Käthe-Kollwitz-Schüler verwandeln ihren Raum in ein Kunstatelier

Von: ath
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Die stolzen Künstler der Klasse M4: Sie präsentieren ihre Werke, die für die Ausstellung in der „Villa Herzogenrath” vorgesehen sind. Foto: Andrea Thomas

Herzogenrath. Lars Kaffeetasse bekommt ihren letzten Schliff, Michelle und Clarissa blättern in einem Buch über Acrylmalerei auf der Suche nach einer Idee für ihre Bilder und Ren zeichnet konzentriert an den Ornamenten, die seinen Gecko schmücken. An einer Wand lehnen schon fertige farbenfrohe Bilder zum Trocknen.

In den letzten Tagen ist die Klasse M4 von Stephanie Dollberg immer wieder stundenweise zum Kunstatelier geworden. Die Siebtklässler der Käthe-Kollwitz-Schule Herzogenrath, städtische Förderschule mit Schwerpunkt Lernen, Sprache, emotionale und soziale Entwicklung, dürfen an der Ausstellung zur Eröffnung des Kunst-, Kultur- und Wirtschaftszentrums „Villa Herzogenrath” mitwirken. Hartmut Dammer und seine Frau, Künstlerin Svitlana Bilash, die das Kunstzentrum in der ehemaligen EBV-Villa in Kohlscheid ins Leben gerufen haben, hatten die Schule angesprochen, an einem Kunstprojekt teilzunehmen.

Bilder für Ausstellung

„Wir haben bei uns im Haus schon eine Reihe bildender Künstler. Aber das wird man ja nicht einfach so. Der Weg beginnt schon im Kindergarten und in der Schule”, erläutert Hartmut Dammer. Deshalb hätten sie die Idee gehabt, zur Eröffnung eine Kindertagesstätte und eine Schule in Herzogenrath anzusprechen und mit den entsprechenden Materialien zu versorgen, damit sie jeweils „mindestens zehn Bilder” für die Eröffnungsausstellung beisteuern.

Neben der Käthe-Kollwitz-Schule war das die katholische Kindertagesstätte Mariä Heimsuchung Kohlscheid, die in Tempura und Guache zarte Aquarellbilder gemalt hat, die durch das Hinzufügen von Gewürzen sogar duften.

„Da haben wir nicht lange gezögert”, sagt Jürgen Mohr, Leiter der Käthe-Kollwitz-Schule. Für seine Schüler sei das eine tolle Chance zu zeigen, was sie können. Auch Stephanie Dollberg, deren 14 Schüler die Ehre haben, für ihre Schule mitzumachen, freut sich über die Möglichkeiten, die sich den Jugendlichen bieten. „Gerade im Bereich Kunst entdecke ich Seiten und Talente, die man auf den ersten Blick nicht unbedingt vermutet. Die Bilder sind richtig toll geworden”, lobt sie. Wichtig war dabei auch die freie Motivwahl. „Ich habe beobachtet, dass sie immer wieder Mangas (japanische Comicfiguren, Anm. d. Red.) zeichneten und habe das im Kunstunterricht aufgegriffen. Die Ergebnisse waren so gut, dass wir das auch für die Ausstellung machen wollten”, erzählt sie.

Ein Teil der 12- bis 14-Jährigen hat das auch gemacht, andere haben sich neue Motive überlegt. So ist eine im wahrsten Sinne des Wortes bunte Mischung entstanden. Manga-Figuren mit Haaren in pink und knallgrün lächeln neben Dinos, Geckos, Fischen oder Blumenbildern. Gearbeitet haben die Schüler mit leuchtenden Acrylfarben auf grundierten Holzplatten.

Mit „richtigen Farben” malen

Teilweise haben sie bestimmte Bildelemente aus Pappe ausgeschnitten, bemalt und aufgeklebt, so dass es dreidimensional wirkt. Lars (12) sagt: „So als wäre die Kaffeetasse echt.” Ihm, wie auch den meisten seiner Mitschüler, hat es Spaß gemacht, statt mit Wasserfarben mit „richtigen Farben” zu malen. Christian (13) hat ein Manga-Bild gemalt und malt nun noch weiße Kringel auf dunkelblauen Untergrund, was einfach aussieht, aber Konzentration verlangt. „Ich mache gerne Judo, aber jetzt male ich öfter”, hat er Spaß an der kreativen Arbeit.

Dass man ihre Bilder in einer richtigen Ausstellung bewundern und sogar kaufen kann (der Erlös ist für die Schule vorgesehen), macht die Jugendlichen stolz und ein bisschen unsicher. „Wäre schon toll, wenn jemand es kauft, aber eigentlich hätte ich es auch gerne”, meint Clarissa mit Blick auf ihr Bild.
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