Jungenspiele: Applaus für schweißtreibenden Wettstreit

Von: ehg
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Blau-Rot-Weiß: Die Fahnenschwenker Oppen Haal forderten sich in Würselen gegenseitig heraus. Foto: Wolfgang Sevenich
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Die ersten Akteure des Spektakels: Die Fahnenschwenker aus Scherberg bei beinahe Windstille. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Mit Blitz und Donner, begleitet von einem starken Regenschauer, hatte die große Kirmes in der Stadt der Jungenspiele bei der Eröffnung der Theken in den sechs Festzelten Fahrt aufgenommen. Nach dem stimmungsvollen Eröffnungsball am Samstag lautete die Zwischenbilanz beim farbenprächtigen Fahnenschwenken am nächsten Morgen vor St. Sebastian nur noch: „super!“.

Bürgermeister Arno Nelles war begeistert von der Kirmesstimmung, die ihren ersten Höhepunkt erreicht hatte. Nicht nur ob des tollen Spektakels an den ersten beiden Tagen hatten die Spellsleute allen Grund zu Strahlen. Erst recht, als sich die Sonne mehr und mehr den Weg durch den Hochnebel bahnte und beim Abmarsch die Spiele in ihrem vollen Glanz erstrahlen ließ.

Als erstes kündigte sich von Ferne das Morsbacher-Siedler-Jungenspiel mit Schützenkönig Julian Gehlig die Kaiserstraße hinunter und den Markt hinauf an. Auf den Fuß machte das Jungenspiel Bissen seine Aufwartung. Zügig folgten nacheinander das Schweilbacher-Teuter-Königsspiel mit Schützenkönig Gottfried Pfeiffer und das Scherberger Königsspiel mit dem Schützenkönig Hans-Günter Göttens. Die bunten Regenschirme waren – Gott sei Dank - „nur“ schmückendes Beiwerk.

Oppen-Haal machte beim Aufmarsch nicht zuletzt Staat durch den Spielmannszug Schaufenberg in dessen Outfit. Da fehlte nur noch das Königsspiel Markt-Preck, das den von Vikar Karl-Josef Pütz und Kaplan Dr. Andreas Möhlig gemeinsam zelebrierten traditionellen Gottesdienst im „Dom“ besuchte. Darin stellte der Präsident der St.-Sebastianus-Schützengesellschaft, Hans-Peter Claessen, das neue Silber des Königs Dirk Nehr vor. Eingereiht hatten sich in das Königsspiel die St.-Salmanus-Bogenschützen mit König Peter Reinders.

Auf Wunsch der Spellsleute wurde das Programm gestrafft, so dass sie bereits nach 45 Minuten komprimierter Show wieder in ihre Quartiere zurückkehren konnten. Also begrüßte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Würselener Jungenspiele, Hans Maaßen, kurz und bündig die zahlreich mit vielfältigem klingenden Spiel aufmarschierten Spellsleute, aber auch die nicht minder zahlreich erschienenen Schaulustigen, die sich nach und nach auf dem Marktplatz einstellten.

Einen besonders herzlichen Gruß entbot er dem Hildburghausener Bürgermeister Holger Obst und seiner Ehefrau, Abgeordnete des Landtages in Thüringen, die anlässlich des 25-Jährigen der partnerschaftlichen Beziehungen in der Stadt der Jungenspiele weilten. Bürgermeister Arno Nelles wünschte den Spielen unbeschwerte und erfolgreiche Kirmestage bei den Umzügen und auf den sechs Zelten. Und Stadtdirektor a. D. Albert Cramer, der Ehrenpritschenmeister des Morsbacher-Siedler-Königsspiels, drückte ihnen am Rande des bunten Fahnenreigens feste die Daumen, dass der Wettergott auch weiterhin ein Einsehen haben möge.

Als erste Akteure ließen die Fahnenschwenker aus „Scherberg“ ihre Fahnen unter optimalen Bedingungen – es war fast windstill – durch die laue Morgenluft wandern.

Sein „Goldenes“ als Fahnenschwenker feierte Heinz Paffen an der Seite seines Bruder Ralf. Erst einmal präsentierte das Morsbacher-Siedler-Königsspiel nach dem Sprichwort „Früh übt sich, wer ein Meister werden will“ seinen Nachwuchs, bevor bei der zweiten älteren Formation die Tücher kreuz und quer über die Köpfe hinweg ihre Bahnen zogen. Dabei entstanden immer wieder neue beindruckende Bilder.

Mädchen und Jungen setzten sich beim Schweilber-Teuter Königsspiel – mit akrobatischen Einlagen – prächtig in Szene. Mit „O when the Saints go marching in“ gaben die „Trommelaere van Herle“ im Frank-Sinatra-Stil den Ton an. Weit in den Himmel hinein „schossen“ die jungen Akteure von Markt-Preck ihre Jungenspiel-Tücher. Auch sie rührten die Werbetrommel für ihre Shows am Abend auf den Zelten.

Ob der gebotenen Leistungen applaudierten sich die Fahnenschwenker gegenseitig. Unter „Brasil“-Klängen zogen die Elchenrather Fahnenschwenker in der Regie von Willi Hendriks eine fetzige Show ab. Dass das Elchenrather Jungenspiel immer noch lebt, dafür legten sie beredt Zeugnis ab. Die Bissener Akteure stellten ihr Können unter Beweis, indem sie zwei Fahnen gleichzeitig schwenkten.

Schließlich waren da noch die zehn „Spezialisten“ von Oppen-Haal mit zwei unterschiedlichen Fahnen in Blau-Rot-Weiß. Nach dem Motto „Rinnen muss der Schweiß“ entwarfen sie eine Figur nach der anderen. Dabei forderten sie sich gegenseitig heraus. Die einhellige Meinung: „Das hat richtig Spaß gemacht!“

Als der Vorsitzende des Kulturausschusses, Hans-Josef Bülles, zwischendurch den Blick gen Himmel warf, konstatierte er voller Freude: „Das haben die Mädchen und Jungen verdient!“ Und AWJ-Vorsitzender Hans Maaßen lud „in der Zeit“ zum kühlen Bier gegen den Nachdurst auf die Zelte ein. In der Hoffnung, dass auch beim großen Festzug die Sonne scheinen möge.

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