Jungenspiele setzen ein deutliches Zeichen

Von: ro
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Auftritt in der Stadt der Jungenspiele: Auch die Fahnenschwenker aus Oppen-Haal zeigen am Sonntag vor St. Sebastian ihr Können. Foto: M.Roß

Würselen. Zum Auftakt der Würselener Jungenspiele herrschte bereits in allen sechs Festzelten beste Kirmesstimmung. Dies berichteten übereinstimmend die Repräsentanten und vielen Zeltbesucher der Jungenspiele Markt-Preck, Bissen, Oppen-Haal, Scherberg, Morsbach und Schweilbach-Teut.

Nach zwei Nächten, die zumindest in einigen Ortsteilen zum Tag gemacht wurden, folgte am Sonntagmorgen der erste gemeinsame Höhepunkt der Jungenspiele: das große Fahnenschwenken vor der eindrucksvollen Kulisse von St. Sebastian.

Und die Jungenspiele setzten ein beindruckendes Zeichen gegen die Atommeiler in Tihange und Doel. Doch der Reihe nach – den Zuschauern am Markt bot sich erneut ein herrliches Bild, als sich die vielen Pritschenkinder, Fahnenschwenker, Schützengesellschaften, Musikkapellen, die sechs Spielspitzen und mit unzähligen hübschen Maipaaren aus den Würselener „Quartieren“ vor dem Würselener „Dom“ versammeln.

„Dies ist eine fantastische Kulisse“, freute sich der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Würselener Jungenspiele, Hans Maaßen, der gemeinsam mit Bürgermeister Arno Nelles die Spielspitzen – viele in Begleitung ihrer Schützenbruderschaften und -gesellschaften – vorstellte. Würselen bestätigte an diesem Sonntag einmal mehr seinen wohlklingenden Ruf als „Stadt der Jungenspiele“.

Pünktlich zum traditionellen Fahnenschwenken spielte dann zum Glück auch Petrus mit, denn die Regenwolken der Nacht waren endlich verschwunden. Die Fahnenschwenkergruppen der Jungenspiele aus Schweilbach-Teut, Scherberg, Oppen-Haal, Morsbach und Markt-Preck sowie die Elchenrather Fahnenschwenker präsentierten wieder eine super Show. Ein herzlicher Gruß galt auch dem „Vater der Jungenspiele“, Stadtdirektor a.D. Albert Cramer, der gemeinsam mit seiner Frau vom Balkon gegenüber der Kirche aus zuschaute. Derweil filmte der Ehrenvorsitzende der AWJ, Wilhelm Kriescher, das Geschehen mit seiner Kamera.

Die Fahnenschwenkergruppe (FSG) Bissen verzichtete in diesem Jahr auf ihre Fahnenschwenker-Show – stattdessen setzen die „Bissener“ gemeinsam mit allen Würselener Jungenspielen und allen Bürgern mit einer symbolischen Menschenkette ein besonderes Zeichen gegen die Atommeiler in Tihange und Doel, betonte der Vorsitzende der Bissener Fahnenschwenkergruppe und stellvertretende Bürgermeister Hans-Josef Bülles.

Hierzu Bürgermeister Arno Nelles: Dieser Protest gegen Tihange und Doel sei für die Zukunft „unserer Jugend von außerordentlicher Bedeutung“. Seit vielen Jahren werde der „Bröckelreaktor“ wider aller Vernunft betrieben und riskiere so das Leben und die Gesundheit von Millionen Menschen hier in der Region. Nelles spricht unter dem Applaus der Zuschauer an diesem Morgen Klartext: „Wir wollen ein deutliches Zeichen setzen, dass wir nicht akzeptieren, dass unsere Zukunft einfach nur aus materiellen Gründen aufs Spiel gesetzt wird. Heute Nachmittag sind viele Menschen auch aus Würselen unterwegs, die eine Kette bis nach Lüttich bilden, um ein Zeichen in die Welt hinauszutragen. Wir wollen uns hier in Würselen daran beteiligen.“

Die Fahnenschwenker des Jungenspiels Bissen hätten sich deshalb dazu entschlossen, „stellvertretend für alle anderen Jungenspiele und Fahnenschwenker als stummes aber deutlichen Zeichen des Protestes die Fahnen heute still zu halten“. Nelles: „Wir als Jungenspiel, wir als Stadt der Jungenspiele, wir als Menschen, die ein Recht auf eine sichere Zukunft haben, wollen deutlich zeigen: So nicht!“

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