Kaiser Karls Ehefrau Fastrada hält Einzug ins Haus Kaisersruh

Von: -ks-
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Umbau und Erweiterung: Die Arbeiten am ehemaligen Herrenhaus „Gut Kaisersruh“ schreiten zügig voran. Nun soll dort ein Weg in Fastradaallee umbenannt werden. Foto: Karl Stüber

Würselen. Die Arbeiten am vormaligen Herrenhaus Kaisersruh an der Stadtgrenze zu Aachen laufen auf vollen Touren. Der Unternehmer Franz-Josef Neumetzler, der das Anwesen gekauft hatte, lässt dort eines der Wohn- und Bürogebäudekomplexe in Absprache mit der Denkmalbehörde errichten.

Zum Start der Arbeiten war die Rede von einer Bausumme in Höhe von rund 6,5 Millionen Euro und einer Bauzeit von rund zwei Jahren. 40 Parkplätze sollen angelegt werden.

In seiner Sitzung am Dienstag wird sich der Würselener Stadtrat mit einem anderen Aspekt der Neunutzung der lange leerstehenden Immobilie befassen, Beginn 18 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses, Morlaixplatz. Es geht um die Umbenennung der an Kaisersruh befindlichen Kütgensallee in Fastradaallee.

Keine Anwohner betroffen

Im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau hat sich der Bauherr ohnehin per Vertrag zur Herstellung der Erschließung des Grundstücks, sprich zum Ausbau des Weges verpflichtet, ruft die Stadtverwaltung in Erinnerung. Im Zuge der Vereinbarung sei auch bereits der Wunsch berücksichtigt worden, besagten Weg, also die Kütgensallee, in Fastradaallee umzubenennen. Es bedurfte nur noch des förmlichen Verfahrens und des zu fassenden Ratsbeschlusses, dies auch umzusetzen.

Laut Stadt Würselen gibt es keine allgemein verbindlichen Regelungen, die dieser Umbenennung entgegenstehen. Anlieger hätten zwar „kein subjektives Recht darauf“, dass eine bestimmte Benennung einer Straße erhalten bleibt, wohl aber darauf, dass die Stadt bei ihrer Ermessensentscheidung „die belastenden Folgen für die Anwohner mit einbezieht“. Dabei geht es hauptsächlich um den Kostenaufwand für die erforderlichen Adressänderungen gegenüber Arbeitgebern, Banken oder Versicherungen und im persönlichen Umfeld (Briefköpfe, Stempel etc.).

Das dürfte im vorliegenden Fall kein Problem sein, denn hinter dem Gebäudekomplex beginnt sogleich ein Naturschutzgebiet. Es gibt dort keine weiteren Gebäude oder Anwohner. Fuchs, Igel und Co. dürften wohl keine Einwände gegen die Umbenennung erheben.

Aber wer war oder ist Fastrada heute? Die Umbenennung weist aktuell auf Neumetzlers Family Office GmbH „Fastrada“ hin – und auf das Haus „Fastrada“ in Aachen. Hierbei ist das ehemalige Versorgungsamt an der Schenkendorfstraße in eine Wohnanlage umgebaut worden. Namenspatin ist die vierte Ehefrau Karls des Großen: Fastrada (765 bis 794).

Im Oktober 783, nach dem Tod seiner dritten Frau Hildegard, heiratete Karl Fastrada, mit der er zwei Töchter hatte. Fastrada gilt als die Gründerin der Abtei Münsterschwarzach. Die kränkliche Fastrada starb während der Synode von Frankfurt und wurde im Stift St. Alban vor Mainz beigesetzt, hat die Stadt Würselen aufgelistet.

Und da es gerade um die historische Einordnung von Kaisersruh geht: Beim Aachener Kongress 1818 befassten sich Russland, Österreich, Preußen und Großbritannien mit Napoleon. Kerngedanke der Heiligen Allianz war die Sicherung eines „Ewigen Friedens“ durch konsequente Selbstverpflichtung aller europäischen Monarchen auf die Grundsätze der christlichen Nächstenliebe.

Während dieses Kongresses soll der russische Zar Alexander das Herrenhaus Kaisersruh besucht haben, worauf der Name „Gut Kaisersruh“ zurückgeht.

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