Herzogenrath - Interkultureller Austausch: Viele Probleme werden diskutiert

Interkultureller Austausch: Viele Probleme werden diskutiert

Von: mabie
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CDU-Stadtverbandsvorsitzende Marie-Theres Sobcyzk (r.) und ihr Stellvertreter Dieter Gronowski (3.v.r) trafen beim ersten interkulturellen Austausch der CDU Herzogenrath mit vielen Interessierten in den Räumen des Integrationsvereins Merkstein zusammen. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. „Wir haben alle verschiedene Wurzeln, aber was uns vereint, ist, dass wir alle in Herzogenrath leben, arbeiten und wohnen“: Die Begrüßungsworte der CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Marie-Theres Sobcyzk beim ersten interkulturellen Austausch in den Räumen des Integrationsvereins Merkstein konnten durchaus schon als Resümee dieser hervorragend besuchten Veranstaltung gelten.

Allerdings offenbarten sich in den offenen Wortbeiträgen und Zwiegesprächen am August-Schmidt-Platz auch einige grundlegende Dinge, die vielleicht vorher so nicht in der Öffentlichkeit formuliert wurden.

Es wurde deutlich, dass beispielsweise Schüler mit Migrationshintergrund heute noch vielfach mit Vorurteilen zu kämpfen haben. So berichtete ein Schüler, dass er – bei gleicher Qualifikation und gleicher Ausbildung – sich aufgrund seiner Herkunft benachteiligt worden sei.

Der Vorsitzende des Integrationsvereins, Zeki Bir, zeigte sich bestürzt darüber, was seiner Tochter geschah: Demnach wurde diese bei einem Vorstellungsgespräch für ein Praktikum bei einem Arzt aus Roda nur mit dem Hinweis abgewiesen, dass in der Praxis kein Kopftuch zu tragen sei. Weitere Begründungen habe es nicht gegeben. „Das klingt unfassbar“, meinte die CDU-Stadtverbandsvorsitzende dazu, wollte aber mit dem betreffenden Mediziner Kontakt aufnehmen, um die Sache zu klären.

Fehmi Tarasi, Vorsitzender des Herzogenrather Integrationsrats betonte, dass die Einrichtung zwar in den beinahe 20 Jahren ihres Bestehens wirklich gute Arbeit geleistet habe. „Aber eigentlich hatte ich gehofft, dass ein Integrationsrat nach ein paar Jahren nicht mehr nötig sei“, wie er meinte.

Besonders in Sachen Wahlrecht und doppelte Staatsbürgerschaft mussten sich die anwesenden lokalen Christdemokraten einige Schelte wegen der Entscheidungen der Bundespolitiker gefallen lassen. So herrschte durchweg Kopfschütteln und Unverständnis darüber, dass Menschen, die in Deutschland mit einem Pass anderer Nationalität lebten, sich für eine Staatsbürgerschaft entscheiden müssen. Das habe auch enorme Konsequenzen für das Wahlrecht, denn ohne den passenden Pass zum Wohnort müssten die Menschen auf die Wahlen direkt vor ihrer Haustür verzichten.

Ohnehin stellen die Tür zur Nachbarschaft weiterhin eine Schwelle dar, hieß es. Integration sei für Menschen mit anderer Herkunft weiterhin schwierig. Sich anzupassen, da waren viele Stimmen sicher, sei schwer. Aber ein gutes Miteinander nicht nur kulturell sondern auch integrativ zu schaffen, stellten alle Beteiligten des Abends als enorm wichtig dar. „Kontakt halten ist enorm wichtig, denn wir alle leben gemeinsam und unsere Kinder werden nicht mehr in die Ursprungsländer zurückkehren“, ergänzte auch Zeki Bir.

„Daher müssen wir Kulturen und Eigenschaften beibehalten, aber Deutschland generell als unser Zuhause ansehen.“

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