Jungen Eltern mehr Kompetenz vermitteln

Von: ehg
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Würselen. Um den steigenden Fallzahlen und den erheblich gestiegenen Kosten bei den Hilfen zur Erziehung entgegenzuwirken, hat das Gemeindeprüfungsamt Würselen einen Ausbau der präventiven Maßnahmen empfohlen. Ein erster Schritt soll das Angebot eines Elterntrainings sein.

Denn die Hauptursache für die Entstehung der Hilfe zur Erziehung ist in einer oft von Unsicherheit geprägten oder unzureichenden Erziehungstätigkeit der Eltern zu suchen. Deshalb hat eine eingerichtete Steuerungsgruppe im ersten Schritt des Ausbaus der präventiven Angebote den Fokus auf die frühzeitige Förderung der Elternkompetenz gerichtet.

Im Bereich der Kindertageseinrichtungen hat sich das Projekt „Familie und Nachbarschaft” (FuN) in vielen Kommunen bewährt. Um es flächendeckend in Würselen anbieten zu können, wurde allen Trägern vom Jugendamt das Angebot gemacht, Mitarbeiterinnen aus ihren Einrichtungen an einer für sie kostenlosen Schulung teilnehmen zu lassen. So haben 16 Mitarbeiterinnen aus neun Einrichtungen im Stadtgebiet und vier Mitarbeiter aus dem Allgemeinen Sozialen Dienst des Jugendamtes im Frühjahr an einer Qualifizierung teilgenommen.

Das Elterntraining wird von Mitarbeiterinnen der jeweiligen Kindertageseinrichtungen und des Jugendamtes gemeinsam durchgeführt, erst nur im Evangelischen Familienzentrum an der Grevenberger Straße. Seit September sind die ersten FuN-Elternkurse in den Kindertageseinrichtungen angelaufen. Für die Familienzentren ist eine ergänzende Ausbildung für das Angebot FuN-Baby geplant. Zielgruppe sind Eltern von Kindern bis zu zwei Jahren.

Das Elterntraining EASI wird mittlerweile durch eine externe Fachkraft an allen Grundschulen im Stadtgebiet angeboten. Für die weiterführenden Schulen ist ein spezielles Elterntraining „Die Gesetze des Schulerfolgs” konzipiert worden, das bislang an der Realschule zweimal ebenfalls über externe Fachkräfte offeriert worden ist. Es steht - so das Jugendamt in seinem Sachstandsbericht - eine Überprüfung an, dieses Training auch für Eltern der Hauptschule und der Gymnasien aufzulegen. Für die Albert-Schweitzer-Schule soll dann ebenfalls noch ein geeignetes Elterntraining konzipiert werden.

Die Teilnehmer an den Elterntrainings werden meist von den Schulen beziehungsweise Kindertageseinrichtungen angesprochen. Es werden aber auch zunehmend Eltern auf Empfehlung des Jugendamtes nach erfolgter Beratung zur Teilnahme in diese Trainings vermittelt.

Ein weiteres präventives Angebot wird jetzt an den Grundschulen eingerichtet. Hier finden kurzfristig Beratungszeiten von Mitarbeitern des Allgemeinen Sozialen Dienstes statt. Diese sind für Eltern und Lehrer gedacht, um kurzfristig und niederschwellig erste Hilfestellungen zu geben. Für die vielfältigen präventiven Maßnahmen stehen im Haushalt insgesamt 90 000 Euro zur Verfügung.

Dass auch von den Freien Trägern auf diesem Feld wertvolle präventive Arbeit geleistet werde, rief der Vorsitzende des Kinderschutzbundes, Dr. Anton Gülpen, ins Bewusstsein. Um die Aktivitäten besser koordinieren zu können, brachte er den Aufbau eines Netzwerkes in Gespräch. Damit stieß er sowohl beim Ausschuss als auch bei Fachbereichsleiter Herbert Zierden offene Türen ein. Dass die präventiven Maßnahmen noch besser als bisher vernetzt werden sollen, daran ließ er keine Zweifel aufkommen. Dazu die Vorsitzende des Ausschusses, Eva-Maria Voigt-Küppers (MdL): „Wir müssen viele Wege einschlagen, um zu einem optimalen Ergebnis gelangen zu können.”
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