Jugendliche reklamieren Plätze in der Stadt für sich

Von: Georg Pinzek
Letzte Aktualisierung:

Würselen. Das Würselener Jugendamt hat ein neues Konzept für die städtische Jugendarbeit im Rathaus präsentiert. Um Bedarf und Bedürfnissen der Jugendlichen gerecht werden zu können, liegt dem Papier eine Umfrage zugrunde, die an weiterführenden Schulen gemacht wurde.

183 Jugendliche – vorwiegend im Alter zwischen 12 und 17 Jahren – nahmen daran teil. Angemahnt wurde besonders, dass Jugendliche keine öffentlichen Plätze beanspruchen können und sie daher eher auf ungeeignete Räume wie Parkplätze, Tiefgaragen, Tankstellen, Schulhöfe und Spielplätze ausweichen müssen. Dort entstünden häufig Konflikte.

Mit Konflikten verbunden

Auch das ist bemerkenswert: Der Sportbegriff wird von Jugendlichen heutzutage anders ausgelegt und erweitert. Häufig werde Sport mit Freunden getrieben, abseits der Vereinsstrukturen. Beispielsweise werde Fußball bis in den späten Abend hinein gespielt, was an dafür nicht geeigneten Orten ebenfalls mit Konflikten verbunden sei. Auf dem Sportgelände Lehnstraße gebe es keine ausreichende Beleuchtung, und der Zugang ist nicht uneingeschränkt möglich. Sitzmöglichkeiten und ein Witterungsschutz fehlen. Bei der Skateanlage im Stadtgarten werden ebenfalls Sitzmöglichkeiten und eine Beleuchtung angemahnt.

Häufig werde auf eher ungeeignete Plätze wie dem Eingangsbereich der Sparkasse und dem Morlaixplatz ausgewichen. Neue Sportarten wie Parcour, Trailbike, und Slackline finden immer mehr Anhänger. Klassische Sportarten wie Schwimmen, Kampfsport und Tanzen seien weiterhin sehr beliebt, jedoch für viele Jugendliche nicht erschwinglich. Kommerzielle Anbieter (Fitness-Studios, Soccer-Hallen, Bubble-Tea-Cafès) würden die veränderten Bedürfnisse der Jugendlichen aufgreifen und weckten damit neue Begehrlichkeiten. Ein gefährlicher Trend: Immer mehr Spielhallen in Würselen würden den Besuchern freie Getränke und Snacks anbieten.

Die Befragung der Jugendlichen zeigte aber auch, dass Soziale Netzwerke für Jugendliche eine Parallelgesellschaft öffnen, die es nicht mehr nötig erscheinen lasse, sich real zu treffen.

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