Integrationsprojekt: Flüchtlinge sollen mit einbezogen werden

Von: Beatrix Oprée
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Bringen auch beruflich Kompetenzen in der Flüchtlingsarbeit mit: (vorne v.l.) Hoa Nguyen, Marga Flaßwinkel, Anne Fink, (hinten v.l.) Debdatta De, Walter Schmischke, Christa Baggen, Tatjana Vossen und Verena Muhl, die Vorstandsmitglieder von „Hand in Hand“. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. Es soll keine Trennung sein, aber: „‚Hand in Hand‘ möchte wieder mehr eigenständig arbeiten“, betonen die Mitglieder des seit 28 Jahren erfolgreich in der Integration von Flüchtlingen tätige ökumenische Arbeitskreis. So hat sich das Gremium eine neue Rechtsform gegeben und firmiert nun als eingetragener gemeinnütziger Verein.

Die bisherigen Kooperationen, vor allem mit der Flüchtlingsberatung Herzogenrath der evangelischen Kirchengemeinde und des Regionalen Caritasverbands sollen beibehalten werden, auch das betonen die Akteure. Doch: „Was früher die Qualität der Arbeit von ‚Hand in Hand‘ ausgemacht hat, wurde zuletzt zu sehr gefiltert durch administrative Dinge“, sagt Marga Flaßwinkel, zweite Vorsitzende des neuen Vereins.

„Wir wollen die Flüchtlinge selbst mit einbeziehen in unsere Arbeit“, erläutert Anne Fink, Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit. In der jüngsten Zeit sei das jedoch ein wenig zu kurz gekommen: „Wir wollen nicht nur für, sondern zusammen mit den Flüchtlingen etwas bewirken.“ Dabei möchte „Hand in Hand“ direkter Ansprechpartner für alle anderen Organisationen sein, die sich für Flüchtlinge engagieren.

Der komplette erweiterte Vorstand: Vorsitzender Walter Schmischke, Hoa Nguyen, zuständig für den Internetauftritt, Verena Muhl, Kassenwartin, Tatjana Vossen, Koordinatoren der Sachspenden, sowie Christa Baggen vom Interkulturellen und interreligiösen Dialog, und Debdatta De, Bildungsberater und Integrationslotse bei der Städteregion Aachen.

Um sich für die Interessen der Flüchtlinge in Herzogenrath einzusetzen, fanden sich 1988 einige Frauen und Männer zusammen. „Unsere ehrenamtliche Aufgabe bestand darin, Lobby für Flüchtlinge zu sein. Wie wichtig die Arbeit war, wurde besonders deutlich, als es 1991/92 in der städtischen Unterkunft an der Weststraße zu gefährlichen Übergriffen auf Flüchtlinge kam“, erzählt Fink.

„Spontan organisierten wir eine Telefonkette. Über 24 Leute erklärten sich bereit, im Notfall den Flüchtlingen vor Ort beizustehen.“ Einige Ehrenamtler aus dieser Zeit sind auch heute noch bei „Hand in Hand“ aktiv. „Diesen Namen haben wir uns 1998 gegeben“, sagt Fink und: „Wir haben viel Hilfe und Zuspruch in der Bevölkerung erfahren, besonders im Stadtteil Kohlscheid.“ So seien es auch die katholische Pfarre St. Katharina und die evangelische Lukas-Gemeinde gewesen, „die uns sehr unterstützt haben“.

Und die Stadt Herzogenrath stellte für die wöchentlichen Treffen mit Flüchtlingsfamilien Räume im Bürgerhaus Kohlscheid zur Verfügung. „Durch eine gemeinsame Initiative des Arbeitskreises, der evangelischen Kirchengemeinde und der Stadt wurde 1992 dann auch eine hauptamtliche Flüchtlingsberatungsstelle bei der evangelischen Kirchengemeinde gegründet“, sagt Fink: „Diese Stelle kam besonders den Flüchtlingen zu Gute, die rechtlichen Beratungsbedarf hatten. ‚Hand in Hand‘ und die Beratungsstelle haben viele Jahre einvernehmlich und zum Wohle der Flüchtlinge zusammengearbeitet.“

Und die Tatsache, dass aus anfänglichen Kontakten zu Flüchtlingsfamilien bis heute freundschaftliche Beziehungen bestehen, zeige, „dass wir auf dem richtigen Weg sind“. Integration sei ein langer, nachhaltiger Prozess, zu dem die Mitglieder, vielen von ihnen ihren ehrenamtlichen Beitrag im Internationalen, ökumenischen Arbeitskreis ‚Hand in Hand‘ e.V. leisten möchten.

Ein gemeinschaftlich organisiertes Fastenbrechenfest, zu dem am 9. Juli auch die Öffentlichkeit ins Soziokulturelle Zentrum Klösterlichen an der Dahlemer Straße eingeladen ist, gehört zu den kommenden Aktionen.

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