Kalkhaldenpark: Erneut Vandalismus und Fischwilderei

Von: Karl Stüber
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Fahrwasser mit Problemen: Hajo Sauren von der Interessengemeinschaft Modellfreunde Würselen lässt nicht nur Boote fahren... Foto: Karl Stüber
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...sondern holt regelmäßig – wie auch Heinz Walkenhorst – Müll aus dem Weiher am Kalkhaldenpark in Würselen. Foto: Karl Stüber

Würselen. Gerne nutzen die Mitglieder der Interessengemeinschaft Modellfreunde Würselen den Teich am Kalkenhaldenpark, um sonntags ab 10.30 Uhr Schiffsmodelle per Fernsteuerung über das ruhige Gewässer zu steuern. Das ist so mit der Stadt Würselen abgesprochen. Am vergangenen Sonntag hatten die flotten Bootskörper indes traurige Konkurrenz bekommen.

Zwei tote Hechte trieben im Wasser, wie Modellbaufan Heinz Walkenhorst unserer Zeitung mitteilte. Mitglieder der IG holten die Kadaver heraus. „Erst dachten wir, das Wasser wäre gekippt und es hätte Fischsterben eingesetzt. Aber die Hechte hatten noch Angelschnur im Maul und waren offenbar bei dem Versuch, sie zu angeln, verendet“, sagt Walkenhorst.

Hajo Sauren ergänzt: „Solche Schnüre werden von Hechten glatt durchgebissen, aber die Angelhaken bleiben im Maul.“ Ein klarer Fall von Fischwilderei, denn Angeln ist an dieser Stelle nicht erlaubt. Auch nicht das Aussetzen von Fischen, wie es leider immer wieder vorkommt.

Der Vorfall wurde der Stadt Würselen gemeldet, und Mitarbeiter der Kommunalen Dienstleistungsbetriebe (KDW) rückten an, um die beiden Kadaver ordnungsgemäß zu beseitigen.

Was zusätzlich durch mutwillige Zerstörung angerichtet wurde, müssen die Modellfreunde in Eigenregie reparieren. Das Fahrwasser für ihre Boote macht gut zwei Drittel der Wasserfläche aus. Der Rest ist durch ins Wasser gelegte Holzpfosten abgesperrt, die miteinander verbunden sind. Dort können sich so Wasserpflanzen entfalten. Diese Abtrennung wurde zum Teil demoliert. Mindestens ein Pfosten der Barriere wurde entwendet.

Vandalismus und schlechte Gewässergüte sind immer wieder mal Thema gewesen. Zuletzt war es ruhig um den Weiher im Kalkhaldenpark geworden. Aber die Ruhe ist leider trügerisch.

In regelmäßigen Abständen holen die Mitglieder der IG Müll und jede Menge Flaschen aus dem Wasser. Zudem werden Lebensmittel beseitigt. „Wir haben da schon ganze Brote gefunden“, sagt Walkenhorst. Das Füttern von Enten ist untersagt. Aber das Verbot wirkt offenbar nicht.

Durch ihr Engagement tragen die Modellbootbauer erheblich dazu bei, dass das Gewässer dennoch nicht erneut kippt. Das beruht auf einer Grünpatenschaft, die im August mit der Stadt Würselen geschlossen wurde. Die IG holt in Abständen den Müll aus dem Teich, dafür haben die Modellboote sonntags freie Fahrt. So sind beide Seiten zufrieden.

Das gilt leider auch für Ratten, die durch das Fehlverhalten Uneinsichtiger immer wieder Müll und Futter, das in den Weiher geworfen wird, angelockt werden. Selbst tagsüber lassen die Nager sich blicken.

Dabei könnte der Weiher zusammen mit dem Kalkhaldenpark und dem angrenzenden Campagnatico-Platz eine echte Idylle sein. Aber leider werden auch schon am helllichten Tag Menschen am Rande der Gesellschaft von dem Ort angezogen, die ihr Bier trinken – und mehr. Oft bleibt das Leergut stehen oder landet im Wasser.

Und bei Einbruch der Dunkelheit geht es richtig los, wie die beiden Modellbaufans berichten. „Wir finden da auch immer wieder Tütchen“, vermutet Walkenhorst, dass dort Haschisch konsumiert wird. Offenbar ist der Bereich auch eine Anlaufstelle für Rauschgiftkonsumenten.

Auf Nachfrage unserer Zeitung machte sich der Sprecher der Stadt Würselen, Bernd Schaffrath, kundig. In der Tat wurden von der KDW zwei tote Fische dort abgeholt. Seitens des Ordnungsamts heißt es: „Eine Zunahme an Vandalismus und Verschmutzung ist nicht festzustellen.

Es befinden sich zwar Essensreste und auch andere Abfälle im Gewässer, aber nachdem in den vergangenen Jahren dort eine komplette Edelstahltreppenanlage geklaut worden war, die Edelstahlgitternetze permanent zerstört und geklaut wurden und Einkaufswagen sowie ein Motor-Roller aus dem Teich entfernt wurden, ist die Verschmutzung derzeit auf einem ‚normal hohen‘ Niveau und nicht außergewöhnlich“, heißt es in der Stellungnahme der Kommune.

Beim Ordnungsamt würden keinerlei Beschwerden vorliegen. Aus diesem Grunde sei die „Örtlichkeit“ bislang auch nicht Teil des zweimal wöchentlich stattfindenden, abendlichen Präsenzdienstes innerhalb des Stadtgebietes gewesen. Es habe lediglich einmal Beschwerden über unbefugtes Grillen gegeben – dies aber von der gegenüberliegenden Seite, dem Platz auf der Kalkhalde.

Ob das nun anders wird?

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