„Junger Chor“ brilliert in St. Pius X.

Von: ehg
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Starke Stimmen: Der junge Chor Aachen hat unter Leitung Professor Fritz ter Wey rundum überzeugt. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Weil er die Akustik in der Kirche St. Pius X. so schätzt, hat der 1966 von Professor Fritz ter Wey gegründete und bis heute von ihm geleitete „Junge Chor“ Aachen auf Eigeninitiative dort ein weiteres Konzert veranstaltet.

Im Namen des „Pius am Mittwoch“-Teams begrüßte Hans-Günter Leuchter das 23-köpfige Gesangsensemble zu einer „Sommerserenade“ der Extraklasse. Auf höchstem Niveau gab es romantische Chormusik. Mit bis zu achtstimmigem Gesang begeisterten die Gäste aus der Kaiserstadt die unerwartet große Zahl der Besucher. Das Programm war zwei der bedeutendsten der Romantik – Johannes Brahms und Robert Schumann – gewidmet. Beide genießen Weltruhm besonders durch ihre großartige instrumentale, vor allem sinfonische Musik. Dass ihr Schaffen auf dem Feld des Liedes und des Ensemblegesangs von gleichem Rang ist, das belegte der „Junge Chor“ Aachen durch erlesene Beispiele der Vokalkunst.

Facettenreich

Mit dem WDR und anderen Rundfunksendern hat der Chor seit 1968 über 150 – vornehmlich zeitgenössische Kompositionen – „eingespielt“. Eine Reihe zeitgenössischer Komponisten haben für das Aachener Ensemble Stücke geschrieben und ihm die Uraufführung anvertraut. Einen facettenreichen Streifzug unternahm der Chor durch die romantische Welt der Musik der beiden Komponisten, in den er beschwingt mit vier Vokalquartetten („Himmel strahlt so helle“, „Rote Rosenknospen künden“, „Brennnessel steht am Wegesrand“ und „Liebe Schwalbe, kleine Schwalbe“) für gemischten Chor und Klavier einstimmte. Mit fünf Romanzen („Der Wassermann“, „Die Kapelle“, „Das verlassene Mägdlein“, „Der Bleicherin Nachtlied“ und „Tambourinschlägerin“) von Robert Schumann lotete der Dirigent das Potenzial seiner 13 Frauenstimmen in vielen Nuancen aus. Unterschiedliche romantische Stimmungen wurden a cappella eingefangen. Der Frauenchor überzeugte durch subtile Intonation.

Für Abwechslung sorgte der versierte Pianist René Rolle, Musiklehrer und Regionalkantor der Bistumsregion Aachen-Land. Er begleitete nicht nur das Chorensemble, sondern setzte sich mit „Erinnerung“ und „Von fremden Ländern und Menschen“ von Robert Schumann solistisch brillant in Szene. Mit drei Schumann-Terzetten meldete sich der Frauenchor – diesmal mit Klavierbegleitung – zu Wort. A cappella hallte es im Kirchenraum bei vier weltlichen Gesängen für gemischten Chor von Brahms wider.

Höhepunkte

Bei „Waldesnacht“ erreichte das Konzert einen ersten Höhepunkt. Der zweite ließ nicht lange auf sich warten. Achtstimmig brachte ein gebildeter Doppelchor ausgewogen „Zuversicht“ von Robert Schumann zu Gehör. Den Boden musikalisch bestens bereitet hatten mit zwei Schumann-Fantasiestücken im Duett René Rolle und der mit Musikpreisen ausgezeichnete Klarinettist Martin Busch, Lehrer am Heilig-Geist-Gymnasium. In „Zum Schluss“ von Johannes Brahms entfaltete das Ensemble mit Thorsten Krause, ebenfalls Lehrer am Heilig-Geist-Gymnasium, am Flügel seine volle Klangfülle. Die Konzertbesucher geizten nicht mit Beifall. „Waldesnacht“ als Zugabe war Ehrensache. Am morgigen Sonntag, 14. September, erklingt ab 9.05 Uhr als dritter Beitrag in der Sendung „WDR 3 am Sonntagmorgen – Geistliche Musik“ die jüngste Radioproduktion des Aachener Chores.

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