Interview zum Sportpark: „Mit falschen Behauptungen Stimmung gemacht“

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Für ihn gibt es keine Alternative zum Sportzentrum am Aquana: Friedhelm Pongs, Geschäftsführer der DJK-Leichtathletikabteilung. Foto: Roß

Würselen. Der Geschäftsführer der Leichtathletikabteilung der DJK Armada Euchen-Würselen, Friedhelm Pongs, nimmt im Interview mit Markus Roß zum geplanten Sportpark Würselen und zur Zusammenarbeit der Sportvereine in der Stadt Stellung. Pongs geht damit auf die Kritik des Vorsitzenden des SV Rhenania 05 Würselen, Bernd Rongen, an diesem Projekt ein.

Rongen hatte im Interview erklärt, dass der Sportpark laut Gutachten 12,6 Millionen Euro kosten wird.

Herr Pongs, die Äußerungen des Vorsitzenden des SV Rhenania 05 Würselen, Bernd Rongen, zum Thema Sportpark Aquana haben Sie sehr verärgert. Warum sind Sie so erbost?

Pongs: Es ist der wiederholte Versuch, mit absolut falschen Zahlen und Behauptungen in der Öffentlichkeit Stimmung zu machen. Die DJK Armada Euchen-Würselen hat sich bisher aus dieser Schlammschlacht herausgehalten. Wenn jetzt jedoch ein Vorsitzender eines Fußballvereins, dessen gesamte Mitgliederzahl kleiner ist als die Zahl der Kinder und Jugendlichen der DJK Armada Euchen-Würselen alleine, behauptet, dass das Sportzentrum am Aquana 12,6 Millionen Euro kosten soll und dass alle Außensport treibenden Vereine das von seinem Verein vorgetragene wesentlich billigere Alternativmodell unterstützen, müssen wir uns gegen diese falschen Darstellungen zur Wehr setzen.

Gibt es also in Ihren Reihen keine breite Zustimmung für ein alternatives Konzept, wie der Rhenania-Vorsitzende kürzlich signalisierte? Bernd Rongen brachte eine „machbare und kostengünstige Alternative“ ins Spiel, die sowohl den Leichtathleten als auch den Fußballclubs gerecht werde.

Pongs: Keineswegs, und dies verärgert mich absolut. Die DJK Armada Euchen-Würselen kämpft seit mehr als 40 Jahren darum, dass für ihre Leichtathleten endlich ein Sportplatz mit einer 400-m-Umlaufbahn gebaut wird. Dieser Bedarf ist in den vergangenen Jahren in verschiedenen Verlautbarungen des Stadtrates und des Stadtsportverbandes als Projekt von höchster Priorität anerkannt worden. Wenn jetzt einige Fußballvereine fordern, dass ihre Naturrasenplätze in Kunstrasenplätze umgewandelt werden sollen, so wäre das erneut ein Schlag ins Gesicht aller Leichtathleten – nicht nur die der DJK Armada Euchen-Würselen, sondern auch die der leichtathletisch tätigen Sportler der Volkshochschule und insbesondere aller Schulen.

Der Stadtsportverband Würselen (SSV) als Dachorganisation aller Sportvereine in Würselen hat im Jahr 2015 ein eindeutiges, einstimmiges Votum für ein zukunftsorientiertes Sportzentrum neben dem Aquana abgegeben. Die DJK Armada Euchen-Würselen hat auf der Basis dieses SSV-Beschlusses ebenfalls einstimmig beschlossen, die Erstellung eines Sportzentrums am Aquana zu unterstützen. Im Augenblick muss man durch die aktuellen Veröffentlichungen den Eindruck gewinnen, als ob die Würselener Stadtverwaltung und die Politiker des Würselener Stadtrates sich zum Ziel gesetzt hätten, den Fußballvereinen in Würselen ihre Sportplätze wegzunehmen. Dieses verzerrte und nicht zutreffende Bild wird jedoch durch immer wieder neue Veröffentlichungen von letztlich nur zwei Vereinen, der Rhenania und dem VfR Würselen, geschaffen.

Es gibt also keine vernünftige Alternative zum Sportzentrum Aquana?

Pongs: Aus meiner Sicht nein. Da ein Umbau des Sportplatzes Paulinenstraße bereits vor Jahren von der Unteren Landschaftsbehörde abgelehnt wurde, scheidet für uns diese Variante aus. Ein neuer Sportplatz mit Umlaufbahn allein für die Leichtathleten am Aquana ist unseres Erachtens nach bei den finanziellen Verhältnissen der Stadt Würselen kaum realisierbar. Deswegen sehen wir die einzige Möglichkeit, im Rahmen des Sportzentrums einen Sportplatz mit 400-m-Umlaufbahn zu erstellen. Dann hätte Würselen als letzte Kommune der Städteregion Aachen endlich auch eine für die Leichtathleten zeitgemäße Sportstätte.

Auch das von der Rhenania angeführte Argument einer fehlenden Eigenfinanzierung der Vereine bei Realisierung des Sportsparks können Sie nicht akzeptieren?

Pongs: Dieses „Argument“ bringt mich förmlich auf die Palme. Wenn bei den Fußballvereinen davon gesprochen wird, dass sie sich mit den Einnahmen aus den Vereinsgaststätten refinanzieren müssen, hat da offensichtlich jemand nicht verstanden, was Refinanzierung bedeutet. Hier soll das offensichtlich heißen, dass sie nur mit diesen Einnahmen in der Lage sind ihre Fußballspieler zu „bezahlen“ und gleichzeitig die Mitgliedsbeiträge für die Jugendabteilung extrem niedrig zu halten. Diese Praxis halte ich gegenüber der Mehrzahl der anderen Sportvereine in höchstem Maße für unsozial.

Denn durch die so subventionierten niedrigen Mitgliedsbeiträge werden den anderen Sportvereinen nicht nur die Kinder als Mitglieder entzogen, sondern es werden auch noch durch die Aussicht auf das zukünftige große Geld bei den Nachwuchskickern falsche Hoffnungen erweckt. Es wird aus einem Würselener Fußballverein nie einen zweiten Ronaldo geben. Im Gegensatz zu den sogenannten „Fußballamateuren“ bekommen die Leichtathleten der DJK Armada Euchen-Würselen weder Prämien für gute Leistungen noch besondere Zuwendungen für ihren Sport. Trikots, Trainingsanzüge, Sportschuhe usw. müssen sie alle aus eigener Tasche bezahlen.

Es wird oft kritisiert, dass von Seiten der Politik und der Verwaltung zu wenig geschehe. Können Sie dem zustimmen?

Pongs: Auf keinen Fall! Der Stadtsportverband als Vertreter und Repräsentant aller Würselener Sportvereine steht seit Jahren in einem engen Gesprächskontakt mit allen für den aktuellen Zustand und die zukünftige Situation der Sportstätten in Würselen relevanten Stellen in Politik und Verwaltung. Es haben sowohl Informations- und Diskussionsveranstaltungen als auch Einzelgespräche mit allen betroffenen Vereinen stattgefunden.

Es ist deswegen in unseren Augen nicht nur ein schlechter Stil, wenn manche „Vereinsbosse“ sagen, dass nichts geschehen sei, sondern es ist eine Verachtung all derer, die durch ihren unermüdlichen, ehrenamtlichen Einsatz versuchen, eine bessere Zukunft für die breite Mehrheit aller Sportler in Würselen zu gestalten und nicht nur für einige Wenige.

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