Würselen/Herzogenrath - Jahresabschluss: Beim „Kulturrucksack“ tanzen die Puppen

Jahresabschluss: Beim „Kulturrucksack“ tanzen die Puppen

Von: Yannick Longerich
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Chakir Hanni alias „Chakir Law“ und Serhat Yilmaz alias „Serrolaw“ posieren vor ihren Kollegen. Streetdance und Kunst in allen Farben und Formen waren nur ein Teil des großen Angebots des Kulturrucksacks 2017 in Herzogenrath und Würselen. Foto: Yannick Longerich

Würselen/Herzogenrath. Es war zu Beginn wahrlich nicht einfach, das Geschaffene aus den letzten Monaten zu ordnen und zu gliedern – dafür wurde einfach zu viel erschaffen. Das an sich schon quietschbunte Jugendzentrum „Nautilus“ in Bardenberg wurde nochmals mit einer Ladung Extravaganz und ungebremster Kreativität versehen, ganz zu schweigen von seinen jungen und herrlich verrückten Besuchern.

In der Zeit der unsäglichen Jahresrückblicke in Funk und Fernsehen haben die Mitglieder des „Kulturrucksacks Herzogenrath/Würselen“ einen Ausbruch aus dieser an sich festgefahrenen Tradition gewagt. Nachdem 2017 das kulturelle Bildungsprojekt unter dem Motto „Sehnsucht“ offiziell beendet war, traf man sich einfach nochmal und ließ das Erlebte und Erfahrene ohne Zwang und chronologische Ordnung auf sich wirken.

Dieser „offene Abschluss“ des Projekts fand sogleich viele Freunde. Neben den circa 40 Aktiven in der Hauptzielgruppe zwischen zehn und 14 Jahren fanden während des Abends unzählige Interessierte den Weg nach Bardenberg und bestaunten abstrakte Graffiti, Poetry-Slam, Hip-Hop-Battles, selbstentwickelte Filmprojekte und noch vieles mehr. Das Betreuerteam um Susanne Mix (Jugendamt Würselen) und Oliver Krings (Jugendamt Herzogenrath) konnten hinter ihre Zielsetzung „Eigenverantwortung fördern und Kreativität anregen“ einen großen Haken setzen - vorerst.

In Kooperation mit freien Kulturanbietern wie dem „Soziokulturellem Zentrum Klösterchen“ und den „Falken“ in Merkstein, dem Tanzstudio Alexa Harst sowie der Kunstakademie Würselen arbeiten die Jugendämter beider Städte mit ihren Mitarbeitern und Einrichtungen aktiv an der Gestaltung des Programms. In über 20 unterschiedlichen Angeboten von Ferienspielen über Workshops bis hin zu Foto-Settings stand das prozessorientierte Arbeiten im Vordergrund. Dabei bleiben die Angebote für alle Jugendlichen kostenfrei.

Die „Sehnsucht“ bleibt natürlich in den Köpfen der Beteiligten – vor allem nach der nächsten Auflage des „Kulturrucksacks Herzogenrath/Würselen“. Mix und Krings ließen derweil durchblicken, dass man bei der Zusammenstellungen des neuen Programms nicht überstürzt handeln wird. So erklärte Krings, „dass sich mit der Abschlussfeier eine sogenannte Feedback-Schleife in Gang setzt.“ Ergebnisse und Rückmeldungen werden in den Wintermonaten sorgfältig ausgewertet, sodass Modifizierungen und Verbesserungen des Angebots verwirklicht werden können.

Die Konzeptbewerbung beider Kommunen stammt bereits aus dem Jahr 2013. Aufgrund der jeweils zu geringen Einwohnerzahl entschloss man sich, ein Gemeinschaftsprojekt zu formen. „Bei uns ist seit jeher der Fokus auf die Jugendarbeit und ein außerschulisches Bildungsverständnis gelegt worden. Alles basiert auf Freiwilligkeit“, erläuterte Mix. Aus diesem Grund sind auch Überschneidungen mit dem „Kulturrucksack“ der Städteregion die absolute Ausnahme. Die Städteregion bezieht sich mit ihrem Angebot fast ausschließlich auf innerschulische Aktivitäten.

Für den kommenden März haben beide die Vorstellung des Rahmenprogramms für 2018 angekündigt. Während die Finanzierung des Projekts aus Landesmitteln für 2018 noch von der rot-grünen Landesregierung abgesegnet wurde, stehen im neuen Jahr Verhandlungen mit der neuen Regierung an.

Dass sich CDU und FDP jedoch gegen eine Fortführung des Programms stellen, gilt laut Mix und Krings als äußerst unwahrscheinlich.

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