Jugendliche helfen vom Taifun Betroffenen

Von: mabie
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Auch äußerlich auf die Aktion aufmerksam machen: Die Buttons tragen dazu bei. Und sie sind schwer nachgefragt, wie hier in einer Pause im Eingangsbereich der Schule. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Initiative ist der Anfang aller Hilfe. Das wissen auch Julia Woronowicz, Melissa Gladisch und Lena Segtrob. Die drei jungen Damen von der Europaschule in Herzogenrath sind Teil einer eigenen Hilfsaktion für die Opfer des Taifuns Haiyan, der auf den Philippinen sprachlos machende Schäden hinterließ.

„Wir haben uns entschieden, etwas zu tun, weil es viele Menschen gibt, die einfach um ihr Überleben kämpfen müssen“, sagt die 15-jährige Julia. Dabei zeigt sie stolz auf ihren knallorangen Button mit der Aufschrift „Wir helfen – Auch Ihr könnt es!“ Der bunte Knopf zum Anheften war die erste Aktion, mit der die Schüler aus eigenem Antrieb heraus auf die Not der Menschen aufmerksam machen wollten. „Ich hatte den Button beim Einkaufen an und wurde von total vielen Menschen darauf angesprochen“, freut sich Julia über die Leuchtkraft des Hilfssymbols.

Nicht nichts tun

„Man kann doch nicht so einfach nichts tun“, dachte sich auch Melissa (14). Angesichts von hunderttausenden Verletzten müsse etwas geschehen: „Ich würde am liebsten hinfahren, um zu helfen, denn die meisten leben dort nur in Papphäusern, kämpfen um sauberes Wasser und ihr Überleben.“

Neben der Unterstützung durch die Schulleitung, die sich über das Engagement der Schüler freut, sitzt natürlich auch die Schülervertretung (SV) mit in dem Boot, das Hilfe in die Philippinen bringen soll. Schülersprecherin Lena Segtrob (16) macht sich dafür stark, dass Hilfe viele Gesichter haben kann. „So sammeln wir zum Beispiel Pfandflaschen, und spenden die 25 Cent pro gesammelter Flasche an unsere Hilfsaktion“, sagt sie.

Ein Trödelmarkt zugunsten der Sturmopfer, ein Benefizkonzert oder auch ein noch nicht ganz abgesegneter Spendenlauf deuten darauf hin, dass das Engagement und die Umsetzung der vielen Ideen der Europaschüler an dieser Stelle nicht nur kurzfristig ausfallen wird. „Wir wollen ein Jahr lang etwas für die Menschen tun“, unterstreicht Lena, „denn den Menschen geht es auch noch schlecht, wenn schon lange nicht mehr über die Katastrophe berichtet wird.“

Multiplikatoren

Damit werden die Europaschüler zu Multiplikatoren, die mit kleinen Beiträgen, wie zum Beispiel einer Abgabe von zehn Cent auf ein Sandwich oder eine Suppe aus der Mensa, jeden Tag auf den Philippinen ein wenig mehr helfen können. Denn die aktuell fünf Vertreter der SV haben die insgesamt 1064 Schüler der Schule schon weitestgehend mit dem „Hilfsvirus“ infiziert. „So können die jungen Menschen auch lernen, wie schön es ist, zu helfen“, so René Körfer-Losen, Sozialpädagoge an der Schule.

Und so manche, von denen man vielleicht gar nicht erwartet hätte, dass sie das Thema überhaupt interessiert, helfen dann doch gerne, das merken alle, die am Hilfsprojekt mitarbeiten. „Schule kann auch viel bewirken, wenn jeder nur ein bisschen tut“, fasst es Julia Woronowicz zusammen. „Und schließlich geht es nicht darum, zu sagen, wer es ins Leben gerufen hat“, schließt Lehrerin Nicole Jacobi, „sondern, dass wir als Schulgemeinde zusammenstehen.“ Und dass die Schüler hier ihre Freizeit investieren, um nicht nur die knallorangen Buttons herzustellen, findet auch ihre Kollegin Stefanie Podufal klasse. „Denn die Schüler verbringen hier ihre Freizeit“, sagt sie, „und das in der Schule.“

Neues Label für die Schule

Passend zum Engagement für die Philippinen kann sich die Europaschule bald ein neues Label an die Brust heften. Es handelt sich um den so genannten „Kompetenznachweis Kultur“ als Bildungspass, der an Jugendliche ab zwölf Jahren vergeben wird, die aktiv an künstlerischen und kulturpädagogischen Angeboten teilnehmen. Derzeit sind neben den Lehrerinnen Imke Voigt und Nicole Jacobi an der Europaschule noch weitere Lehrer dabei, sich als Anleiter dieses Angebotes zu qualifizieren. Der Pass soll nachweisen, welche individuellen personalen, sozialen, methodischen und künstlerischen Kompetenzen die Schüler gezeigt und weiterentwickelt haben.

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