Baesweiler - Jürgen Beckers begeistert mit Osterspecial

Jürgen Beckers begeistert mit Osterspecial

Von: mas
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Zum Knuddeln: Der Authentizität wegen steigt der Kabarettist gern auch mal selbst ins Hasenoutfit. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Er lässt nichts aus. Er bläst auch, wenn‘s sein muss, aus. Eier mit dem Strohhalm entleeren, das macht dem Jürgen Spaß. Als Bub hat er sich „dieser Riesensauerei“ schon mit Hingabe gestellt. Und jetzt, als Papp von zwei Kindern und Ehemann, ist das nicht anders. Es lebe das Brauchtum.

Wenn Jürgen Beckers – wie in diesem Falle in der Alten Scheune der Burg Baesweiler – über Osterbräuche referiert, juxt das Publikum. „Jenau so is et“, befinden seine Zuschauer. Vorösterliche Vorgänge an rheinischen Küchentischen sind natürlich nicht alles. Zuvor hat Beckers im ausverkauften Gemäuer eingehend erklärt, wie der Hase den Hühnern die Eier stibitzt. Und „wie wir früher unseren Kindern weisgemacht haben, pssst – gleich kommt der Osterhase“, wird die zweite Bescherung des Jahres nachgezeichnet. Doch die Bräuche haben sich geändert: „Heute holt sich Roger Rabbit im Rap-Verfahren die Eier voll krass bei der Zicken-Gang.“

Prompt schlüpfen Beckers und sein Musicus Harald Claßen in Hasenkostüme. Allein das Besteigen der gelbbraunen Plüschroben ist ein Gag für sich. Plötzlich kommt das Colonia-Duett ins Spiel, mit „Zimmermänn, Du Ei“. Bandleader Harry „tunt“ sich mit der Mandoline, der „Flitsch“, und schnell mal gibt’s eine Persiflage auf das größte Kölner Volksmusiker-Duo. Zurück zu Hühnern und Hähnen: „Manche der halben Hähnchen haben sich untereinander nie persönlich gekannt.“ Angesichts der Eierproduktion denkt Beckers an Schweine: „Was meint Ihr, was ein Schwein dafür geben würde, wenn es Koteletts legen könnte?“

Der Beckersche Ritt in die Fastenzeit endet mit der gesungenen Feststellung, „man hätt‘ lieber Kotelett, doch davon wird die Fott fett“. Das Fischessen am Aschermittwoch ist ein Thema, aber auch der hochpreisige Thermomix („dat Strunxding is vüll ze düür“): „Mit dem Ding kannst Du alles, der jeht mit meinem Hund spazieren und liest auch meiner Frau was vor.“

In der frittenlosen Fasten- und Osterzeit ist Fitness ein großes Thema. Beckers tanzt sich weidlich aus, quasi als Beleg, dass er bei den von Ehefrau Sandra geforderten Tanzkursen gut aufgepasst hat. Ebenso wie beim Umgang mit geleeartigen Eierfarben: „Allein schon die Jummihandschuhe anzuziehen, war ein Abenteuer für sich. Die kriegst Du nicht mehr aus oder Du bist darin gestorben.“ Fast gestorben – vor Angst – sind jene Mitmenschen, die Beckers bei nächtlichen Schnittaktionen beobachtete: „Weidenkätzchen und Forsythien haben eins gemeinsam: Geklaut sind sie am schönsten“.

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