Jürgen Becker sinniert über die Kulturgeschichte der Fortpflanzung

Von: eli
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Gute Unterhaltung: Jürgen Becker präsentiert sein Programm „Volksbegehren“ auf Burg Wilhelmstein. Foto: E. Bresser

Würselen. Es gibt nichts, über das es sich nicht zu reden lohnt, findet Jürgen Becker. Zum Beispiel über Blattläuse. „Die haben es leicht. Wenn ihnen nach Fortpflanzung zumute ist, gebären die Lausmädels ohne Zutun eines Lausbuben bis zu zehn Töchter am Tag. Sie müssen nicht fragen: Zu mir oder zu dir? Sie fragen: Zu mir oder zu mir?“

So einfach kann das Leben sein. Wer bis dato dachte, sein neues Programm „Volksbegehren“ könnte in irgendeiner Weise auf das Mitbestimmungsrecht der Basisdemokratie abzielen, weiß spätestens jetzt, dass das hier in eine völlig andere Richtung läuft. Nämlich in die „Kulturgeschichte der Fortpflanzung“, die der Kölner Kabarettist auf Burg Wilhelmstein aufarbeiten und erklären will. Dabei waren die Blattläuse nur ein Anfang.

„Das Thema hat uns ja schon immer fasziniert“, sagt Becker und beginnt eine Power-Point-Präsentation mit Bildern aus Malerei, Werbung und Fotos von Tempeln. Darunter auch ein Porträt des Sultans Muley Ismael, der 888 Kinder gezeugt hat. Weltrekord übrigens. „Da kann selbst die Blattlaus ein bisschen neidisch werden“, findet Becker. Die Männer seien da übrigens im Vorteil: Der Weltrekord bei einer Frau, einer Russin übrigens, liegt bei 69 Kindern. „Sie kann ja nichts dafür, dass sie fast nur Zwillinge und Drillinge gebar.“

Und was die heutige Zeit angeht, kann Becker berichten: „60 Prozent der Männer denken ständig an Sex. Das mag den ein oder anderen überraschen, denn so bleiben nur 40 Prozent für den Fußball.“ Liebesmüde, auch das gibt es bei Jürgen Becker, etwa jene Männer, denen beim Stichwort „Spielsachen im Bett“ zuerst die Carrerabahn einfällt.

So hangelt sich Becker durch die Evolutionsgeschichte, erzählt von Obstbäumen, Topfpflanzen, Tieren und natürlich Menschen, immer wieder auch mit Blick auf Religion und Götterwelt. Es ist ein Abend zwischen dem Blick durchs Schlüsselloch und wissenschaftlichem Vortrag, unterhaltend und mit dem für Becker bekannten Augenzwinkern.

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