Jürgen Beckers mit „Nachholspiel“ in der Scheune

Von: mas
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„Ne Harald lass et: Du spielst uns dr Kniess aus de Ohren“, bewertete Jürgen Beckers das Blockflötenspiel seines Musikerkollegen Harald Claßen. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Liebreizend sieht das aus. Da steht der (gar nicht so) kleine Harry ganz allein auf der Bühne. Er bläst mutig und leidenschaftlich in seine Blockflöte. Ein „Oh Tannenbaum...“ soll dabei herauskommen. Annähernd kann man es auch hören. Groß-Harald Claßen steigert sich ins Spiel hinein.

Doch plötzlich ist sein Chef Jürgen Beckers bei ihm. Er beendet das „rassige“ Solo seines Musicus, der wieder dort Platz nimmt, wo er sonst immer ist. In zweiter Reihe, hinter seinem Keyboard. Jürgen Beckers hat seiner Show eines neues Intro gegeben. Ansonsten ist alles gleich. Es dauert keine 120 Sekunden, da schüttelt sich das Publikum in der Alten Scheune der Burg Baesweiler. Dort gab es ein „Nachholspiel“ in Sachen „Kultur nach Acht“.

Die im Frühjahr ausgefallene Vorstellung wurde nun - vor ausverkauften Reihen - ausgerichtet. Mit einem frischen, gut gelaunten und noch redefreudigeren Hauptdarsteller Beckers. „Sein“ Thema, Weihnachten, sorgt natürlich für eine Geschenkeorgie in Sachen Pointen. Symbolisch betrachtet: Da wackelt die Weihnachtstanne, wenn Beckers loslegt.

Das Publikum genießt die Beschreibung vom Kauf des Baumes bis zum Transfer ins eigene Wohnzimmer. Als der Kofferraum des Beckerschen Autos voll mit Friedhofskram und Leergut ist und keinen Platz mehr „för dr Boom“ übrig lässt. Und dann ist Heiligabend. Man kommt sich als Mann so überflüssig vor. Denn: Was können Männer besonders gut an solchen Tagen? Richtig, sie stören! Wenn die Gattin - ganz anders als der kreativ geneigte Ehemann - den Baum nach Plan schmückt. Kugel 2 a kommt an Ast 2 b.

Da fährt das genervte Familienoberhaupt doch lieber noch schnell in die Waschanlage, um das Auto weihnachtlich glänzen zu lassen. Wenn da nur nicht so viele Lehrer um ihn herum wären. Tierlieb ist er auch, der Jürgen B. Macht sich Gedanken, wie eine Weihnachtsgans am schönsten Abend des Jahres fühlen könnte. „Da denkt die Gans doch, oh wiier, ich krieg wieder die janze Futt voll mit Kastanien geknallt“.

Zwischendurch gibt’s immer wieder mal die Sangeskunst des Kabarettisten eingängig dargebracht. Begleitet von Harald Claßen (Beckers: „Er ist kein guter Musiker, aber er kann verdammt gut küssen“) singt sich Jürgen Beckers zur nächsten Geschichte, dem Kampf mit dem Karpfen, der abgehauen und vom Nachbarn wieder zurück gebracht worden ist.

Kölscher Gesang bestimmt den zweiten Teil des Programms. Jürgen Beckers hat Thomas Cüpper, „dat kölsche Klimpermännchen“ eingeladen. Da geht’s dann wesentlich unweihnachtlicher zu. Aber auch sehr heiter. Bis das Publikum am Ende der Vorstellung resümieren darf. Ein toller Abend, jetzt kann Weihnachten kommen. Oder mit Jürgen Beckers gesprochen: „Et jeht drauf zu“. De Tare kommen.“

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