Interview mit dem Fachbereichsleiter Jugend und Bildung

Von: Oprèe
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Andreas Heine, der Fachbereichsleiter Jugend und Bildung.

Nordkreis. Unter anderem auf den so genannten Nothaushalt führt die Pfarre St. Gertrud die Kündigung des Kooperationsvertrags mit der Stadt Herzogenrath zurück. Denn die Stadt könne nunmehr auf die finanziellen Erfordernisse der OT nicht reagieren …

Heine: Die Situation der Pfarre hat nur marginal etwas mit der vorläufigen Haushaltsführung zu tun. Der bisherige Vertrag mit St. Gertrud wird auch in 2015 weitergeführt, der Status wird erhalten. Alle zugesagten Zuschüsse werden ausgezahlt.

Erst im September 2014 hat der Jugendhilfeausschuss noch eine Erhöhung des städtischen Zuschusses beschlossen. Wie viel Geld erhält die Pfarre St. Gertrud für die Offene Tür?

Heine: Ja, die Erhöhung beträgt 2000 Euro für 2014 und 2015. An städtischen Zuschüssen erhält die Pfarre für die OT in 2015 also 71.000 Euro. Dazu zahlen wir auch noch einen Landeszuschuss von 35.208 Euro aus. Der seit 2007 bestehende Vertrag sieht überdies eine jährliche Zuschusssteigerung von 1000 Euro vor. Die Pfarre St. Gertrud erwartet nun aber darüber hinaus einen Ausgleich ihres zu erwartenden Defizits von rund 40.000 Euro.

Eine weiteren Zuschuss hätte die Stadt Herzogenrath aber auch ohne Nothaushalt schon alleine wegen des Haushaltssicherungskonzepts, dem sie unterliegt, gar nicht zahlen können?

Heine: Richtig. Selbst wenn wir wollten, hätten wir das nicht gekonnt. Denn die Bezirksregierung stuft Jugendarbeit und Jugendarbeit in Einrichtungen als freiwillige Leistung ein. Die bisherigen Zuschüsse jedoch sind aufgrund des bestehenden Vertrags unstrittig. Aber selbst bei normaler Haushaltsführung, ohne die Bindungen eines Haushaltssicherungskonzepts, wäre es noch sehr fraglich gewesen, ob die Stadt einen so hohen zusätzlichen Zuschuss gewährt hätte. Wir hatten mit Blick auf dieses Defizit der OT in einem gemeinsamen Gespräch unter Anwesenheit von Bistumsvertretern den Vorschlag gemacht, dass die beiden Pfarren St. Gertrud und St. Josef im Zuge des Kirchenverbands Herzogenrath/Merkstein, dem sie angehören und an den die Stadt und das Bistum ja schließlich auch ihre Zuschüsse zahlen, sich Gedanken über eine Zusammenarbeit machen. Ob nicht vielleicht ein Konzept denkbar wäre, das der Kirchengemeindeverband als Träger die offene Jugendarbeit für beide Pfarren anbietet. Die Pfarren konnten sich aber offenbar nicht einigen.

St. Josef in Straß unterhält eine Kleine offene Tür (KOT). Wie hoch ist der städtische Zuschuss hier?

Heine: St. Josef erhält seit 2009 jährlich 35.691 Euro bei einer jährlichen Anpassung von 1,5 Prozent zuzüglich Landeszuschuss von 6136 Euro. Der auf fünf Jahre geschlossene Vertrag läuft im Dezember aus.

Wie wird es aus städtischer Sicht weitergehen können?

Heine: Durch die Kündigung von St. Gertrud entsteht eine neue Situation mit neuem Klärungsbedarf. Und die KOT in St. Josef Straß hat ja auch seit Februar keine hauptamtliche Kraft mehr. Unser Vorschlag wird wohl auf gemeinsames Personal hinauslaufen. Mit den öffentlichen Zuschüssen hätte der KGV dann für Personal- und Sachkosten insgesamt rund 205.000 Euro zur Verfügung, ohne seine Eigenleistung.

Und wenn es zu keiner Zusammenarbeit der beiden Pfarren kommt?

Heine: Bereits im September 2014 hat der Jugendhilfeausschuss beschlossen, dass dann eine Ausschreibung zur Erledigung der Jugendarbeit in Herzogenrath-Mitte erfolgen soll. Im Kündigungsschreiben hat der Kirchengemeindeverband signalisiert, sich an einer derartigen Ausschreibung beteiligen zu wollen.

Klingt das für Sie jetzt nicht irgendwie paradox ...?

Heine: Darüber sollte sich jeder seine eigene Meinung bilden.

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