Jungs müssen mal richtig Dampf ablassen

Von: Daniel Gerhards
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N wie Nico: Der zehnjährige Nico feilt beim Jungentag am Anfangsbuchstaben seines Vornamens herum. Foto: Daniel Gerhards

Herzogenrath. Max und Nico müssen ganz schön mit den weißen Steinen kämpfen. Die beiden Zehnjährigen bearbeiten ihre porösen Y-Tong-Steine mit Säge und Feile. Am Ende sollen eine großes „M” und ein großes „N” für die Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen dabei herauskommen.

Mit 185 anderen Kindern können Max und Nico ihr handwerkliches Geschick jüngst beim Jungentag im Kohlscheider Bürgerhaus auf die Probe stellen.

Nicht nur bauen und basteln dürfen die Jungs zwischen sieben und 13 Jahren. Sie drehen auch einen Zeichentrickfilm, es gibt einen Leseraum und viele naturwissenschaftliche Experimente. „Wir müssen die Jungen dort abholen wo sie sind”, sagt Christian Stankewitz, Pädagoge des Jugendtreffs im Bürgerhaus.

Soll heißen: Den Jungen das anbieten, was sie interessiert. „Es gibt sicher Unterschiede zwischen den Geschlechtern, die muss man anerkennen.” So seien Jungs in ihrem Verhalten wesentlich körperbetonter. „Die haben viel Energie, die sie rauslassen wollen”, sagt Stankewitz.

Nach dem Vulkanausbruch

Die Möglichkeit dazu bekommen sie beim Jungentag. Beim Menschen-Kicker, beim Selbstverteidigungs-Training oder beim Kistenklettern. Um die Jungs auch für „ruhigere” Dinge zu begeistern, sei die gezielte Jungenarbeit sehr wichtig.

„Wenn der Vulkan erst mal ausgebrochen und die Energie raus ist, lassen sich die Jungs auch auf andere Dinge ein”, sagt Stankewitz. „Das funktioniert aber nicht, wenn ein Mädchen daneben steht.” Deshalb sind Max und Nico sind beim Jungentag gerne unter Jungs. „Manchmal braucht man mal einen Tag ohne Mädchen”, sagt Nico.

Nachdem sie beim Menschenkicker ein paar Tore geschossen haben, kommt die Zeit der Handwerker. „Wir arbeiten jetzt schon seit 20 Minuten an den Steinen. Das ist viel Arbeit”, sagt Max. Initiiert wird der Jungentag in Kohlscheid von den Organisationen der Jugendarbeit, der Gleichstellungsstelle, dem Kindergarten in Straß, der Fördergemeinschaft Merksteiner Jugend und den Jugendtreffs im Streiffelder Hof und im Kohlscheider Bürgerhaus.

„Der Jungentag ist das Aushängeschild für unsere Jungenarbeit, aber die geht wesentlich weiter.” Wichtig sei dabei, dass Männer die Betreuung übernehmen. Sie könnten eine Vorbildfunktion einnehmen und eine enge Beziehung zu den Jungs aufbauen. So etwas sei dringend nötig. Denn auch Jungen bedürfen gesonderter Förderung.

„Nachdem Mädchen immer mehr gezielte Förderung erhalten, überflügeln sie die Jungen in vielen Bereichen. Es ist wichtig, dass wir beide Geschlechter fördern. Wir stehen nicht in Konkurrenz zur Mädchenarbeit”, sagt Stankewitz. Währenddessen gibt es in der Küche des Jugendtreffs leckere Hot-Dogs und süße Zuckerwatte. Auch können sich die Jungs am gesunden Obst bedienen. Denn jetzt brauchen sie neue Energie.
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