Würselen - Josef Kuck: „Mehr zeitgemäße Sport- und Versammlungsstätten“

Josef Kuck: „Mehr zeitgemäße Sport- und Versammlungsstätten“

Von: ro
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Josef Kuck
Sportstätten zukunftsfähig machen: Auch dafür will DJK-Westwacht-Vorsitzender Josef Kuck eintreten. Foto: Roß

Würselen. Die Sportler sind erfolgreich, auch der Nachwuchs stellt sich ein. Sorgenfrei ist Josef Kuck als Vorsitzender der DJK Westwacht Weiden dennoch nicht. Die Hallennutzungsgebühren und der Zustand der Sportstätten machen den Mitgliedern zu schaffen. Über steigenden Zulauf und neue Konzepte hat er im Wochenendinterview mit Markus Roß gesprochen.

Bei der Jahreshauptversammlung vor wenigen Wochen sprachen Sie von einem bemerkenswerten Vereinsjahr 2014. Wie ist die DJK mit ihren über 700 Mitgliedern derzeit aufgestellt?

Kuck: Mit unseren vier Abteilungs-Jubiläen – 90 Jahre Handball, 75 Jahre Weidener Jungenspiel, 60 Jahre Tischtennis und 35 Jahre Fahnenschwenker Grün-Weiß – hatten wir in der Tat ein bemerkenswertes Vereinsjahr. Wir bieten in unseren weiteren Abteilungen Breitensport und Radwandern und weitere attraktive und zeitgemäße Sportangebote für Jung und Alt. Zusätzlich tragen wir seit Jahrzehnten auch dem Bedürfnis unserer Mitglieder nach Geselligkeit in netter Gemeinschaft bei den Veranstaltungen des Weidener Jungenspiels und dem Karneval bei der JUKIWE Rechnung. Wir fühlen uns dem Sport und dem Brauchtum gleichermaßen verpflichtet.

Wie entwickelten sich denn die einzelnen Abteilungen des Vereins?

Kuck: Von der Leistungsfähigkeit des Weidener Jungenspiels konnte man sich erst kürzlich bei der Weidener Kirmes ein eindrucksvolles Bild verschaffen. Der Zuspruch aus der Bevölkerung ist sehr konstant, was nicht zuletzt auch mit unserer zweiten Abteilung, der Fahnenschwenkergruppe Grün-Weiß Weiden, zusammenhängt, die unter der langjährigen Leitung von Friedbert Willems mit ihren 34 Aktiven nicht nur die größte weit und breit ist, sondern immer wieder neue spektakuläre Shows mit Fahnenschwenken auf höchstem Niveau zeigt. Unsere Radwander-Abteilung mit Dieter Schöner an der Spitze bietet für Herren älteren Alters im Frühjahr/Sommer geführte Radtouren an und im Herbst/Winter Wanderungen in die nähere Umgebung. Die Betonung von Geselligkeit und Kameradschaft hat sich rundgesprochen und zieht immer mehr Sportkameraden an.

Und was machen die Tischtennissportler und die Breitensportabteilung?

Kuck: Für unsere Tischtennissportler unter Leitung von Bernd Waldow ist die Turnhalle am Marktplatz in Weiden beinahe zu klein. Im Kinder- und Jugendbereich erfreut sich die Abteilung genauso deutlich steigenden Zuspruchs wie im Damen- und Herrenbereich. Nicht nur für sie brauchen wir in Weiden dringend eine größere Sporthalle, sondern auch für die Gruppen unserer Abteilung Breitensport, die mit Irmgard Dautzenberg und Margret Kuck für attraktive und innovative Sportangebote steht. Hier hat sich unsere „Ballsportgruppe“ für Kinder ab drei Jahren so enorm entwickelt, dass wir kürzlich mit einem Sonderpreis des Landes NRW und des Landessportbundes ausgezeichnet worden sind, der die Integration von Flüchtlingskindern und solchen mit Migrationshintergrund ausdrücklich honoriert hat. Und unser neuestes Angebot, das „Fitnessboxen“ für junge Erwachsene, Best Ager und Ü40, hat bereits für so große Furore gesorgt, dass unsere Handballer es in ihre Saisonvorbereitung eingebaut haben.

Die Handballabteilung vermeldet auch Erfolge?

Kuck: Nach dem sehr erfolgreichen Abschluss der Saison 2014/15 als bester Verein des Kreises Aachen mit einem siebten Platz in der Oberliga sowie dem Gewinn des Kreispokals wie auch des EWV-Cups wollen die Handballer mit Ernst Kuck als ihrem sportlichen Leiter das „Abenteuer Nordrheinliga“ angehen und die Qualifikation für diese neu zu gründende Liga schaffen. Die Oberliga-Mannschaft ist mit gleich fünf neuen Spielern verstärkt worden, und auch zweite und dritte Herren sowie die Verbandsliga-Damen konnten einige Erfolg versprechende Zugänge verzeichnen.

Gemeinsam mit anderen Vereinen wollen Sie die Weidener Sportstätten zukunftssicher machen. Wie ist hier der Sachstand?

Kuck: Wir haben das „Konzept für Weidener Sport- und Versammlungsstätten“ auf den Weg gebracht, das eine schrittweise Sanierung, Ertüchtigung und Erweiterung der Weidener Sporthallen vorsieht. Auch die Belange des Fußballs hat es im Blick und es soll helfen, dass auch unsere kulturtreibenden Vereine in ihrem Bestand gesichert sind. Es hat einen breiten Konsens nicht nur bei den Sportvereinen und beim Stadtsportverband gefunden, sondern auch bei unseren Kultur- und Brauchtumsvereinen, die für ihre Veranstaltungen die Sicherheit einer zeitgemäßen Versammlungsstätte benötigen.

Welche Ideen sind das konkret?

Kuck: Ein erster Baustein ist der dringende Neubau eines Umkleide- und Sanitärtraktes an der Sporthalle Parkstraße, welchen neben den Sportvereinen Westwacht, Teutonia und TV Weiden auch die HSG Würselen, der TV Scherberg und der VfL Bardenberg sowie der Vorstand des Handballkreises Aachen/Düren als vordringlich erachten. Dieser Neubau soll so dimensioniert werden, dass in Zukunft eine neue Dreifach-Sporthalle als zweiter Baustein angebaut werden kann. Mit dem Bau dieser Halle muss auch Ersatz geschaffen werden für den wegfallenden Aschenplatz, denn der Fußball soll in unserem Konzept nicht leer ausgehen. Die bestehende Sporthalle könnte in einem weiteren Schritt nach einer Ertüchtigung multifunktional genutzt werden als Ersatz für die abrissreife Turnhalle am Weidener Marktplatz und als Standort für das kulturelle Vereinsleben von Hölze Päed, Weidener Jungenspiel und JUKIWE. Insgesamt schaffen wir mit diesen Bausteinen eine signifikante Verbesserung allen Vereinslebens und des Schulsports in Würselen.

Gibt es Reaktionen seitens der Politik?

Kuck: Das Konzept, das in den einzelnen Sanierungs- und Bauabschnitten weder den Schul- noch den Vereinssport beeinträchtigen wird, wurde im Frühjahr den im Rat vertretenen Fraktionen vorgestellt. Es ist bei allen Anwesenden auf sehr positive Resonanz gestoßen, sieht es doch die Möglichkeit einer schrittweisen Finanzierung des Gesamtprojektes vor und bietet eine Gesamtlösung für die maroden Weidener Sport- und Versammlungsstätten. Für die Politiker ist vor allem der Aspekt wichtig, dass der Schulsport, der in Würselen immer noch nicht in Gänze erteilt werden kann, deutlich besser gestellt wird und sich auch klare Vorteile mit Blick auf den Ganztagsunterricht ergeben werden.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit der Stadt? Aufgrund der Haushaltssituation wird auch Ihr Verein mit Nutzungsgebühren belastet. Kann er diese Belastungen überhaupt noch stemmen?

Kuck: Für die Ertüchtigung und Sanierung der Sporthalle Parkstraße sind 1,3 Mio. Euro im Etat 2015 vorgesehen. Insofern haben Politik und Verwaltung die Weichen richtig gestellt. In vielen informellen Gesprächen mit der Verwaltungsspitze konnten wir uns davon überzeugen, dass man im Rathaus unserem Masterplan viel Positives abgewinnt und ihn unterstützt, wenngleich man verständliche Sorgen mit Blick auf die Finanzen geäußert hat. Was die Nutzungsgebühren angeht: Die DJK Westwacht musste nach der „Pro-Kopf-Berechnung“ für ihre vielen erwachsenen Mitglieder mit mehr als 9300 Euro in Sachen Nutzungsgebühren die bei weitem größte finanzielle Belastung aller Würselener Vereine schultern. Die mussten wir auf unsere Mitglieder umlegen, was uns als Vorstand in große Erklärungsnot gebracht hat. Leider hat sich die Stadt nicht unserer Auffassung angeschlossen, dass aktive Sportler, die keinerlei Städtische Sportstätte nutzen, wie etwa die Radwandergruppe, auch keine Nutzungsgebühren zahlen müssen.

Wie könnte eine Lösung aussehen?

Josef Kuck: Mit der Einführung des Software-Programms „Der Hallenmanager“ erhoffen wir uns zwei Verbesserungen. Zum einen kann endlich der wirkliche „Ist-Zustand“ der Belegung aller Würselener Sportstätten detailgenau und aktuell erfasst werden, so dass freie Belegungszeiten den Vereinen angeboten werden können, die noch Bedarf an Sportzeiten haben. Zum anderen soll die nutzungsabhängige Berechnung der Sportstättengebühren erfolgen, die wir seitens der Westwacht von Anfang an präferiert haben. Erfolgt dann eine faire Berechnung der Gebühren, wird uns das als DJK Westwacht ein Stück weit entlasten.

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