„Kacheln zählen“: Zwölf-Stunden-Schwimmen für guten Zweck

Von: mabie
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Stilistisch perfekt: Auch für die Jugend des HSV ist es Ehrensache, im Sinne des Vereins durch das kühle Nass zu pflügen. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. „Es ist schade, dass hier am alten Freibadstandort, bei solchen Temperaturen, kein Freiluftbetrieb stattfinden kann“: Da war sich Axel Amelung am bisher sonnigsten Sonntag des Jahres ganz sicher. Doch unterm Strich machte ihm das für das Zwölf-Stunden-Schwimmen im Hallenbad Bergerstraße nicht viel aus. „Denn wir haben ein tolles Ergebnis erzielt“, lachte er, „vor allem, was die Sponsoren betrifft, liegen wir in diesem Jahr ganz weit vorn.“

Das Ergebnis, über das sich der Vorsitzende des Herzogenrather Schwimmvereins (HSV) so freut, käme aber auch nicht ohne den freiwilligen und unermüdlichen Einsatz der Vereinsmitglieder zustande. Und natürlich der Schwimmer, die im Vorfeld einen Sponsor für die von ihnen zurückgelegte Strecke suchten, um sich dann ins kühlende Nass auf den fünf Bahnen des Bades zu stürzen.

Morgens um sieben ging es los, da war das Wasser noch ganz glatt. Doch das änderte sich schnell, denn manche gingen die Sache dabei wirklich sportlich an, legten bis zu zwölf Kilometer beim „Kacheln zählen“ zurück, andere glätteten das Adjektiv dieses Tages zu sportiv und machten eher lockere Runden im frischen Wasser des Beckens. „Wichtig ist allerdings, dass das Wasser immer in Bewegung bleibt“, ergänzte Amelung, „denn das gehört seit dem Start unseres Zwölf-Stunden-Schwimmens vor mehr als 20 Jahren zu den Spielregeln.“

Ansonsten galt wie immer, dass jeder mitmachen kann, von Anfänger bis Profi. „Wir hatten heute auch die Mitglieder der DLRG hier, da kochte das Wasser ganz schön“, erinnert sich der erste Schwimmer. Ohne eine ordentliche Buchhaltung ging da natürlich nix. Nicht vergleichbar mit einem normalen Wettkampftag, wo die Schwimmrichter sich immer in Bewegung halten, um Anschläge, Tauchphasen und Zeit zu kontrollieren, nahmen sie heute ganz leger auf einem Gartenstühlchen Platz, um die zurückgelegten Bahnen pro Schwimmer zu dokumentieren.

Unter ihnen war natürlich auch der Vorsitzende Dieter Kreuz, der an diesem Tag ruhig und entspannt seine Bahnen zog, bevor es ihn zum nahen Abenteuerspielplatz und dem Familientag zog. Und auch der Vorsitzende des in der Stadt für den Sport zuständigen Ausschusses, Bruno Barth, war dabei, der ein paar Stunden zuvor schon seine Laufschuhe geschnürt hatte, um seinen Sponsorenlauf um den angrenzenden Weiher zu starten.

„Leider sind wir nur zu zweit gewesen“, blickt Barth zurück, der dennoch auf zwölf Laufkilometer kam, und sich für künftige Auflagen dringend mehr Unterstützung der Läufer wünschte. „Die waren an diesem Vormittag sowieso unterwegs und hätten sich ruhig anschließen können“, fand er.

Sportlich ging es also zu, auch wenn es bei der Halbtages-Sportaktion mehr um das Durchhalten als um das Tempo ging. „Schließlich haben wir ja noch den guten Zweck im Auge“, schließt Axel Amelung. In diesem Jahr wurde nach der Kickerspende 2012 für den Streiffelder Hof wieder eine Jugendeinrichtung bedacht, dieses Mal war der Jugendtreff „Im Bürgerhaus“ in Herzogenrath an der Reihe. Und damit auch diejenigen, die keinen Sponsor gefunden hatten, ihre Kilometer nicht umsonst schwammen, legte der HSV pro gelaufenem oder geschwommenem Kilometer noch 25 Cent auf die Spendensumme obendrauf.

2250 Euro für neuen Beamer

Gefördert wird damit ein neuer Video-Beamer für den Jugendtreff, denn der acht Jahre alte ist nicht mehr fit und technisch nicht mehr auf der Höhe. Zur Aufwertung und zum Erhalt des Kinder- und Jugendkinos wird nun ein neuer angeschafft.

Und mit der Spendensumme in Höhe von 2250 Euro, die noch am Abend an Christian Stankewitz, Leiter des Treffs „Im Bürgerhaus“, übergeben wurde, ist durch den sportlichen Einsatz nun auch die Jugendarbeit in der Stadt um ein Stück reicher geworden. „Und wir haben nun einen neuen Spendenrekord“, stellte Axel Amelung im Beisein von Bürgermeister Christoph von den Driesch mit berechtigtem Stolz fest.

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