Jubiläum: 20 Jahre Erziehungsstellenberatung in Alsdorf und Herzogenrath

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Entspanntes Leben und Lernen – das ist das erklärte Ziel der Erziehungsstellenberatung in Alsdorf und Herzogenrath. Foto: Imago/stock & people

Alsdorf/Herzogenrath. Im Januar 1997 haben die Jugendämter in Alsdorf und Herzogenrath mit dem Aufbau der Erziehungsstellenberatung begonnen. Die Städteregion Aachen richtete ebenfalls zeitnah eine eigenständige Erziehungsstellenberatung ein.

Damals erfolgten erste Vermittlungen von Kindern, die in ihrer Biografie verschiedene Beeinträchtigungen zeigten. Neue Wege in der Landschaft der außerhäuslichen Unterbringung als Alternative zur Heimerziehung wurden gesucht.

Mittlerweile arbeiten die vier Städte in enger Kooperation, damit für die ganz individuelle Problematik des jeweiligen Kindes eine entsprechende Familie gefunden wird. Es gibt zurzeit 60 Kinder die von diesem Angebot in 38 Familien profitieren.Die Kinder erhalten in den jeweiligen „Profi-Pflegefamilien“ oftmals eine Chance in einer Familie aufwachsen zu können.

Altersmäßig variieren Erziehungsstellenkinder vom Säugling bis zum jungen Volljährigen. Für alle Kinder besteht allerdings ein erhöhter erzieherischer Bedarf, durch gesundheitliche oder entwicklungsbedingte Beeinträchtigungen. Die Kinder können schon ein wenig wie Max und Moritz sein.

Die Erziehungsstellen leben in den vier Kommunen oder in angrenzenden Gebieten bis zu einer Entfernung von maximal 40 Kilometern. Von den Erziehungsstelleneltern wird erwartet, dass sie ihre Familien öffnen, sowohl dem Kind gegenüber, als auch dem Helfersystem.

Erziehungsstelleneltern haben eine pädagogische Vorbildung und Freude am Leben und der Arbeit mit Kindern, denn Erziehungsstellenkinder wirbeln alles Bisherige durcheinander.

In den 20 Jahren haben die Erziehungsstellenkinder der „ersten Stunde“, mittlerweile eine eigenständige Lebensführung erreicht. Einige ehemalige Pflegekinder haben mittlerweile abgeschlossene Berufsausbildungen und leben in eigener Wohnung. Andere ehemalige Pflegekinder benötigen noch weitergehende Hilfestellungen, beispielsweise durch ambulant betreutes Wohnen.

Der Kontakt zu den langjährigen Pflegefamilien besteht bei fast allen Ehemaligen noch. Über die vielen gemeinsamen Jahre sind enge Familienbande entstanden.

In der zurückliegenden Zeit haben eine Vielzahl von Ausflügen und Veranstaltungen stattgefunden wie gemeinsames Trommeln, Tanzen, Klettern, Kochen und anderes mehr, aber auch Fortbildungen zu Themen wie Fetales Alkoholsyndrom, Autismus-Spektrums-Störungen, ADHS und Trauma. Viele Kinder nehmen darüber hinaus an einer Ferienfreizeit für Pflegekinder teil.

„Zahlreiche Erziehungsfamilien und die Kinder und Jugendlichen kennen sich untereinander, ein unterstützendes Netzwerk hat sich entwickelt“, so Sabine Weller vom Jugendamt in Alsdorf.

Die Jugendämter haben Hochachtung gegenüber ihren Erziehungsstelleneltern und danken ihnen für ihren unermüdlichen Einsatz. Ein langer Atem und kreative Ideen sind immer wieder im erzieherischen Alltag gefordert.

„Bezogen auf die Kinder bereitet es den Familien aber auch den Beraterinnen eine große Freude, wenn Entwicklungen gut verlaufen und Biografien positiv fortgesetzt werden“ beschreibt Ingrid Breuer, Jugendamt Herzogenrath.

Neue interessierte Familien werden laufend gesucht. In 2017 startet ein neues Bewerberseminar. Wenn Interesse oder Neugier geweckt ist, informieren folgende Experten gerne: In Alsdorf Sabine Weller, Telefon 02404/50340, in Eschweiler Mathilde Uhr, Telefon 02403/71469, in Herzogenrath Ingrid Breuer, Telefon 02406/83515, in der Städteregion Carla Steinbeck, Telefon 0241/51985134.

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