Alsdorf - Integrationsrat wird am 7. Februar neu gewählt

Integrationsrat wird am 7. Februar neu gewählt

Von: -ks-
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Sie wollen sich für die Migranten in Alsdorf einsetzen: Jamal Bouelaraik, Samira Elmahi, Khadija Offermann und Abdurrahman Batmasz (v.l.) - nicht im Bild Badraddin Kerikki und Hanoussou Moussa. Foto: Stüber

Alsdorf. Sie bilden eine von insgesamt vier Listen, die sich um die acht Sitze im Integrationsrat bewerben. Ihr Slogan lautet: „Wählen! Gemeinsam entscheiden!” Am 7. Februar wird erst einmal gewählt. Dann werden Khadija Offermann und ihre fünf Mitstreiter sehen, wie sie mit ihrer Liste „International” in der Wählergunst liegen.

Im (noch) aktuellen Integrationsrat hat die Liste zwei Mandate, sechs die Konkurrenz von „Avrasya”. Jeweils zwei Sitze nehmen SPD und CDU ein. Deren Vertreter werden unabhängig von der anstehenden Wahl vom Stadtrat in den Integrationsrat entsendet, auf Grundlage der letzten Kommunalwahl.

Offermann, die den Integrationsrat im Sozialausschuss des Stadtrates vertritt, arbeitet seit 15 Jahren bei der Internationalen Liste an Fragen der Integration mit. Sie wolle, dass sich künftig vor allem mehr jüngere Migranten engagieren. Die Deutsch-Marokkanerin wirkt zudem bei der Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Migrantenvertretungen (Laga) mit.

Neben dem Anti-Rassismus in Alsdorf gibt es eine Reihe anderer Themenfelder. „Wir möchten Wahlrecht für alle”, sagt Samira Elmahi - und das unabhängig von Pass und Nationalität. Einzig und allein der Wohnort sollte entscheidend sein. „Wo man lebt, da soll man auch mit entscheiden dürfen.”

Die Situation der Migranten-Familien, vor allem die Lage der Frauen, Kinder und Jugendlichen, ist und bleibt Thema des Integrationsrates. Zentrales Problem sind die Sprache und damit verbundene Informationsdefizite. Dies führe zu Konflikten und dazu, dass gute Hilfsangebote nicht erkannt und genutzt werden können, sagte Offermann. Die Folge für junge Migranten: Schulversagen, kein Abschluss, keine Ausbildung, keine Arbeit.

Lob fürs Integrationsministerium

Viel Lob gibt es für das Integrationsministerium des Landes seitens der Internationalen Liste. Seit Umwandlung des alten Ausländerbeirates in den Integrationsrat habe ein Wandel eingesetzt. Die Unterstützung für die Arbeit der Migranten-Vertreter sei viel effektiver und besser „vernetzt” worden.

Aber auch hier keine Rosen ohne Dornen: Während die obligatorischen Integrationskurse gut für jüngere Migranten seien, ergäben sich daraus vor allem für ältere Migranten-Frauen Probleme, die ihr Leben lang - obwohl in Deutschland lebend - kaum Außenkontakte pflegen konnten und große sprachliche Defizite aufwiesen, die kaum aufzuholen seien. „Das kann Auswirkungen auf die Aufenthaltsgenehmigung haben”, sagt Offermann.

Laut Samira Elmahi ist weiteres Anliegen ihrer Liste die Einrichtung von Jugendtreffs nebst Beratungsangeboten an Brennpunkten im Stadtgebiet. Viele Jugendliche mit Migrationshintergrund wüssten gar nicht, wie man sich um Praktika oder Ausbildungsplätze bemüht. Da gehe es um richtiges Bewerben, Ausfüllen von Formularen und dergleichen.

Hier begrüßten die Migranten ausdrücklich das Projekt „Soziale Stadt Alsdorf-Mitte”. Alsdorf hofft bekanntlich auf erhebliche Zuschüsse für das rund 22,5 Millionen Euro schwere Vorhaben (wir berichteten). Weiterer Punkt: Über Mentorenprogramme sollen Geschäftsleute aus Reihen der Migranten als gute Beispiele Jugendliche betreuen.

Abdurrahman Batmasz, der in einem Lebensmittelgeschäft arbeitet, betont, wie wichtig es sei, in persönlichen Gesprächen konkrete Ratschläge zu geben. „Viele von uns kommen aus kleinen Dörfern; da läuft fast alles über direkte Gespräche. Hier in Deutschland läuft viel über ein System. Da muss man sich zurechtfinden.”

Und noch ein Anliegen: kostenfreie Sportangebote außerhalb von Vereinen, die oft zu teuer seien (Mitgliedsbeiträge, Trikots etc.) - und das besonders für Mädchen und Frauen.

Weitere Informationen:

Die Kandidaten auf der Liste International bei der Wahl zum Integrationsrat am 7. Februar sind Khadija Offermann, Samira Elmahi, Jamal Bouelaraik, Hanoussou Moussa, Abdurrahman Batmasz und Badraddin Merikki.

Zudem treten drei weitere Listen zur Wahl an: Avrasya, Liste Pro Integration und Multi-Kulturelle-Liste.

Wahlberechtigt sind Ausländer und Deutsche, wenn sie die deutsche Staatsangehörigkeit frühestens fünf Jahre vor dem Tag der Wahl erworben haben. Die wahlberechtigten Personen müssen sich bis zum 12. Tag vor der Wahl in das Wählerverzeichnis eintragen lassen. Der Nachweis über die Wahlberechtigung ist vorzulegen. Hierzu sind die Einbürgerungsurkunde im Original beziehungsweise deren beglaubigte Abschrift sowie ein Lichtbildausweis nötig.

Wahlberechtigt ist übrigens auch, wer am Wahltag mindestens 16 Jahre alt ist, sich seit mindestens einem Jahr im Bundesgebiet aufhält und mindestens seit dem 16. Tag vor der Wahl in Alsdorf seine Hauptwohnung hat.

Beratungen bietet der Integrationsrat jeden Mittwoch zwischen 16 und 18 Uhr im Integrationsbüro im Rathaus, Zimmer 114, 1. Etage, an.
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