher in die politische Arbeit eingebunden werden müssen. Dass die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt werden müsse, unterstrich Tirtey nach seiner Wahl zum stellvertretenden Vorsitzenden. Neben ihm hatte die Versammlung Erich Benatzky ebenfalls zum Stellvertreter gewählt. Über die Arbeit des Vorstandes legte die alte und neue Geschäftsführerin Josefine Lohmann Rechenschaft ab.

Wie sie wurde auch Schatzmeister Joseph Bongard für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt. Die Kassenprüfer Alexander Eck und Thomas Havers attestierten ihm eine exakte Kassenführung, so dass die Entlastung reine Formsache war. Schließlich wurden noch zehn Beisitzer gewählt: Manfred Wirtz, Gottfried Kern, Marita Krauthausen, Josef Aretz, Herbert Kaussen-Lingens, Guido Benend, Gudrun Ritzen, Dirk Nehr, Hans-Peter Drabent und Christian Spoo.

„Wir müssen die politische Botschaft der Christdemokraten mehr noch als bisher nach draußen tragen“, meldete sich Landtagsabgeordneter Hendrik Schmitz zu Wort. Als Opposition wolle die CDU-Fraktion die rot-grüne Regierung unter Hannelore Kraft kritisch begleiten.

Obwohl NRW die höchsten Steuereinnahmen in Deutschland zu verzeichnen hätten, würden immer mehr Schulden angehäuft, hielt Schmitz der Mehrheit im Landtag vor. Der Finanzminister sei dreimal in Folge vom Oberverwaltungsgericht gerügt worden, mehr Schulden gemacht zu haben, als er laut Verfassung gedurft hätte. „Wenn wir noch mehr Schulden anhäufen, werden wir in NRW bald handlungsunfähig sein“, betonte Schmitz. Deshalb wolle die CDU-Opposition Schulden abbauen. Damit rannte er bei seinen Würselener Parteifreunden offene Türen ein.

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