Jugendliche in Herzogenrath schreiten zur Probeabstimmung

Von: mabie
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Bild und Ton stimmen: Bei „Das Geht!“ in Herzogenrath war wieder ein Video-Workshop am Start, der auch die Meinungen der Jugendlichen abfragte. Foto: Markus Bienwald
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Politik zum Mitmachen: Nicht nur digital, sondern auch analog konnten die Jugendlichen ihre Meinungen und Wünsche niederschreiben. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Zettel, Stift und Box: Mehr brauchte Adrian Erkens vom Jugendbeirat der Stadt Herzogenrath nicht, um im Garten des Soziokulturellen Zentrums Klösterchen in Merkstein viel herumzukommen.

Der 15-Jährige sammelte mit diesen einfachen Zutaten die Wünsche der 90 jungen Menschen ein, die sich hier im Rahmen des städteregionalen Projektes „Das geht!“ versammelten, um den Markt der Möglichkeiten zu testen. Und einen konkreten Wunsch, den er den in Wahlzeiten natürlich auch den hier präsenten Kommunalpolitikern mit auf den Weg gab, hatte er natürlich auch: „Der Weg zur Skaterbahn in Merkstein ist ziemlich kaputt, das muss repariert werden“, sagte er. Natürlich landete dieser Wunsch mit vielen anderen, etwa mehr Treffpunkte für junge Menschen in Roda, im zur Wunschbox umfunktionierten Schuhkarton. Diese kleine Kiste war aber nur ein Teil des von den Jugendlichen in enger Zusammenarbeit mit der Städteregion Aachen erarbeiteten Angebots.

Viele Stände auf dem Markt der Möglichkeiten gehörten politischen Parteien, ihren nahestehenden Institutionen und der Städteregion. Im „Funsit“ der offenen Jugendarbeit in der Stadt Herzogenrath war die Chance, dieses Mobil auf Basis eines Ford Transit auf Herz und Nieren zu testen und auch Leckereien nicht nur der einheimischen Küche standen zum Verzehr bereit.

Ein paar Schritte weiter, am Stand der Jugendorganisation „Die Falken“ gab es ebenfalls süße Leckereien. Allerdings nicht ohne Hintergedanken: Denn eine echte Wahlurne, wie sie auch am 25. Mai zum Einsatz kommen wird, und eine – gleichfalls von der Stadtverwaltung Herzogenrath ausgeliehene – Wahlkabine kamen hier zum Einsatz, damit die jungen Menschen einmal auf Probe wählen konnten. Hinter der Aktion steckten Falken-Projekt-Koordinatorin Beate Kuhn und die 19-jährige Filiz Duman, die möglichst realistische Wahlbedingungen für diejenigen schaffen wollte, die am kommenden Sonntag das erste Mal ihre Kreuzchen machen dürfen. „Das war ganz schön viel Arbeit“, gestand Filiz, die als FSJlerin einen ganzen Monat damit verbrachte, das gesamte Material für diese Wahl auf Probe vorzubereiten.

„Wir haben überall Muster von Wahlbögen angefragt, was sich im Nachhinein als der langwierigste Punkt herausstellte“, berichtet Beate Kuhn. Herausgekommen sind Infobroschüren für die drei Kommunen Alsdorf, Baesweiler und Herzogenrath, von denen die rote, die für Roda, vor allem beim Aktionstag am Klösterchen wegging wie warme Semmeln. „Wählen ist für Erstwähler am einfachsten zu verstehen, wenn sie nur die für ihre Kommune entsprechenden Infos bekommen“, erklärte Filiz den Aufwand.

Die Chance zur Wahl auf Probe nutzten die jungen Menschen. Spitzenreiter bei dieser natürlich nicht repräsentativen Abstimmung war die SPD mit fünf Stimmen, dahinter kamen die Piraten mit zwei, jeweils eine Stimme entfiel auf Bündnis 90/Die Grünen, FDP, Linke, die AfD und die Tierschutzpartei. Ein Ergebnis, dass sicherlich auch die Parteivertreter neugierig machte, die bei dieser Halbzeitveranstaltung des Projekts „Das Geht!“ in den Modellkommunen Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler, Herzogenrath und Stolberg abschließend mit den Jugendlichen diskutierten. „Dass junge Menschen wählen wollen, zeigt auch das Beispiel eines jungen Mannes, der immer wieder bei mir anrief, weil er noch keine Wahlbeteiligung bekommen hatte, aber unbedingt wählen gehen will“, erzählte Beate Kuhn am Rande.

Abgerundet wurde das Angebot der „Falken“ noch durch ein Wahlquiz, an dem spaßeshalber auch ältere Semester ihr Wissen testeten. Ihren Bedarf und ihr Interesse, sich mit politischen Themen auseinanderzusetzen, konnten die Jugendlichen aber nicht nur beim „Markt der Möglichkeiten“ befriedigen. Workshops standen auch auf dem Programm, dabei ging es beispielsweise mit Ute Hein von der Konrad-Adenauer-Stiftung darum, wie auch junge Menschen in Herzogenrath mitmischen können.

Georg Helmes vom Informationstechnik-Dienstleister regio IT setzte sich und die Jugendlichen intensiv mit dem Thema Datenschutz auseinander. Amin Saleh brachte mit seinen Kursteilnehmern politischen Wünsche und Forderungen in vier gemeinsam erarbeiteten und selbst gerappten Zeilen auf den Punkt.

„Und Action!“ hieß es schließlich mit Kevin Ramolla, der mit seiner Truppe für eine filmische Begleitung des Angebots sorgte und alles in Bild und Ton festhielt, was an diesem Tag im Klösterchen abging. Das war so viel, dass Steffen Mingenbach, „Das-geht!“-Koordinator der Städteregion Aachen, schon am Mittag sehr zufrieden war. „Qualität zeichnet sich nicht durch Quantität aus“, sagte er und freute sich, dass auch bei den räumlich etwas engeren Gegebenheiten im Klösterchen viel Bewegung und Interesse unter den Teilnehmern zu spüren war.

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