Junge Botschafter der Stadt und des Landes

Von: eli
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Schulische und städtische Unt
Schulische und städtische Unterstützung: Die ist für die Lehrerinnen Ute Kesselheim (2.v.l.) und Ilse Schaffer (mitte) sowie Schulleiter Wilhelm Merschen (2.v.r.) ebenso wichtig wie für die Schüler Julia Tran, Gabriel Gessner, Lisa Henche, Dilan Özdemir und Lena Kirfel (v.l.). Foto: Elisa Zander

Baesweiler. Wenn Julia Tran von ihren Tagen in Montesson erzählt, erinnert sie sich vor allem gerne an die vielen schönen Momente mit ihrer Gastfamilie. Und ihre Eindrücke, die sie während ihres Praktikums in einem Restaurant sammeln konnte. „Man erlebt den anderen Lebensstil, bekommt Einblicke.”

Sie ist eine von sechs Pennälern des Baesweiler Gymnasiums, die im vergangenen Jahr ein Betriebspraktikum im französischen Montesson absolvierten.

1990 wurde die Städtepartnerschaft zwischen den beiden Städten besiegelt, seit zehn Jahren fahren jährlich Baesweiler Französischschüler des Abschlussjahrgangs für eine Woche nach Frankreich. Die Idee war 2003 im Leistungskurs Französisch entstanden, als die Frage aufkam, wie das Erlernte in die Praxis umgesetzt werden kann. „Ein Schüleraustausch war nicht möglich, weil keine Schulpartnerschaft vorhanden war”, erinnert sich Ilse Schaffer.

Betriebliche Kooperationen

So suchte die Schule städtische Unterstützung, worauf betriebliche Kooperationen mit dem Gymnasium entstanden. Bis heute erhält die Schule finanzielle Unterstützung von der Stadt. „Wir wollen viele Gelegenheiten bieten”, betont Bürgermeister Dr. Willi Linkens, „um gegenseitige Besuche zu ermöglichen.”

Die zehn Jahre Betriebspraktikum in Montesson sind für die verantwortlichen Lehrerinnen Ute Kesselheim und Ilse Schaffer ein Anlass zurückzublicken. 89 Schülerinnen und Schüler der jeweiligen Abschlussklassen haben seit Beginn der Kooperation teilgenommen. Die Praktikumsstellen sowie die Gastfamilien werden vom Partnerschaftskomitee aus Montesson gesucht. „Sie zeigen ein sehr großes Engagement”, lobt Ilse Schaffer. „Wir erleben französische Freundschaft hautnah.” Dass der Austausch den weiteren Lebensweg der Pennäler durchaus beeinflussen kann, zeigt sich immer wieder. „Erstaunlich viele arbeiten frankophon weiter”, erzählt Ute Kesselheim. Die beiden Französischlehrerinnen legen Wert darauf, dass die ausgewählten Schüler sprachliche Sicherheit, Offenheit und Zuverlässigkeit mitbringen. Sie sollen sich schließlich alleine zurecht finden können, denn: „Ein Praktikum ist nicht so behütet, wie ein normaler Austausch.” An freien Tagen unternimmt die Gruppe gemeinsam Ausflüge; 2009 nahm sie etwa an den französischen Feierlichkeiten zum Waffenstillstand 1918 am Arc de Triomphe teil.

„Der Praktikumsaustausch ist zu einer Institution geworden”, zieht Ilse Schaffer ein Resümee.

Jeder Schüler kann von eigenen Anekdoten und Eindrücken berichten - und in einem decken sich alle Meinungen: Die Gastfamilien sind durchweg warmherzig, das Arbeitsklima entspannt und der aufgebrachte Mut, sich dieser Herausforderung zu stellen, hat sich gelohnt. „Das sind Erfahrungen, die einem keiner mehr nehmen kann”, sagt Lisa Henche.

Sprachliche Kompetenz ist dabei für alle ein Gewinn. Viele Gastfamilien sind beeindruckt von den Französischkenntnissen. Das bedeutet für Schulleiter Wilhelm Merschen „dass wir insgesamt stolz sein können, wie in Deutschland Fremdsprachenunterricht vermittelt wird”. Und so sind die Schüler mehr als einwöchige Betriebspraktikanten, findet Ilse Schaffer: „Sie werden in dieser Zeit zu Botschaftern der Stadt und des Landes.”
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