Kammermusik aus Frankreich bei „Pius am Mittwoch“

Von: ehg
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Pius am Mittwoch mit „Vive la France“: Musik aus Frankreich mit Jonas Seeberg, Violoncello und Wouter Bergenhuizen, Klavier. Foto: Sevenich

Würselen. Bis auf zwei rühmliche Ausnahmen wurde in der jüngsten „Pius am Mittwoch“-Veranstaltung unter dem Titel „Vive la France“ anspruchsvolle Kammermusik aus Frankreich vom Barock bis zur Gegenwart geboten.

Dazu konnte Sprecher Hans-Günter Leuchter zwei exzellente Musiker begrüßen, den in Marburg geborenen Violincellisten Jonas Seeberg und den niederländischen Pianisten Wouter Bergenhuizen, der 1988 in Maastricht als Sohn einer Musikerfamilie das Licht der Welt erblickte.

Musikalisch überzeugend zu Werke ging ein in sich fein abgestimmtes und eingespieltes Duo, das mit seiner Musik die Konzertbesucher hellauf begeisterte. Zunächst machten Jonas Seeberg, der als Solocellist schon in vielen europäischen Orchestern auftrat, und Wouter Bergenhuizen, der seit 2001 Dozent am Konservatorium Amsterdam tätig ist, ihr Publikum mit dem französischen Barock-Komponisten Marin Marais bekannt.

Dieser spielte unter anderem am Hofe Ludwig XIV. auf. Virtuos und „tänzerisch“ setzte sich das Duo mit dessen Komposition „La Folia“ ins Szene. Mit der dreisätzigen Sonate a-moll des deutschen Romantikers Franz Schubert entpuppte sich das Duo als großartige Meister ihres Faches, voller kammermusikalischer Virtuosität. Emotionen wurden subtil geweckt. Die Besucher geizten nicht mit donnerndem Beifall. Dann ein Sprung zur zeitgenössischen französischen Musik.

Dabei knüpfte das Duo an die voraufgegangenen gestalterischen Fähigkeiten ausdrucksstark an. Zu Gehör brachte es „Louange à l'Éternité“ von Olivier Messiaen, der seine musikalische Ausbildung am Pariser Konservatorium erhielt und anschließend bedeutende Komponisten des 20. Jahrhunderts ausbildete. Ein zeitgenössischer Kontrapunkt zu Schuberts Meisterwerk. Als wunderschönes Beispiel für die französische Romantik boten die hochkarätigen Musiker die Sonate für Violoncello und Klavier mit den Sätzen „Prologue“ und „Sérénade et Final“ von Claude Debussy dar.

Das Publikum war entzückt von dem grandiosen Vortrag. Einen brillanten und gleichermaßen temperamentvollen Schlusspunkt setzte das Duo mit dem von Wouter Bergenhuizen arrangierten „Libertango“ des zeitgenössischen argentinischen Komponisten Astor Piazzolla, der bekanntlich den Tango Nuevo kreierte. Am Ende verabschiedeten sich zwei Ausnahmemusiker, die sich gesucht und gefunden haben. Was die einhellige Meinung des von deren musikalischen Künste faszinierten Publikums war, das den hohen Kunstgenuss noch lange in bester Erinnerung behalten wird.

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