Jean-Luc Salique brilliert an Koulen-Orgel

Von: Christoph Hahn
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Trotz verschärfter Grenzkontrolle pünktlich zum Konzert in Herzogenrath angereist: Professor Jean-Luc Salique brillierte an der Koulen-Orgel der Kirche St. Gertrud. Foto: Christoph Hahn

Herzogenrath. „Ganz schön aufregend“ sei es vor dem jüngsten Konzert in der Herzogenrather Kirche zugegangen, erinnert sich Kantor Herbert Nell, mit Pfarrer Dr. Guido Rodheudt Gastgeber der Veranstaltung. Zu Gast war Jean-Luc Salique aus der französischen Stadt Saint-Étienne, der auf der Koulen-Orgel des Gotteshauses Proben seiner Kunst hören ließ.

Nach den Terror-Attacken von Paris hatte der Solist und Hochschullehrer seinen Auftritt erst einmal abgesagt. Aber schon anderthalb Stunden später rief er an und sagte: „Ich sitze im Auto und fahre zur Grenze.“ Das hat dann auch geklappt, trotz der eingehenden Grenzkontrollen.

Mit zwei Werken alter spanischer Meister der frühen Neuzeit, je einem Tiento (das spanische Wort für Toccata) von Francisco Correa de Arrauxo (1583-1654) und Pablo Bruna (1611-1679), eröffnete Salique mit strahlenden Klangfarben sein Konzert. Mit einem malerischen Basse de trompette seines Landsmanns Louis Marchand (1669-1752) setzte der Gast das rund anderthalbstündige, pausenlose Konzert fort und reizte dabei die Klangpracht seines Instruments fast völlig aus.

Der zweite, längere Block indes war deutschen Komponisten gewidmet. Mit dessen Fantasie und Fuge in g-Moll sowie dem Choralvorspiel auf „O Lamm Gottes unschuldig“ erwies Salique zu Beginn dieses Teiles Bach als dem Alpha und Omega dieser Kultur mit blitzsauberem und behendem Spiel die Ehre, bevor er mit Mozarts Phantasie für eine Orgelwalze dem Genie der seine Reverenz erwies.

An eine weithin vergessene Tradition, die der Breslauer Schule zu Zeiten der Spätromantik, erinnerte der Virtuose mit den abschließenden beiden Stücken, dem Choralvorspiel „Auf meinen lieben Gott“ und der Fantasie in d-Moll von Moritz Brosig (1815-1887), zwei sehr reich und im Ausdruck des Interpreten bewegt dargebotenen Werken.

Mit viel herzlichem Applaus bedankte sich das Publikum nach dem Abschluss für dieses Konzert. Der so gefeierte Künstler ließ sich seinerseits nicht lange bitten und revanchierte sich mit einer Zugabe.

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