Kabarett-Gruppe „Muita Merda“ zieht Politiker kräftig durch den Kakao

Von: jk
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Beim VHS-Kurs zum Kabarett gefunden: Jürgen Jansen (l.) und Kurt Lennartz von der Kabarett-Gruppe „Muita Merda“ traten bei den Naturfreunden Merkstein auf. Foto: Jule Klieser

Herzogenrath. Die Merksteiner Naturfreunde sind ein engagiertes und politisches Völkchen. Bei ihnen stehen neben Wanderungen und Radtouren jede Menge gesellschaftliche Themen auf dem Programm. Jetzt brachte eine Aachener Kabarett-Gruppe mit dem schönen Namen „Muita Merda“ die Besucher des Naturfreundehauses zum Lachen, Schmunzeln, Nachdenken.

„Muita Merda“ heißt nämlich „schöne Scheiße“ und wird unter Theaterleuten in Portugal etwa wie „Hals- und Beinbruch“ benutzt. Jürgen Jansen von der Truppe entdeckte den Ausdruck bei einem Schauspielworkshop in Portugal und fand ihn für das Ensemble, dem kein Thema heilig ist, sehr passend.

Politiker durch den Kakao ziehen, ist eine schöne Beschäftigung, das merkte man dem Trio an – die sechsköpfige Gruppe hatte „nur“ die Hälfte des Personals entsandt. Mit „Erzengel Sigmar, von Freunden Red Bull genannt“, „Thomas, die Mesere“, „Frau von der Leine“ und „Andrea Nahles, Arbeit und Soziales“ hatten die drei die Lacher auf ihrer Seite. Starken Applaus gab’s auch für „unsere Antwort auf Lady Gaga – Lady AA“, eine Angela Merkel-Persiflage zu flotten Rhythmen. Superlustig kam die Moritat „Der kleine Fisch“ mit überraschenden Wendungen rüber.

Erzählt wurde die Geschichte von einem Fisch im Ozean und seine Wandlung zum Fischstäbchen, das am Ende von Helmut Schmidt verspeist wird. Wenn auch das Lachen wegen der radioaktiven Belastung, die dem Altbundeskanzler anscheinend ein so langes Leben beschert, ein wenig im Halse stecken blieb.

In Liedern und schauspielerischen Miniaturen wurde dem Publikum ein Streifzug durch aktuelle Themen und Alltagsmerkwürdigkeiten serviert. Von Atomkraftwerkskatastrophen über Hundehäufchen und Kampfradler ging es über Kapitalismus und „Geld, Gier, Geiz“ bis zu Fracking. Für die Merksteiner Naturfreunde war es der erste Kabarettabend.

Die Aachener Politkabarettisten wurden ausgiebig beklatscht und am Ende gründlich ausgefragt. Die Gruppe war aus einem Volkshochschulkurs hervorgegangen und ist seit vier Jahren mit ihren selbst gedichteten Texten in der Region unterwegs.

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