Intensive Diskussion über die Bedeutung von Quartiersarbeit

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Herzogenrath. In der Pfarre St. Josef trafen sich interessierte Bürger, unter ihnen die Landtagsabgeordnete Eva-Maria Voigt Küppers (SPD), um über die stadtteilorientierte Sozialarbeit miteinander ins Gespräch zu kommen.

Aus Anlass der bundesweiten Wochen des bürgerschaftlichen Engagements lud das Unterstützungsnetzwer „Vergissmeinnicht“ zum Gespräch ein. Unter dem Titel „Das Quartier, das sind wir“, gleichzeitig selbstbewusster Slogan der Straßer Initiative, sollte die Bedeutung des sozialen Nahraums als unmittelbares Lebensumfeld der Menschen ausgeleuchtet werden.

Nach der Begrüßung durch Gemeindereferent Wilfried Hammers, der einen inhaltlichen Bogen vom Arbeitsansatz des Netzwerks „Vergissmeinnicht“ hin zum Vortragsabend schlug, eröffneten Filmsequenzen aus dem NRW-Prozess „Heimat im Quartier“ die inhaltliche Dimension des Abends. Dann führte Prof. Dr. Norbert Frieters-Reermann von der Katholischen Hochschule NRW, Abteilung Aachen, der kürzlich erst mit einer großen Gruppe von Studenten der sozialen Arbeit während einer Exkursion in Straß war, unter anderem auf diesen Erfahrungen basierend in die Prinzipien der Gemeinwesenarbeit auch für die Praxis kirchlichen Handelns ein.

Fachkundig machte er deutlich, dass dieser Ansatz sozialraumorientierter sozialer Arbeit mit seiner Subjekt- und Potenzial-orientierung nichts mehr mit dem überkommenen Hilfeansatz alter Prägung zu tun habe und dass die Förderung von Selbst- und Eigeninitiative unter Nutzung vorhandener Ressourcen auch mit ihrer Orientierung an strukturellen Fragen durchaus von einer deutlich politischen Dimension gekennzeichnet ist.

Den Ausführungen schloss sich eine kontroverse Diskussion darüber an, wie ein so verstandenes bürgerschaftliches Engagement, das auch klare Veränderungsforderungen im kommunalpolitischen Kontext beinhaltet, von anderen Akteuren im demokratischen und administrativen Sektor betrachtet und bewertet wird und vor allem auch, ob dieser Ansatz zur Anstellung hauptamtlicher Kräfte, die Schnittstelle und Multiplikatoren sind, mit entsprechenden Finanzen ausgestattet wird. Auch nahm die Frage breiten Raum ein, welche Bedeutung das Quartier für die Menschen im globalen Zeitalter hat. Schließlich ging es um die Rolle bürgerschaftlichen Engagements insgesamt und die Frage, ob es Motor ist oder als Lückenbüßer auch in Zeiten leerer Kassen missbraucht wird.

Bei aller Unterschiedlichkeit der Ansichten und geäußerten Meinungen war am Abend unstrittig, dass der Quartiers-Ansatz, der in Straß schon lange praktiziert wird, ein mehr als fortschrittlicher Weg zur Lösung anstehender gesellschaftliche Fragen ist und hier, wie in vielen sozialen Räumen in ganz Nordrhein-Westfalen auch, größere Beachtung verdient hat.

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