Herzogenrath - Kabarettistin Nessi Tausendschön begeistert im „Klösterchen“

Kabarettistin Nessi Tausendschön begeistert im „Klösterchen“

Von: Rebecca Kiljan
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Kabarettistin Nessi Tausendschön liest vor: „Künstlerin wird man durch eine traurige Kindheit. Ich war glücklich, also schlug ich mich.“ Foto: Rebecca Kiljan

Herzogenrath. Mit Witz, Mut und Gesang begeisterte die Kabarettistin und Musikerin Nessi Tausendschön ihr Publikum im Klösterchen in Herzogenrath. Im ausverkauften Saal blieb kein Auge trocken, als Nessi Tausendschön ihr neuestes Programm „Knietief im Paradies“ als Vorpremiere präsentierte. Trotz anfänglicher Aufgeregtheit meisterte sie die mit Bravour und vielen Lachern.

Dabei diente ihr der Regisseur des Stücks, Thomas Köller, als Souffleuse. Musikalisch begleitet wurde Tausendschön von dem Kanadier William Mackenzie. Nessi nahm ihr Publikum mit auf eine musikalisch-kabarettistische Reise auf der Suche nach dem Paradies. „Wir alle suchen das Paradies. Doch wir sehen nur zwei Pole: Knietief in der Scheiße oder mitten im Paradies!“, urteilte Tausendschön über uns Menschen. „Dazwischen kommt nur so etwas wie Abwasch, Schneefall oder Urlaub in Belgien“, legte sie kopfschüttelnd weiter dar.

Dann stellt sie dem geneigten Publikum im „Klösterchen“ das Paradies vor: Es ist ein Garten, in dem es nur Tee mit laktoseintoleranter Milch von melancholischen Kühen gibt. Kleine Nerze tragen Mäntel aus dicken Frauen. Und alle seien im Paradies krank vor Liebe, denn Liebe ist die schlimmste Krankheit: „Immerhin müssen dann direkt zwei Menschen ins Bett!“, scherzte Tausendschön.

Im Paradies gäbe es auch nur eine Partei, die „Humanida“. Und auf bestimmte Getränke, etwa Latte Macchiato, gäbe es einen Mindestpreis. Mit diesen Einnahmen würden Bobby-Cars für die Bundeswehr und Schwimmnudeln für die Marine finanziert. Dann stimmten Tausendschön mit Gesang und William Mackenzie an der Gitarre den Titelsong des gleichnamigen Stücks an „Es ist, wie es ist. Das ist Wirklichkeit, jeden Morgen. Und dabei sind wir doch knietief im Paradies!“

Die Musikerin machte sich mit dem Publikum auf die Suche nach dem Paradies und erörterte, welche Sehnsuchtsorte Mann und Frau haben. Ob es der Baumarkt sei oder gar eine Boutique.

Von Wirklichkeit überholt

Auch die Flüchtlingsthematik ist ein Aspekt in Tausendschöns Stück: „Wir sprechen von Wirtschaftsflüchtlingen, wenn Menschen aus Krisengebieten fliehen. Aber nicht, wenn die Reichen ein Land verlassen und tatsächlich vor der Wirtschaft fliehen.“

Dann bekam auch die Bundeskanzlerin ein Lied auf ihre Kosten gewidmet. Denn Nessi ist es wichtig zu zeigen, „dass die Satire manchmal von der Wirklichkeit überholt wird“.

Tausendschön sang an dem Abend nicht nur, sie spielte auch eine Vielzahl an Instrumenten. Darunter Raritäten wie ein Theremin, ein 1920 erfundenes elektronisches Musikinstrument. Zusätzlich schlüpft sie in andere Rollen, zum Beispiel die von Gaby Pavellka, die ihr eigenes Unternehmen gegründet hat. Mit selbst kreierten Liedern und handverlesener Lyrik untermalte Tausendschön ihr Programm.

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