Herzogenrath - Intimer Blick in die kaputte Welt der Drogen

Intimer Blick in die kaputte Welt der Drogen

Von: Elisa Zander
Letzte Aktualisierung:
Aufmerksame Zuhörer: Die SchÀ
Aufmerksame Zuhörer: Die Schüler der Realschule Kohlscheid können sich durch die Lesung von Anna Kuschnarowa (rechts) auf besondere Weise mit dem Thema Sucht befassen.

Herzogenrath. Alissa wächst behütet auf. Doch mit der Zeit wird ihr das Elternhaus zu eng. Als sie Tara kennenlernt, die neu an ihre Schule kommt, wird alles anders. Die 18-Jährige, deren Eltern gestorben sind und die nun von ihrem Erbe lebt, ist das genaue Gegenteil von Alissa.

Die jungen Frauen verlieben sich ineinander und Alissa lernt durch Tara eine ganz neue Welt kennen. Eine Welt, in der Alkohol und Drogen eine wesentliche Rolle einnehmen. Sie rutschen immer tiefer in das Milieu, geraten in Beschaffungskriminalität und Prostitution.

Ein täglicher Kampf

„Junkgirl” ist die neue Publikation von Anna Kuschnarowa, die sich einfühlsam und authentisch mit Abhängigkeit auseinandersetzt. Im Rahmen der Aktionstage „Sucht hat immer eine Geschichte” war die Leipziger Autorin in die Rodastadt gereist, um aus ihrem Buch zu lesen. Zuhörer waren die neunten Klassen der Realschule Kohlscheid, die es sich in der Leseecke der Stadtbücherei, die zu dieser Veranstaltung geladen hatte, gemütlich gemacht hatten.

Aufmerksam hören die Schüler zu und erfahren mehr über die Hintergründe, die Alissa in diese Lage gebracht haben. Das Thema ist nicht neu, schon aber die Herangehensweise. Es ist keine chronologische Erzählung, wobei der rote Faden erkennbar bleibt. Die Zwiegespräche die Alissa mit ihrem Drogen-Ich Alice führt, geben Einblicke in die seelische Verfassung Abhängiger und verdeutlichen die psychischen Auswirkungen der Sucht.

Es ist ein täglicher Kampf, den die mittlerweile 17-Jährige junge Frau mit sich selbst führt; Kontrollverlust ist auch nach dem Entzug ihr ständiger Begleiter. Der glaubhaften Beschreibungen von Anna Kuschnarowa liegen neben ausführlichen Recherchen auch persönliche Erfahrungen zugrunde: Die Autorin arbeitet nebenbei in einem Wohnprojekt, wo ehemalige Abhängige betreut werden.

Spricht Jugendliche an

Die anschließende Diskussion fällt etwas verhalten aus. Fragen zum Thema Sucht und der Autorin werden gestellt. Vor allem aber zeigt sich Erschrockenheit. „Ich wusste nicht, dass ein Abrutsch so schnell gehen kann”, sagt ein Schüler. Das ehemals strukturierte Leben von Alissa, die von sich selbst sagt „mal ein nettes Mädchen gewesen” zu sein, gerät zunehmend aus den Fugen.

Dieser Verlauf ist es, der die Schüler aufwecken soll. Die Geschichte über das Ausbrechen, Untergang, Liebe, Verrat und vor allem die Folgen spricht die Jugendlichen an und zeigt, dass die Thematiken um Drogen und Abhängigkeit weiter aktuell sind.
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