Kaffeepause für guten Zweck einlegen

Von: Fenja Ermsch
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Hannelore Edl (r.) und Monika Hummel (2.v.r.) schenken neben Kaffee und Tee auch Saft aus Fairem Handel aus. Die Coffee-Stop-Aktion vom Hilfswerk Misereor fand bei vielen Passanten großen Anklang, einige waren auch nur deswegen auf den Marktplatz gekommen. Foto: Fenja Ermsch

Herzogenrath. „Kaffee to go” ist der umgangssprachliche und eingedeutschte Begriff für das Heißgetränk in Pappbechern für unterwegs. Abgeleitet aus dem englischsprachigen „coffee to go”, also Kaffe zum mitnehmen, ist die ursprünglich amerikanischen Variante bei uns Deutschen ebenso beliebt wie ein Eis im Sommer.

„Eine Tasse Kaffee ist schnell genossen. Dabei weiß man aber oft gar nicht, was eigentlich dahinter steckt”, erzählt Martina Welz, ehrenamtliche Bibliothekarin in der katholischen öffentlichen Bücherei St. Katharina (KÖB). Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen beteiligt sich die KÖB an der Aktion „Coffee-Stop” des Hilfswerk Misereor.

Faier gehandelte Produkte

Die Idee dahinter ist simpel: Kaffee, Tee und Saft wird an Passanten ausgeschenkt, die dafür nicht zahlen, aber eine freiwillige Spende in die dafür bereitgestellte Box werfen können.

Eine Pause einlegen und dabei einen Kaffee trinken - das kommt vielen Besuchern gerade recht. Unterstützt wird die KÖB bei ihrer Aktion vom Sachausschuss Mission, Entwicklung und Frieden (MEF), die ausschließlich Produkte der „Fair Trade Company” „Gepa” ausschenkt.

Hannelore Edl und Monika Hummel haben bereits kurz nach der Eröffnung des kleinen Standes alle Hände voll zu tun. „Es sind sogar einige gekommen, die von der Aktion in der Zeitung gelesen haben”, freut sich Edl.

Über die freiwilligen Spenden freuen sich Schwache und Benachteiligte, die durch Misereor-Projekte durch Hilfe zur Selbsthilfe unterstützt werden.

So soll erreicht werden, dass die betroffenen Menschen nicht dauerhaft von Beihilfe abhängig sind. Das Hilfswerk berät beispielsweise Kleinbauern, setzt sich für Menschenrechte ein, bildet Jugendliche aus und unterstützt Kleingewerbe.

Seit 1958 konnten so über 94.500 Projekte in Afrika, Asien, Lateinamerika und Ozeanien gefördert werden.

Mit dem Slogan ihrer Kaffeepause „Gemeinsam Kaffee trinken und dabei die Welt ein Stückchen besser machen” will Misereor die Aufmerksamkeit auf den fairen Handel von Konsumgütern lenken.

Neben der Verbesserung der Lebensbedingungen von Handwerkern und Kleinbauern durch angemessene Preise und Produktberatung erhebt Misereor an sich selbst den Anspruch ungerechte Wirtschaftsstrukturen abzubauen.

Denn bis der Kaffee bei uns in den Läden steht, geschieht viel mit den Früchten, auch Kaffekirchen genannt. Durch körperlich anstrengende Kurbelweise werden sie anfangs vorsichtig von ihrer Hülle getrennt.

Es folgen Waschungen, Sortierungen und Trocknungen der Bohnen, bis sie in Jutesäcke gefüllt werden können. Im Verkaufsland des Kaffees wird dieser weiterverarbeitet.

Die Röstung macht aus dem Rohkaffee erst die Grundlage für ein hocharomatisches Heißgetränk. Bei diesem Vorgang werden in einer chemischen Kettenreaktion die circa 1000 Aromastoffe der Bohnen freigesetzt.

Aufmerksam machen

Den Anspruch zur Aufklärungsarbeit der misslichen Lage der Plantagenbesitzer und -betreiber und deren Mitarbeiter erheben die Mitarbeiter der KÖB jedoch nicht. „Das wäre übertrieben”, meint Welz. „Viel eher wollen wir darauf aufmerksam machen. Die Kaffee-Aktion ist dazu eine hervorragende Gelegenheit und nebenbei von Misereor auch noch hervorragend vorbereitet.” So bekommt man als Interessent im Prinzip eine fertige Anweisungen an die Hand, ein Kaffeepaket mit Bechern und Spendendose kann ebenfalls angefordert werden.

„Auch Privatleute können so mit ihren Nachbarn eine Tasse Kaffee genießen und nebenbei noch etwas Gutes tun”, weiß Martina Welz. Eine Aktion also, mit der jeder ohne großen Aufwand und viel Genuss eine Menge erreichen kann.
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