Würselen/Aachen - Job-Angebot für 151 Kinkartz-Mitarbeiter

Job-Angebot für 151 Kinkartz-Mitarbeiter

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Im Kinkartz-Werk in Broichweiden gehen Ende 2015 die Lichter aus: Die Mitarbeiter können indes zu Lambertz nach Aachen wecheln. Foto: Stefan Schaum
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Hat das Übernahmeangebot für die Kinkartz-Mitarbeiter erneuert: Hannes Wieczorek. Foto: Schaum

Würselen/Aachen. Die Großbäckerei Kinkartz in Broichweiden wird Ende des Jahres geschlossen. Dies hat die Lambertz-Gruppe, die das Traditionshaus 1999 übernommen hatte, der Belegschaft Anfang der Woche mitgeteilt. Zur Disposition stehen nun 151 Mitarbeiter.

Zu den Auswirkungen dieser unternehmerischen Entscheidung nimmt Hannes Wieczorek Stellung, der seit 25 Jahren Geschäftsführer der Lambertz-Gruppe und unter anderem für das Ressort Produktion zuständig war.

Seit letztem Jahr ist er aus der aktiven Geschäftsführung ausgeschieden und arbeitet an strategischen Projekten. In diesem Zusammenhang ist er auch mit den Produktionsverlagerungen von Broichweiden nach Aachen befasst. Die Fragen an ihn stellte Karl Stüber.

 

Werden allen von der Schließung des Werks in Broichweiden betroffenen Mitarbeitern alternativ Arbeitsplätze in Aachen angeboten?

Wieczorek: Allen betroffenen Mitarbeitern der Kinkartz-Produktion werden Arbeitsplätze im Aachener Stammwerk angeboten.

Was geschieht mit den Kollegen, die nicht nach Aachen wechseln wollen?

Wieczorek: Für die Mitarbeiter, die nicht wechseln wollen, werden mit dem Betriebsrat Regelungen vereinbart. Das können zum Beispiel Abfindungen oder Vorruhestandsregelungen sein.

Welche Perspektiven hätten die Mitarbeiter an ihren neuen Arbeitsplätzen im Unternehmen? Müssen sie weitere Einbußen hinnehmen?

Wieczorek: Lambertz bietet den Kinkartz-Mitarbeitern, die nach Aachen wechseln wollen, die gleichen Arbeitsverträge an, die sie aktuell in Würselen haben. Die Entlohnung erfolgt dabei auf Basis des gültigen Tarifvertrags der Süßwarenindustrie.

Muss dennoch der bis Ende 2016 geltende Sozialplan bzw. Interessenausgleich nebst Arbeitsplatzgarantie aus Ihrer Sicht neu verhandelt werden?

Wieczorek: Die Frage stellt sich überhaupt nicht, da den Mitarbeitern ja Arbeitsplätze bei Lambertz in Aachen angeboten werden.

Was wird aus dem Standort Broichweiden? Eine Industriebrache oder ist eine Folgenutzung geplant etwa als Lager, um noch Mitarbeiter dort auch zu beschäftigen?

Wieczorek: Lambertz betreibt in Würselen am alten Kaninsberg, ein großes Zentrallager, welches weiterhin wichtiger Teil des Logistiknetzwerks der Unternehmensgruppe bleibt und in dem auch Lambertz-Mitarbeiter eingesetzt werden.

Die Entwicklung bei Kinkartz hat keinen Einfluss auf den Nutzungsumfang und die Beschäftigung des Lagers Kaninsberg. Die Liegenschaften in Würselen- Broichweiden sind zwar als Produktionsstandort wenig geeignet, werden aber auf Grund ihrer attraktiven Innenstadtlage mittelfristig sicherlich einer anderen sinnvollen Nutzung zugeführt werden können, so dass die Gefahr nicht besteht, dass sich das Gelände zu einer Industriebrache entwickelt.

Wie bestandssicher sind die Lambertz-Einrichtungen in Aachen? Sind weitere Kürzungen bzw. Schließungen oder Verlegungen etwa nach Polen geplant?

Wieczorek: Verlagerungen aus Aachen in andere Werke sind nicht geplant, vielmehr wird das Aachener Stammwerk im Zusammenhang mit den Produktionsverlagerungen aus Würselen weiter ausgebaut und gestärkt.

Auch wenn seit Mitte letzten Jahres zwei zusätzliche Standorte zu der Unternehmensgruppe hinzugekommen sind, ist die Produktion von Aachener Printen und anderen regionalen Spezialitäten auf Grund der geografisch geschützten Angaben am Standort zwingend erforderlich. Außerdem ist auch die Verwaltung der Unternehmensgruppe – Aachener Printen- und Schokoladenfabrik Henry Lambertz – eng an den Standort Aachen gebunden.

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