Jugendhilfeausschuss: Kita-Plätze auf der Tagesordnung

Von: Verena Müller
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Der Bedarf am Kita-Plätzen für Kinder, die älter als drei Jahre sind, ist gestiegen. Foto: V. Müller

Alsdorf. Nach dem massiven Ausbau von Plätzen für Klein(st)kinder werden nun Plätze für ältere Kinder rar, und das ist am Dienstagabend Thema im Jugendhilfeausschuss. „In den zurückliegenden Jahren hatten wir Rückgänge in der Geburtenstatistik.

Die nicht besetzten Ü3-Plätze konnten wir so problemlos in U3-Plätze umwandeln“, erläutert der Alsdorfer Sozialdezernent Stephan Spaltner den Hintergrund. Dadurch hätten – logischerweise – weniger Plätze für ältere Kinder zur Verfügung gestanden, was bei den kleineren Jahrgängen auch noch funktioniert habe.

Nun geht der Trend aber wieder aufwärts: Ende 2015 zählte die Stadt Alsdorf 50 Geburten mehr als im Vorjahr. Kriegen die Alsdorfer auf einmal pro Familie mehr Kinder? Nein, der Grund sind die neu zugezogenen jungen Familien.

Was den Effekt der schwindenden Ü3-Plätze noch verstärkt hat, ist der Betreuungsschlüssel: Die Ü3-Plätze sind nicht 1:1 in U3-Plätze umgewandelt worden, da kleinere Kinder größere Aufmerksamkeit brauchen. Sprich: Die Anzahl der Plätze insgesamt ist bei gleicher Gruppen- und Erzieherzahl gesunken.

„Vom Grundsatz her sind bis jetzt zwar alle versorgt, die Eltern haben aber nicht immer einen Platz in ihrer Wunsch-Kita erhalten. Und inzwischen stoßen wir an unsere Kapazitätsgrenzen, was die Ü3-Plätze anbelangt“, sagt Spaltner. Zusätzlich zu den bereits beschlossenen beiden neuen Gruppen für Zwei- bis Sechsjährige in den Kitas Kellersberg und Ofden will die Stadt deshalb übergangsweise zwei Notgruppen einrichten.

Die Baumaßnahmen am Familienzentrum Kellersberg und die Neubaumaßnahme Alsdorf-Ofden werden nämlich voraussichtlich erst zum 1. August dieses Jahres beziehungsweise zum 1. Mai 2017 abgeschlossen sein. Der Bedarf ist aber jetzt schon da.

Die Eltern, die derzeit auf der Warteliste für das Kitajahr 2016/2017 stehen, würden bei positivem Beschluss zur Gründung der Übergangsgruppen angeschrieben und gefragt, ob sie einen dieser Plätze tatsächlich zum nächsten Kitajahr nehmen würden, so Spaltner. Die Idee ist nicht neu, umgesetzt wurde sie aber bislang nicht. „Im vergangenen Jahr sind viele abgesprungen, da ihnen die Entfernung zu groß war.“ Nur von vier Eltern hatte die Stadt damals eine verbindliche Zusage erhalten.

Eingerichtet werden könnten die beiden Notgruppen in Mehrzweckräumen städtischer Kitas, eine davon laut Spaltner am Annapark. Birgit Dammers, seit 33 Jahren Leiterin der Kita im Familienzentrum Kellersberg, bestätigt all diese Entwicklungen. „Der Bedarf hat sich bei uns sehr positiv entwickelt: für Kinder unter drei Jahre von anfangs sechs auf 18.“ Mit der Erweiterung werden diese auf vier Gruppen verteilt, 82 Kinder werden es dann unter dem Strich sein, also 20 mehr als vor der Erweiterung. Wer bislang abgewiesen werden musste, habe auf Tagesmütter ausweichen können, so Dammers weiter. „Das ist hier in Alsdorf gut organisiert.“ Mit den 20 zusätzlichen Plätzen in ihrer Einrichtung müssten aber alle aktuellen Elternwünsche abgedeckt sein, lautet ihre Prognose.

Die Einrichtung der Notgruppen wird am Dienstag ab 18 Uhr im großen Sitzungssaal im Alsdorfer Rathaus auf der Agenda stehen. Um 40 Plätze geht es insgesamt, Kostenpunkt: 170.000 Euro.

„Und wir überlegen auch, darüber hinaus weitere Kapazitäten zu schaffen“, so der Sozialdezernent. Möglicherweise werden aus den beiden Notgruppen später reguläre Gruppen, sollte die Nachfrage weiter steigen.

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