Würselen - Investitionen ins Gymnasium gefordert

Investitionen ins Gymnasium gefordert

Von: Georg Pinzek
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Würselen. Eigentlich jubiliert die Schulgemeinde des Städtischen Gymnasiums Würselen in diesen Wochen. Gilt es doch das goldene Jubiläum der Schule entsprechend zu würdigen.

Mit Blick auf die geplanten Veränderungen in der Schullandschaft der Kommune machen sich Eltern aber zunehmend Sorgen über die räumlichen Bedingungen, unter denen ihre Kinder zum Abitur geführt werden sollen. Die jüngst vorgelegten Konzepte und Beschlüsse im Rathaus rufen jetzt die Schulpflegschaft des Gymnasiums auf den Plan. Gefordert werden Investitionen ins Gymnasium.

Mit den Stimmen der großen Koalition, UWG und Grünen wurde im September die Errichtung einer Gesamtschule zum Schuljahr 2015/16 sowie die auslaufende Schließung der Realschule Am Wisselsbach zum gleichen Schuljahr beschlossen. Als grober Finanzplan zur Errichtung eines Schulzentrums, in dem auch das Gymnasiums untergebracht werden soll, wurde ein Finanzvolumen in Höhe von 38 Millionen Euro beschlossen. Damit sollte der Antrag zur dauerhaften Sicherstellung des Ganztagsbetriebs und des neuen Schulangebots bei der Bezirksregierung in Köln untermauert werden.

Die Entscheidung für den Standort eines neuen Schulzentrums sei damit jedoch noch nicht gefallen, wurde im Rathaus mehrfach betont. In den Kosten von rund 38 Millionen Euro, die in den Ganztagsbetrieb investiert werden müssen, sind laut Konzept auch die bei Errichtung einer Gesamtschule in einem zweiten Bauabschnitt entstehenden zusätzlichen Kosten für die Sekundarstufe II in Höhe von etwa 4,6 Millionen Euro enthalten. Die Kosten für einen Neubau eines Schulzentrums auf der „grünen Wiese“ – etwa in Nachbarschaft zum Aquana – wurden derweil mit 45 Millionen Euro beziffert.

Zweifellos positiv werden Eltern allein die Tatsache bewerten, dass Politik und Verwaltung in städtische Schulen kräftig investieren wollen – trotz der angespannten Haushaltslage. Doch werden im Kreise der Schulpflegschaft Befürchtungen laut, dass davon eher die Gesamtschule davon profitieren und das Gymnasium sogar am Ende das Nachsehen haben könnte.

In einem Schreiben an Bürgermeister Arno Nelles und den Ersten Beigeordneten Werner Birmanns sowie die Fraktionen im Stadtrat wird mit Verweis auf die ständig steigenden Anforderungen etwa durch G 8, Ganztag und Inklusion auf das problematische Raum- und Platzangebot hingewiesen, die die Schule in den vergangenen Jahren ohne wesentliche Investitionen ertragen und geduldet habe. „Heute sind wir ein Gymnasium mit veralteten Klassenraumstrukturen, ohne notwendiges Raumangebot für Nachmittagsunterricht und -betreuung, ohne altersgerechte, differenzierte Aufenthaltsbereiche, einer Übergangsmensa, einem überfüllten Lehrerzimmer, ohne Angebote von Lehrerarbeitsplätzen, einer Aula, in der von November bis März außerschulische Nutzer Vorrang haben, ein Gymnasium mit einem Sanierungs- und Unterhaltungsstau, der sich in allen Bereichen von außen nach innen durchzieht. Ein Gymnasium, wo sich Eltern zusammenschließen und die Klassenräume ihrer Kinder in Eigeninitiative streichen, um sie einigermaßen nett zu gestalten“, heißt es in der Stellungnahme.

Und weiter: „Im näheren Umfeld stehen wir mit neueren und besser ausgestatteten Schulen im Wettbewerb. Nicht nur Schüler aus Würselen wandern an diese Schulen ab, auch für Lehrer ist eine solche Schule oft erste Wahl.“

Geplant sei nun ein Schulzentrum am Standort Klosterstraße, wobei das Gebäude der Hauptschule und das Gebäude des Gymnasiums um einen Anbau erweitert werden sollten. Kritisiert wird: „Dieses Konzept umfasst die Reduzierung der bestehenden Freiflächen für Anbauten, bei einer wesentlichen Erhöhung der Schülerzahl. Der Schwerpunkt des Ausbaus liegt auf der Errichtung der Räumlichkeiten für die einst angedachte Real- beziehungsweise jetzt gewünschte Gesamtschule. Ein Um- und Ausbau des Altbestandes des Gymnasiums in eine bedarfsgerechte und zukunftsfähige Struktur ist nicht angedacht. Ebenfalls ist in den Plänen keine umfassende energetische Sanierung ersichtlich. Die Planungen sehen bei einem Zuwachs an Schülern einen Wegfall des derzeitigen Außensportplatzes vor, des Weiteren werden die für die Pausen zur Verfügung stehenden Freiflächen drastisch reduziert. Ein Ganztagsbetrieb für zwei Schulen und den so notwendig zeitversetzten Pausen ist nicht praktikabel.“

Der Neubau der Mensa beinhalte in den Obergeschossen bedarfsgerechte Räume für die Real-/Gesamtschule. „Wo bleiben diesbezüglich Investitionen in das Gymnasium? Auch die Schüler des Gymnasiums haben das Recht auf entsprechend moderne Räumlichkeiten, die auch individuelle Förderung sowie eine funktionierende Inklusion zulassen. So werden wir nicht wettbewerbsfähig!“, ist sich die Schulpflegschaft in dieser Sache sicher. Darüber hinaus gehöre die Mensa architektonisch und funktional zur Real-/Gesamtschule.

Es dränge sich der Eindruck auf, dass die Stadt Würselen das Gymnasium kaum im Blick hat und vielleicht auch mittelfristig auslaufen lassen wolle, zugunsten einer eventuellen Gesamtschule, lautet der Vorwurf. Neben den Unterzeichnern für die Schulpflegschaft, Achim Klein, Frieda Honrath, Bernhard Schmitz und Ralf Lahaye, haben auch die Vorsitzende des Mensavereins, Dagmar Thorand, und der Vorsitzendes des Vereins der Freunde und Förderer des Gymnasiums, Peter Havers, den „blauen Brief“ ans Rathaus unterschrieben.

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