Kabarettist Volker Diefes begeistert im Streiffelder Hof

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Kniefall vor dem Publikum: Volker Diefes begeisterte in allen Positionen. Foto: Nina Krüsmann

Herzogenrath. „Ich liebe die Nähe zum Publikum“, betonte Volker Diefes begeistert. Und im Jugendtreff Streiffelder Hof in Merkstein war er ganz nah dran an den Menschen. „Hier sitzen echte Menschen. Mit echten Gefühlen, echten Reaktionen und echten Deoproblemen!“

Gerade Vater geworden, komponiert er schon eigene Lieder für den Nachwuchs: „Wir putzen jetzt die Zähnchen, traleralalala.“ Ob er so weichgespült ist, weil es zu viele weibliche Hormone im Bier gibt, fragte er sich. Eines ist klar: „Nach zehn Bier kann man nicht mehr einparken und nach 15 Bier will man alles ausplaudern.“

Nicht nur wortgewandt war Diefes, er konnte auch singen. Und das mitreißend. Zu den Klängen vom Eagles-Welterfolg „Hotel California“ sang er „Herzlich willkommen im Hotel Mama“. Mit Weste, Schlips, Kappe und roten Schuhen bekleidet, brauchte der 1971 in Krefeld geborene Diefes sonst keinerlei Requisiten.

Er schaute genau auf die Entwicklungen der Gegenwart und nahm sie kritisch unter die Lupe. Früher sei ein „coffee to go“ noch eine Thermoskanne gewesen und statt „facebook“ habe man ein Poesiealbum rundgereicht. „Chillen war damals noch Stubenarrest und im Schwarz-Weiß-Fernsehen gab es ganze drei Programme“, zählte Diefes Erinnerungen an die gute alte Zeit auf. Da habe man noch mit dem Festnetz telefoniert, inklusive Kabelsalat und Wählscheibe. „Heute gibt es hunderte Programme, man muss nicht mehr aufstehen um umzuschalten, man wischt und wedelt die Programme einfach weg.“

Auch sonst sei das Leben „leichter“ geworden: Statt aus dem Fenster zu gucken, ob die Sonne scheint, schaut man einfach bei „Wetter.de“ nach... Mit vollem Körpereinsatz war Diefes 90 Minuten zugange, bezog sein Publikum immer wieder mit ein. Das kam super an, die Laune der Zuhörer stieg von Minute zu Minute. Es war ein wahrlich interaktives Kabarettprogramm, das von den Zwischenrufen der Gäste lebte. Besonders kritisierte Diefes den modernen Schönheitswahn. „Echte Bäuche sind angesagt, keine künstlichen Körper“, befand er. Und das Publikum stimmte ihm jubelnd zu.

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