Jugendtreff: Lernen, wie man Konflikte lösen kann

Von: nt
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Bei Sport und Spielen mit ihren Betreuern Bernhard Schnell (l.), Martin Krombholz (r.) und dem Streetwork-Praktikanten Lars Kämmerling (3.v.r.) stärken die Jungen Maurice Laffien (2.vl.), Joel Cormans (3.v.l.) und Christian Schuster (2.v.r.) ihr Teamgefühl, das Selbstvertrauen und lernen ihre eigenen Grenzen und die der anderen kennen. Foto: Nadine Tocay

Alsdorf. Lernen wie man mit Gleichaltrigen und Autoritätspersonen umgeht, einfach mal über die eigenen Gefühle reden können, toben und spielen – das alles steht auf dem Programm, wenn die Jungengruppe „Soziale Gruppenarbeit“ ein Mal pro Woche im Städtischen Kinder- und Jugendtreff in Mariadorf zusammenkommt.

Acht Jungen im Alter von elf und zwölf Jahren nehmen an dem fünfmonatigen Projekt, das jährlich im Winter startet, teil. Es ist ein Angebot der Katholischen Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche in Kooperation mit dem Alsdorfer Jugendamt. Geleitet wird es von dem Sozialarbeiter Hartmut Krombholz und dem Familientherapeuten Bernhard Schnell.

„An dem Projekt nehmen Jungs teil, die nichts mit ihrer Freizeit anzufangen wissen, die sich zurückziehen und oft aggressiv reagieren“, erklärt Schnell. Häufig wüssten die Eltern nicht, wie sie in solchen Situationen reagieren sollten.

Schwächen akzeptieren

Die Gründe für dieses Verhalten sind vielfältig. „Manchmal kommen die Jungs nicht damit klar, wenn sich Familienkonstellationen ändern, Mutter oder Vater einen neuen Partner haben oder ein Elternteil erkrankt“, sagt Schnell. Gelegentlich gäbe es jedoch auch keine Vorbelastung. In der Gruppe lernen die Jungen dann unter Gleichaltrigen, wie sie mit ihren Gefühlen umgehen können. „Sie können hier sein, wie sie wirklich sind, ohne erhobenen Zeigefinger“, betont Krombholz. Dabei wolle man die Stärken der Kinder in den Vordergrund setzen und diese fördern.

Sie lernen aber auch ihre Schwächen zu akzeptieren. Bei den Jungen, die mitten in der Pubertät sind, stehe oft das Nähe-Distanz-Verhältnis im Mittelpunkt. „Sie lernen hier, dass es okay ist, wenn ich jemanden nicht näher an mich heranlassen will“, erläutert der Sozialarbeiter. Bei gezielten Vertrauensübungen, Kooperationsspielen und Sport stärken sie ihr Teamgefühl. „Am Anfang haben wir in einer Stunde alle Beleidigungen, die wir kennen, auf ein Blatt geschrieben. So haben wir gelernt, dass es nicht nett ist, wenn wir uns so oft beleidigen“, erzählt der Teilnehmer Joel Cormans.

Neben dem Sozialkompetenztraining ist auch Erlebnispädagogik Teil des Programms. Dazu fuhr die ganze Gruppe für ein Wochenende gemeinsam auf eine Abschlussfahrt in die Eifel. Dort machten sie Stockbrot und erkundeten den Wald. Mit der Zeit fingen die Jungen an, sich zu öffnen, erzählt Krombholz. „Wenn sie Probleme haben, kommen sie zu uns. Das ist sehr wichtig. Und unsere oberste Regel lautet: Verschwiegenheit.“

Auch die Familie wird mit ins Boot geholt. Während des Projektes gibt es unter anderem zwei Elternabende und ein abschließendes Feedback-Gespräch. „Bei den Gesprächen wird jedoch nichts angesprochen, bei dem wir nicht ausdrücklich das Einverständnis der Jungs bekommen haben“, versichert Schnell. Er freue sich besonders darüber, wenn auch Teilnehmer von früheren Programmen bei Problemen seine Hilfe suchten. „Das zeigt, dass die Hemmschwelle gesunken ist und sie Vertrauen gefasst haben“, findet er.

Mehr Informationen über die Arbeit in der Jungengruppe und zu weiteren Angeboten gibt es bei Hartmut Krombholz telefonisch unter Telefon 02404/5995920, und Bernhard Schnell unter Telefon 02404/599930.

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