Baesweiler - Kabarettist H.G. Butzko: Finanzramsch und Zinsluder

Kabarettist H.G. Butzko: Finanzramsch und Zinsluder

Von: ger
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Bissig aufs Korn genommen: Kab
Bissig aufs Korn genommen: Kabarettist H.G. Butzko nahm sich die Politik und die Finanzindustrie vor. Foto: Daniel Gerhards

Baesweiler. Blickt eigentlich noch ein Normalbürger durch in der Finanzkrise? Sicher, das ist nicht ganz einfach. Kabarettist H.G. Butzko erklärte dem Publikum im Kulturzentrum Burg Baesweiler im Rahmen der Reihe „Kultur nach 8”, warum die Krise kam und warum auch in Zukunft nichts besser wird.

In seinem Programm „verjubelt” bekommen die Kasinokapitalisten von der Börse und ihre Steigbügelhalter aus der Politik ihr Fett weg - und das auf besonders bissige Weise.

Zum Scheitern verurteilt

Oberzocker ist, so Butzko, Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Der verkündete in der Krise: „Der Steuerzahler muss Bad Banks gründen.” Die sollen dann den Finanzramsch aufkaufen, um die Banken zu retten. Vor dem Kollaps der Finanzwelt habe Ackermann noch das Gegenteil behauptet: „Der Markt regelt alles alleine.” Das könne schon gar nicht funktionieren. Butzkos Beispiel: „Hat ein Bauer schon mal gesehen, dass die Schweine beschließen, den Saustall alleine auszumisten.” Und die Bundeskanzlerin sei dabei Gehilfin der Banken gewesen. Für Angela Merkel ordnete Butzko die Buchstaben im Wort Bundeskanzlerin neu: „Bankenzinsluder.”

Aber wie kommen wir nun wieder raus aus dem Schlamassel? Mit Euro-Bonds, also gemeinsamen Anleihen aller Euro-Staaten, jedenfalls nicht. „Das wollen Mama Merkel und Nicola Sackgesicht nicht.” Sie wollen einen Rettungsschirm. Doch auch der sei zum Scheitern verurteilt. Man müsse es sich so vorstellen, erklärte Butzko in dem ihm eigenen Ruhrpott-Slang: Man dreht den Schirm herum und stellt ihn auf den Boden. Wenn ein Land nicht mehr kann, schmeißt es seine Schulden hinein. Die anderen Staaten übernehmen sie. Das schnürt ohnehin schon verschuldeten Staaten die letzte Luft ab. Und immer mehr Staaten schmeißen ihre Schulden in den Schirm. „Wer jetzt den Sprung in der Schüssel sucht, sollte den nicht im Schirm suchen, sondern bei denen, die sich das ausgedacht haben.” Für Butzko ist klar: „Am Ende retten wir alle.”

Müssen wir alle Schulden übernehmen, so erklärte Butzko mit Wortwitz, dann komme die „Rett-zession”. Klar, die Bundesrepublik - oder besser die Steuerzahler - retten alle. Und da sich sowas nur ein ausgewachsener Depp ausdenken könne, folge darauf die „Depp-ression”.

Keiner hat etwas gelernt

Und immer mischen die Rating-Agenturen fleißig mit. Und auf die könne man sich nun ganz und gar nicht verlassen. „Die Rating-Agenturen werden von den Banken dafür bezahlt, dass sie die Produkte der Banken bewerten.” Und das soll zu einem wertfreien Urteil führen? „Das ist genauso, als würde ein Gebrauchtwagenhändler das Gehalt des TÜV-Prüfers bezahlen, damit der sich das alte Auto mal ganz genau ansieht.” Das habe die Krise mit ausgelöst. Aber keiner habe daraus gelernt. „Heute glauben denen immer noch alle. Dabei weiß man, dass man denen genauso wenig trauen kann wie einem Doktortitel im deutschen Adelsgeschlecht.”
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