Baesweiler - Interview: Achim Amme präsentiert die Biografie von John Lennon

Interview: Achim Amme präsentiert die Biografie von John Lennon

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:
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Faible für die „Fab Four“: Achim Amme ist mit dem Sound der Beatles aufgewachsen.
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Die New Yorker Jahre: 1974 hatte John Lennon seinen Lebensmittelpunkt im Big Apple gefunden. Foto: Stock

Baesweiler. Ohne die Beatles wäre sein Leben anders verlaufen. Der Band hat Achim Amme einiges zu verdanken, wie er sagt. Mit der Lesung einer John-Lennon-Biografie ist der Schauspieler, Autor und Musiker nun unterwegs. Vor seinem Auftritt in der Burg Baesweiler am Freitag, 6. März, spricht er über sein Faible für die „Fab Four“.

Sie sind Jahrgang 1949. Haben Sie den Aufstieg der Beatles von Beginn an miterlebt?

Amme: Die ersten Songs habe ich bewusst 1963 gehört. Und das hat mich sofort umgehauen.

Ein musikalischer Urknall?

Amme: Absolut. Das war ja ein Quantensprung. Für die Musik – und auch für mich. Was ich vorher gehört habe, war auf einen Schlag langweilig geworden. Musiker wäre ich ganz sicher nicht geworden, wenn die Beatles nicht gewesen wären. Vielleicht auch kein Autor. Es hat einfach so eine Band gebraucht, die mich kreativ erweckt hat. Mit Schlagern dieser Zeit konnte ich im Vergleich dazu gar nichts anfangen. Udo Jürgens war überhaupt der erste Künstler mit deutschen Texten, den ich mir anhören konnte.

Und wer war Ihr Held? John Lennon oder Paul McCartney?

Amme: Weder noch. Für mich war es George Harisson.

Eine ungewöhnliche Wahl.

Amme: Das hat vielleicht mit meinem Gerechtigkeitssinn zu tun. Der Arme wurde ja von Lennon und McCartney als Songschreiber zunächst total unterdrückt. Erst auf den letzten Platten konnte er zeigen, was er drauf hat. Die beiden anderen waren für meinen Geschmack zu sehr Egomanen. Harison war der jüngere, stillere Typ. Das hat mir gefallen.

Was hat Sie dann bloß auf Lennon als Lesungs-Thema gebracht?

Amme: Ein Zufall und ein Freund. Als 2010 der 70 Geburtstag Lennons und der 30. Todestag anstanden, hatte ein befreundeter Maler vorgeschlagen, ein gemeinsames Projekt zu machen. Zu der Zeit stieß ich auch Philip Normans Lennon-Biografie, die ich auf der Lesetour ebenfalls vorstelle. Oder sagen wir: vorstellen darf. Für mich ist es eine große Ehre, dass der Verlag das erlaubt hat.

Eine Ehre, weil die Biografie so beeindruckend ist?

Amme: Ja. Ich bin einer, der schon einiges über die Beatles wusste. Aber was da an Details auf mehr als 1000 Seiten steht, ist richtig beeindruckend. Das war noch mal eine Erweiterung meines Horizonts. Echt verblüffend.

Wie haben Sie Lennons Erschießung am 8. Dezember 1980 erlebt?

Amme: Gar nicht so aufreibend, wie man denken könnte. Mit den Beatles hatte ich mich zu der Zeit kaum noch beschäftigt. Während der 1970er Jahre stand ich sehr viel auf Theaterbühnen – und das ist anstrengender, als mancher sich das vielleicht vorstellt. Da fehlte mir einfach die Zeit für die Musik. Als ich von Lennons Tod erfuhr, dachte ich nur: Ja, Ok. Jetzt ist er wohl tot. Die Ermordung von John F. Kennedy hat mich im Vergleich dazu schon wesentlich stärker aufgewühlt.

Und Yoko Ono? Als Beatles-Fan hat man zu der Frau doch eine Meinung. Hat sie die Band nun auseinandergebracht, oder nicht?

Amme: Ach, wenn sie es nicht gewesen wäre, dann wäre es jemand anderes gewesen. John Lennon war damals ohnehin bereits auf dem Weg, sich von der Band zu verabschieden. Dass Yoko Ono die Böse gewesen ist, würde ich also nicht sagen.

Wie sieht der Abend mit Ihnen und Lennon aus? Wird es eine reine Lesung?

Amme: Nein. Ich will ein möglichst großes Erlebnis daraus machen. Ich habe gut drei Monate investiert, um viele Dinge dafür zusammenzutragen. Das hat noch mal richtig Spaß gemacht. Ich werde zum Beispiel einige Songs im Lauf des Abends anspielen. Nicht bloß Stücke von John Lennon, sondern auch Sachen, die ihn beeinflusst haben. Es soll eben auch ein ganz persönlicher Rückblick werden.

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