Jürgen Beckers nimmt Krähen aufs Korn

Von: Daniel Gerhards
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Will Baesweiler zum Königreic
Will Baesweiler zum Königreich machen und Wilhelm I. von Loverich Foto: Daniel Gerhards

Baesweiler. Der Kabarettist Jürgen Beckers bildete sich in Sachen Heimatgeschichte weiter. Er wälzte Buch um Buch zur Historie Baesweilers. Nach fünf Werken machte er Schluss. Er hatte genug Material für sein Programm „oss Bosswiller” zusammen.

Die Ergebnisse seiner Recherche präsentierte er seinem Publikum im Kulturzentrum Burg Baesweiler im Rahmen der Reihe „Kultur nach acht”.

Er sprach über die steinzeitlichen Ursprünge der Stadt. Über die Wunderknaben Glenski und Bergstein, die für den SV 09 Tor um Tor schossen. Darüber, dass die hübsch renovierte Burg einst ein Gutshof war. Und auch über große Kämpfe auf dem Boden der Stadt: In der Schlacht von Baesweiler standen sich die Truppen des Grafen von Jülich und aus Brabant gegenüber. „Da sah es hier ganz verwüstet aus. Ungefähr so, wie am Morgen nach der Stoppelfeldfete.”

Beckers befasste sich aber nicht nur mit längst Vergangenem, sondern auch mit Brandaktuellem. Die Krähenplage am Volkspark machte den Anwohnern jüngst zu schaffen. Auf der anberaumten „Krisensitzung” im Rathaus habe man beschlossen: Die Krähen müssen weg. Beckers erklärte, dass man die Vögel vergrämt - oder „professionell weggebracht” - habe. Nur wo sind die Krähen geblieben. „Wahrscheinlich hat man sie irgendwo nach Alsdorf gebracht”, sagte Beckers. Der heimatlosen Baesweiler Krähe widmete Beckers gar ein Lied, das trotz des für den abgeschobenen Vogel traurigen Umstands recht fröhlich wirkte.

Beckers schmierte seinem treuem Baesweiler Publikum ganz schön Honig ums Maul: Die Stadt sei das New York der Städteregion. Und dank der immer noch recht gesunden Finanzen mutmaßte Beckers, dass Baesweiler allein vielleicht besser da stände. Ohne die Abgaben an Städteregion, Land und Bund wäre Baesweilers Kämmerer vielleicht ein paar Sorgen los. Die einzig konsequente Lösung für Beckers: „Baesweiler sollte eigenständige Republik werden - oder gleich Königreich.” Als Regenten will er König Wilhelm I. von Loverich inthronisieren. Der regiert im Moment nicht mit Krone und Zepter aus der Burg, sondern mit Akten und Stempel im Rathaus.

Was der Erste Bürger der Stadt von dem Vorschlag hält, ist allerdings noch nicht bekannt. Für Beckers war jedoch klar, dass man den Plan nicht lange verheimlichen kann. „Der erste zückt ja sicher gleich sein Handy.” Was er sagt ist auch klar: „Willi, Du bist König!”
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