Baesweiler - Interkulturelles Fest: Döner beim Dämmerschoppen gewünscht

Interkulturelles Fest: Döner beim Dämmerschoppen gewünscht

Von: dk
Letzte Aktualisierung:
5417117.jpg
Vielseitig: Beim Settericher Stadtteilfest teilte Bürgermeister Willi Linkens (l.) auch Döner mit aus. Foto: deka

Baesweiler. Noch zu Beginn der Sitzung des Integrationsrates war sich Baesweilers Beigeordneter Frank Brunner sicher. „Wir gehen davon aus, dass keine separate Veranstaltung geplant ist“, formulierte der Sozialdezernent beim Tagesordnungspunkt „Interkulturelles Fest“.

Bislang hatte man ein solches Fest – im Turnus von zwei Jahren – entweder an „Tagen der deutschen und ausländischen Mitbürger“ oder in andere städtischen Veranstaltungen eingebunden. Mit gutem Erfolg, wie die Stadt befindet. Der Integrationsrat sieht das anders und beantragte in seiner Sitzung im Settericher Rathaus, zu den bereits bestehenden Veranstaltungen in 2014 ein eigenes Fest ausrichten zu wollen. Darüber entwickelte sich eine fast halbstündige Diskussion.

Zunächst warb Frank Brunner nochmals dafür, „ein solches Fest wie bisher besser in die städtischen Veranstaltungen einzubinden, was im Fachausschuss mehrheitlich befürwortet wurde. Dort hakte auch Wolfgang Scheen (CDU) ein. „Wir haben bereits vor einem Jahr darüber geredet“, sieht er genügend Veranstaltungen. Scheen wies unter anderem darauf hin, dass das Settericher Stadtteilfest eine überwältigende Resonanz hatte“ und auch sehr viele Bürger mit Migrationshintergrund dort feierten. Zudem bemerkte der Christdemokrat: „Es steht jedem frei, selbst zu ein Fest zu machen.“ Nur sollte man das „mit eigenen Mitteln realisieren“, schlug er vor. Integrationsrätin Reyhan Akkas machte sich dagegen für ein (per Antrag bereits eingereichtes Ansinnen) eigenes Fest stark. „Wir sind der Überzeugung, dass wir dadurch auch mehr Leute erreichen und das Miteinander fördern.“

Darin fand sie auch Bestätigung bei den Bündnis-Grünen und bei der SPD sowie beim Ratsvorsitzenden Kazim Karakök. Er monierte unter anderem: „Ein Dämmerschoppen beispielsweise spricht mich nicht an.“ Er ist der Auffassung: „Wir müssen den Rahmen ändern, um das insgesamt attraktiver zu machen.“ Ganz klare Worte schickte er hinterher: „Müssen wir immer auf die Leute zugehen? Warum kommt man nicht mal auf uns zu?“

Darauf reagierte Wolfgang Scheen: „Die Stadt Baesweiler tut genug.“ Scheens Parteifreund Matthias Puhl unterlegte: „Wir haben seit Jahren genug versucht. Aber die Resonanz war immer gleich null. Die Nachfrage der ausländischen Mitbürger war derart gering.“

Elvira Resch-Beckers (Grüne) beklagte: „Ich vermisse bei manchen Festen die Integration.“ Sie machte das unter anderem am Beispiel „Dämmerschoppen“ fest: „Es sind Möglichkeiten da, einen speziellen Grill aufzustellen oder einen Tee-stand zu installieren. Das wäre für mich eine öffentliche Einladung an die muslimische Bevölkerung.“ Detlef Lindlau SPD sieht „genügend Anzeichen dafür, dass wir ein interkulturelles Fest brauchen“. Der Sozialdemokrat untermauerte seine Meinung mit der Feststellung: „In meiner Siedlung wird seit Jahren in diese Richtung nichts mehr gemacht.“ Wichtig sei es für ihn auch, dass Geld zur Verfügung gestellt wird.

Am Ende der sehr emotional geführten Debatte stand der Beschluss des Integrationsrats, zusätzlich zu bereits bestehenden Veranstaltungen ein Interkulturelles Fest 2014 veranstalten. Dieser Antrag wird dem zuständigen Fachausschuss zugeleitet und dort weiter beraten.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert