Alsdorf - Jahresblatt lenkt Blick auf Tragödien

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Jahresblatt lenkt Blick auf Tragödien

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:
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Viele tragische Schicksale dargestellt: Dem Leben jüdischer Familien in Alsdorf hat Autor Dr. Fanz Schneider (vorne, r.) nachgespürt. Bürgermeister Alfred Sonders (l.) erhielt die erste Ausgabe dieser aktuellen „Jahresblätter” des Alsdorfer Geschichtsvereins. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Seine Arbeit ist noch nicht getan. Dr. Franz Schneider will sie mit Eifer fortführen. „Das hier wird wohl nie ganz abgeschlossen sein”, sagt er. Seit Jahrzehnten spürt er dem jüdischen Leben in Alsdorf nach. Benennt Familien, die in der Stadt lebten und deren Leben auf grausame Weise während der nationalsozialistischen Herrschaft fortgerissen wurden.

Viele Schicksale hat er bereits dokumentiert, viele Namen und Orte benannt. Und so ist es mehr als nur ein Zwischenstand seiner Arbeit, der nun als 21. Jahresblatt des Alsdorfer Geschichtsvereins in Buchform vorliegt.

„Es wurde einfach Zeit, die Dinge zu veröffentlichen”, sagt Dr. Franz Schneider. Einige Zeitzeugen, mit denen er Gespräche geführt habe, lebten bereits nicht mehr. Anderen wolle er das viele - oft Schreckliche - vor Augen bringen, auf das er gestoßen sei. Auf 170 Seiten beschreibt er nicht nur die Geschichten der jüdischen Familien in Alsdorf, sondern analysiert auch den historischen Rassenwahn, der in der Person Adolf Hitlers Vernichtung über die Welt brachte. „Ich wollte versuchen, die Zusammenhänge zwischen gesellschaftspolitischen Theorien und machtpolitischen Konsequenzen aufzuzeigen.”

„Ungeheure Mühen”

So lenkt er im Buch den Blick vom großen Geschehen seit dem Versailler Vertrag auf die Auswirkungen vor Ort, die Tragödien, die sich auch in Alsdorf abspielten. Viele historische Fotos gehören zu dem Buch, die unter anderem ehemalige jüdische Friedhöfe zeigen und historische Gebäude, deren Bilder neben aktuellen Aufnahmen stehen.

Das Datum der Veröffentlichung kommt nicht von ungefähr. Pünktlich zum Jahrestag der Reichspogromnacht von 1938 erscheint das Buch. Im Umfeld der Enthüllung eines Denkmals auf dem Luisenplatz, das ebenfalls an jüdische Opfer in Alsdorf erinnern soll. Das begrüßt Bürgermeister Alfred Sonders: „Es ist wichtig, dass man die Erinnerung von den Friedhöfen weg und mitten unter die Leute bringt. Wir müssen uns immer wieder auf breiter Ebene mit diesem Thema auseinandersetzen.”

Dafür dankt Geschichtsvereinsvorsitzender Rudolf Bast dem Autoren der jüngsten Jahresblätter: „Diese Arbeit hat ungeheure Mühen erfordert. Dr. Schneider hat sie nicht gescheut in seinem Bemühen, das Ungeheure aufzuarbeiten.”
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