Würselen - Kalkhaldenpark: Grüne Pausenplätze mitten in der Stadt

Kalkhaldenpark: Grüne Pausenplätze mitten in der Stadt

Von: Georg Pinzek
Letzte Aktualisierung:
Kalkhalde
Ein Ort zum Entspannen: Der Kalkhaldenpark in der Würselener Innenstadt lädt zum Verweilen ein. Foto: Georg Pinzek

Würselen. So richtig ins Herz geschlossen haben viele Würselener ihren Kalkhaldenpark im Herzen der Stadt wohl eher nicht. Doch der Aufstieg auf die Plateaus lohnt sich. Von oben hat man eine schöne Sicht auf die Haldenlandschaft in der Region.

2,3 Millionen Euro kostete das Euregionale-2008-Projekt. 1,85 Millionen Euro hat das Land NRW zur Realisierung des Bausteins der Grünmetropole beigesteuert, um industrielle Folgelandschaften in Szene zu setzen. Den restlichen Teil der Finanzierung hat die Stadt Würselen als Besitzer des Parks übernommen.

Kritiker beklagten wiederholt die Ausgaben als Verschwendung, an ihrer Spitze der Bund der Steuerzahler. Initiatoren und Befürworter im Rathaus sahen darin aber eine Chance, die ohnehin zu sichernden Kalkhalden im Stadtbild aufzuwerten. Zweifellos wäre die Ansiedlung des benachbarten großen Seniorenparks nicht erfolgt, wenn das Umfeld vor fünf Jahren nicht verbessert worden wäre.

Den Auftrag, den Park zu gestalten, erhielten die renommierten Landschaftsarchitekten von WES & Partner in Hamburg, die Anlagen und Gärten in einigen deutschen Großstädten oder auch in Abu Dhabi gebaut haben. Die Neugestaltung des Berliner Alexanderplatzes entstammt ebenso aus diesem Kreativbüro.

Über die Brachflächen hatten sich Planer ihre Gedanken gemacht: „In welcher Stadt gibt es so merkwürdige Halden, gleich hinter den Häusern der Haupteinkaufsstraße – mitten in der Stadt?“ Sie seien wie eine Pause in der Stadt, die bislang eigentlich nicht wahrgenommen werde. Unter der Federführung von Professor Hinnerk Wehberg von WES & Partner sollten sie „zum selbstbewussten Bestandteil des überregionalen Parkkonzeptes der Euregionale 2008 und zu einer markanten Koordinate und zu einem wichtigen Anziehungspunkt der Region werden“.

Die Halden sollten als Aussichtsplattformen mit Blick in die Region und auf die Stadt Besucher locken, zu kleinen aber feinen touristischen Zielpunkten werden. Dazu wurden Treppen und Stege aus Stahlgitterrost auf der 14 Meter hohen, kleineren Halde angelegt, am Haldenfuß wurde eine Teichanlage gebaut und die große Halde mit einer gut begehbaren Rampe und Sitzstufen ausgestattet.

Der Dreiecksplatz sollte zum Dreh- und Angelpunkt des neuen Quartiers werden, genügend Raum für städtische Feste, sportliche Events und kulturelle Veranstaltungen bieten. Doch die Fläche blieb weitgehend ungenutzt. Das Eröffnungsfest wurde dort gefeiert, ein Trödelmarkt fand nur mäßige Besucherresonanz, zweimal stellten Jungenspiele ihr Festzelt auf. Spötter sehen in dem im Sommer staubigen und im Winter matschigen Platz eine triste überbreite Wegeverbindung von der Innenstadt zum Recker-Park.


Pläne, auf dem Platz Blumenbeete anzulegen, scheiterten wegen unklarer Urheberrechtsfragen und nicht zuletzt aufgrund der Folgekosten. Der Planer warb vehement darum, den Dreiecksplatz so zu erhalten und dem Konzept weiterhin eine Chance zu geben.


Ein echter Knackpunkt: Bedauerlicherweise mussten die Haldenaufgänge wegen Vandalismusschäden in den vergangenen Jahren oft monatelang gesperrt werden. Edelstahlnetze an Treppen und Stegen wurden laufend demontiert. Die Sturzsicherungen wurden daraufhin verstärkt. Sitzstufen und Betonrand der Teichanlage wurden immer wieder mit Farbe verschmiert und im Wasser landete jede Menge Müll. Obendrein wurden viele Fische in dem Becken ausgesetzt.

Eine Pumpe im Dauerbetrieb regelt jetzt die Sauerstoffzufuhr, damit die Bewohner des Teichs nicht qualvoll verenden. Bei einer Aktion wurden zuvor sogar einmal 40 Kilogramm toter Fisch aus dem Teich geholt. So mancher, dem die Pflege des Aquariums offenbar zu zeitaufwendig oder zu teuer wurde, „entsorgte“ die Fische dort, auch Karpfen tummeln sich heute in dem Gewässer.


Fertig ist der Park übrigens noch nicht: Bänke und Abfallkörbe sollen in Kürze noch aufgestellt werden. Das ist längst überfällig. Die Wege auf der großen Halde sollen ohne größeren Aufwand noch hergerichtet werden, wenn die Singer-Höfe realisiert werden. Große hölzerne Liegestühle oder gar ein Schmetterlingshaus, wie einst von den Landschaftsarchitekten einmal angedacht, wird es aus Kostengründen nicht geben. Aber auch ohne teure Möblierung lohnt sich der Aufstieg allemal. 


Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert