Jürgen Beckers als Queen bei „Kultur nach 8”

Von: ger
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Feiertag unter der kabarettist
Feiertag unter der kabarettistischen Lupe: Jürgen Beckers parlierte über Wohl und Wehe von Familienfesten. Foto: Daniel Gerhards

Baesweiler. Die Alte Scheune des Kulturzentrums Burg Baesweiler betrat Kabarettist Jürgen Beckers mit langem Mantel und einer Krone auf dem Kopf. Dazu spielte sein musikalischer Begleiter Harald Claßen die britische Nationalhymne.

Schließlich waren „Feiertage” Thema des Abends, der im Rahmen der Reihe „Kultur nach 8” stattfand. Und die Queen hatte kürzlich einiges zu feiern.

In perfektem britischen Akzent mit Mundart-Einschlag erklärte Beckers, dass er, also die Queen, zur Kirmes nach Baesweiler gekommen sei. „Ich wollte mir den Festzug angucken, aber das Wetter war Strunks.” So machte ihre Majestät einen kleinen Abstecher zum Staatsbesuch im Rathaus. „Dann hab ich mir mit Willi einen gepitscht.” Beim feucht-fröhlichen Zusammensein habe die Queen Beckers dann auch gleich noch einen Zusammenhang zwischen Baesweilers Erstem Bürger und ihrer Heimat festgestellt: „Willi ist wie England, bei ihm zählt jedes Pfund.”

Als Beckers die Krone und den „Mantel für der Übergang” abgelegt hatte, erklärte er, dass die Queen ihr Amt immer solide ausgefüllt habe. „60 Jahre ohne Affären. Sorgen macht da nur die Verwandtschaft.” Und jetzt soll es die angeheiratete Kate richten. Doch Beckers fiel auf, dass die junge Frau immer dünner - oder wie er sagte „jörrischer” - wird. Eine Erklärung hat er auch dafür: „Das liegt am Tee. Der hat auch andere Nebenwirkungen - zum Beispiel abstehende Ohren.”

Feste werden aber nicht nur beim britischen Adel gefeiert. Ein Fest, das etwas aus der Mode gekommen ist, ist der Namenstag. Da kam früher die ganze Verwandtschaft zusammen. Und es stellten sich gleich mehrere Fragen: „Müssen wir da hin?”, „Müssen wir was mitnehmen?” und „Was haben die uns denn geschenkt?” Zu solchen Anlässen kam dann immer das gute Geschirr raus.

Und der gute Anzug musste angezogen werden. „Dann darf man sich gar nicht mehr bewegen.” Und nicht jeden Verwandten trifft man gern wieder. Beckers erzählte natürlich auch von der Tante, die immer viel redet: „Die ist immer am mullen. Wenn die stirbt, muss man die Mull extra kaputthauen.”

Einen Gastauftritt bei „Kultur nach 8” hatte Journalist Gisbert Baltes. Er las aus seinem neuen Buch „Rheinland” vor. Es ging um den Schaumburger Hof in Bad Godesberg. Dort, auf der Terrasse des 1755 erbauten schwarz-weißen Fachwerkhauses, wurde Geschichte geschrieben. Die Mitglieder des parlamentarischen Rats berieten dort nach dem Krieg über das Grundgesetz.

Die Verfassung der Bundesrepublik sei der des Rheinlandes sehr ähnlich. Durch sein Buch ziehe sich die Präambel des Rheinischen Grundgesetzes „Jeder Jeck is anders” wie ein roter Faden. Er zitierte aus dem Stammbaumlied der Kölner Band „Bläck Fööss”. Der Tenor: Alle Menschen sind gleich, egal, wo sie herkommen oder welche Religion sie haben. Zusammen mit Beckers und Musiker Harald Claßen gab Baltes den „Bläck-Fööss”-Klassiker dann auch gleich noch zum Besten.
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